| Kołobrzeg | |||
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| Basisdaten | |||
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| Staat: | Polen | ||
| Woiwodschaft: | Westpommern | ||
| Landkreis: | Kołobrzeg | ||
| Fläche: | 25,67 km² | ||
| Geographische Lage: | 54° 10' N, 15° 34' O | ||
| Einwohner: | 44.813 (30. Juni 2005) | ||
| Postleitzahl: | 78-100 do 78-106 | ||
| Telefonvorwahl: | (+48) 94 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | ZKL |
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| Wirtschaft & Verkehr | |||
| Nächster int. Flughafen: | Flughafen Stettin | ||
| Verwaltung (Stand: 2007) | |||
| Bürgermeister: | Janusz Gromek | ||
| Adresse: | ul. Ratuszowa 13 78-100 Kołobrzeg |
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| Webpräsenz: | www.kolobrzeg.pl | ||
Kołobrzeg
[kɔ'wɔbʒεg] ?/Info/IPA (deutsch Kolberg) ist eine pommersche Hafenstadt in der Woiwodschaft Westpommern im Norden Polens an der Ostsee. Kołobrzeg ist Sol- und Kurbad, die Einwohner leben vorwiegend vom Fremdenverkehr und der Fischereiwirtschaft.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt liegt im Norden der Woiwodschaft Westpommern direkt an der Ostseeküste und an der Mündung des Flusses Persante. Das Stadtgebiet erstreckt sich auf ca. 1.800 Hektar. Die Woiwodschaftshauptstadt Stettin (polnisch Szczecin) liegt etwa 150 Kilometer südwestlich von Kołobrzeg entfernt, zur nächsten größeren Nachbarstadt, Koszalin (Köslin), sind es 41 Kilometer.
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Archäologischen Untersuchungen zufolge bestand bereits zwischen dem siebten und dem achten Jahrhundert eine Siedlung, die der Ausbeutung der Salzquellen an der Mündung der Persante diente. Im Jahr 1000 wurde Kołobrzeg zuerst in einer Chronik des deutschen Bischofs Thietmar von Merseburg als Sitz eines Bistums unter dem Namen salsa Cholbergiensis erwähnt. Bischof war seinerzeit Reinbern aus Sachsen.
1255 erhielt Kolberg das Stadtrecht nach dem Lübischen Recht, war zwischenzeitlich Hauptstadt des Landes Kassuben, wurde aber 1277 an das Stift Cammin abgetreten. Die Bürger lebten vorwiegend vom Seehandel, dem Salzabbau und der Fischerei. 1300 wurde mit dem Bau der Hauptkirche, dem heutigen Kolberger Dom, begonnen. 1361 wurde Kolberg deutsche Hansestadt und verblieb bis zum Jahre 1610 in der Hanse. In dieser Blütezeit der Stadt waren die Salzproduktion, der Salzhandel und der Fischfang die Haupteinnahmequellen Kolbergs und brachten viel Wohlstand. Seit Anfang des 14. Jahrhunderts besaß Kolberg ein eigenes Münzrecht mit Ausnahme der Prägung von Goldmünzen. Das Münzrecht wurde 1548 durch Kaiser Karl V. bestätigt. 1530 wurde in Kolberg die Reformation eingeführt.
Im 17. Jahrhundert entvölkerte sich Kolberg durch den Dreißigjährigen Krieg und seine Auswirkungen. Kolberg kam mit dem Stift Cammin 1648 an Brandenburg. In der Folgezeit wurde die Festung Kolberg mehrfach belagert, unter anderem im Siebenjährigen Krieg (erfolglos), 1758 durch die Russen und 1760 durch die Schweden und kapitulierte schließlich am 16. Dezember 1761 infolge einer Hungersnot nach viermonatiger Belagerung durch russische Einheiten unter Pjotr Alexandrowitsch Rumjanzew-Sadunaiski. Zuletzt wurde sie 1807 durch die Truppen Napoleons erfolglos belagert. Berühmt durch die bis zum Tilsiter Frieden erfolgreich abgewehrte Belagerung wurden der greise Kommandant Loucadou, von Gneisenau, von Schill und Nettelbeck. Dieser Erfolg wurde im nationalsozialistischen Propagandafilm Kolberg glorifiziert.
Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress gehörte die Stadt Colberg (damalige Schreibweise) 1816 zum Kreis Fürstenthum im Regierungsbezirk Cöslin (seit den 1920er Jahren: Köslin) in der preußischen Provinz Pommern. Mit Auflösung des Kreises Fürstenthum zum 1. September 1872 wurde Colberg Sitz des Landrates für den neuen Kreis Colberg-Cörlin.
Die Festung Kolberg war immer wieder Haftort für bekannte Persönlichkeiten wie Friedrich Ludwig Jahn (Turnvater Jahn), Arnold Ruge.
Das 19. Jahrhundert war gekennzeichnet durch einen langen wirtschaftlichen Aufschwung und die Entwicklung Kolbergs zu einem preußischen See-, Moor- und Solebad. 1872 wurde die Festung auf kaiserliche Anordnung aufgehoben. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die etwa 33.000 Einwohner große Stadt einerseits prosperierender Badeort, andererseits Sitz von preußischen Heeresleitungsabteilungen mit zahlreichen Kasernen.
1891 wurde durch amtliche Festlegung die Schreibweise der Stadt mit K = Kolberg angeordnet. Am 1. Mai 1920 verließ die Stadtgemeinde Kolberg den Kreis Kolberg-Körlin und bildete seitdem einen eigenen Stadtkreis. Bei der letzten deutschen Volkszählung 1939 hatte Kolberg 36.760 Einwohner, von denen sich 94 % zum evangelischen Glauben bekannten.
Ende Januar 1945 wurde in Berlin und La Rochelle Veit Harlans Kolberg, der bis dato teuerste und aufwendigste deutsche Monumentalfilm, uraufgeführt. In diesem in Agfacolor gedrehten nationalsozialistischen Propaganda- und Durchhaltefilm, in dem die Geschichte der Stadt während der Napoleonischen Kriege im Sinne der Nationalsozialisten missbraucht wurde, wirkten unter anderem Kristina Söderbaum und Heinrich George mit. Bei den Kämpfen um die Stadt am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Kolberg zu 90 Prozent zerstört. Nach der Vertreibung lebten im Mai 1945 nur noch etwa 2.200 Deutsche in Kolberg. Die neu hinzuziehenden polnischen Bürger der in Kołobrzeg umbenannten Stadt mussten die vollständig zerstörte Infrastruktur neu aufbauen.
1950 hatte die Stadt etwa 7.000 Einwohner, 1960 waren es bereits 17.000. Ab 1975 erfolgte eine Wende in der Baupolitik Kołobrzegs. Statt größerer Plattenbauten entstehen seitdem wieder vorwiegend kleinere Häuser auf dem alten, historischen Straßenraster.
In den letzten Jahren sind in der Innenstadt von Kołobrzeg viele Gebäude in einem altstadtgemäßen Stil errichtet worden, der Fremdenverkehr hat deutlich zugenommen.
Die Landgemeinde (polnisch Gmina wiejska) Kołobrzeg umfasst eine Fläche von 145 km² und hat 7.500 Einwohner. Es gehören folgende 22 Ortschaften dazu:
Auf dem Gebiet der Gemeinde Kołobrzeg liegt auch der nahe der Ostsee gelegene Kamper See (polnisch: Jezioro Resko Przymorskie), der ein beliebtes Erholungs- und Angelzentrum ist. Die Gmina pflegt eine Partnerschaft mit der Gemeinde Ferdinandshof in Mecklenburg-Vorpommern. Die Stadt Kołobrzeg selbst gehört der Gmina nicht an, sie bildet eine eigene Stadtgemeinde.
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