Kognitive Linguistik

Kognitive Linguistik meint einen Forschungszweig der Linguistik, der den wichtigsten Teil der Sprache in angeborenen und durch Evolution weiterentwickelten Einheiten sieht. Die kognitive Linguistik bemüht sich um Erklärungen, die sich mit den zeitgenössischen Erkenntnissen über Gehirn und Geist des Menschen vereinbaren lassen und diese eventuell noch vertiefen.

Das Grundprinzip hinter diesem Forschungszweig der Linguistik besagt, dass in Bezug auf Sprache sowohl deren Struktur und Erlernen als auch Gebrauch hinsichtlich des menschlichen Denkens im Allgemeinen erklärt werden müssen. Im Fokus der Betrachtungen stehen also all jene Prozesse, die nicht nur mit der Sprache an sich, sondern vielmehr auch mit allen anderen Aspekten menschlicher Intelligenz zusammenhängen.

Die kognitive Linguistik geht davon aus, dass Sprache angeboren und in einer bestimmten Region des Gehirns verortet ist. Dies kann als Weiterentwicklung der Sapir-Whorf-Hypothese betrachtet werden, insofern als sich Sprache und Denken nicht nur gegenseitig beeinflussen, sondern auch „verkörperte Erfahrung“ sind, die von bestimmten Faktoren der betreffenden Hirnregionen beeinflusst werden.

Forschungsrichtungen

Die kognitive Linguistik lässt sich in zwei Teilgebiete aufgliedern, die sich gegenwärtig einander annähern, da die Linguisten ihre gegenseitige Abhängigkeit voneinander verstanden haben:

  • Kognitive Semantik, die sich hauptsächlich mit der lexikalischen Semantik befasst
  • kognitive Grammatiktheorien, hauptsächlich beschäftigt mit Syntax, Morphologie und anderen eher grammatisch orientierten Gebieten
  • kognitive Phonologie

Einige Aspekte des Denkens, die für die kognitive Linguistik von Bedeutung sind, beinhalten:

Einige Arbeiten, die sich mit den genannten Themen befassen:

Mehr noch als die Genannten, versucht die kognitive Linguistik, all diese Richtungen zu einem stimmigen Ganzen zu vermengen. Schwierigkeiten entstehen dabei unter anderem dadurch, dass die Terminologie der kognitiven Semantik nur bedingt als stabil bezeichnet werden kann. Dies begründet sich zum einen dadurch, dass hier eine relativ junge wissenschaftliche Disziplin vorliegt und zum anderen durch die vielen Schnittstellen, die zwischen ihr und anderen Gebieten bestehen.

Erkenntnisse aus der kognitiven Linguistik werden zunehmend auch als Möglichkeiten der Analyse literarischer Texte akzeptiert. So wurde etwa die kognitive Poetik zu einem wichtigen Teil der modernen Stilistik.

Weblinks

Literatur

Quelle:
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