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Konfuzius-Statue von Liu Shih auf dem Confucius Plaza in New York-Chinatown
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Kǒng Zǐ (chin. 孔子, transkribiert: Kong Tse; Wade-Giles: K'ung-tzû, „Meister Kong“) war ein chinesischer Philosoph und Begründer des Konfuzianismus. Sein eigentlicher Name war 孔夫子 Kǒng Fū Zǐ, (höflichere Anrede) zu Deutsch Meister Konfuzius – die Endung -us hat ihren Ursprung darin, dass seine Texte zuerst von Jesuiten ins Lateinische übertragen wurden. Auch die Bezeichnung Hoang-Dzuy Vo, zu Deutsch Meister Suti, erscheint in einigen Quellen.
Er lebte vermutlich von 551 v. Chr. bis 479 v. Chr. und wurde unter dem Namen Kong Qiu (Wade-Giles: K'ung Ch'iu) in der Stadt Qufu im chinesischen Staat Lu (鲁, die heutige Provinz Shandong) geboren, wo er auch starb.
Die Familie Kong besteht weiterhin in gerader Linie und dürfte damit eine der ältesten nachgewiesenen Familien der Welt sein. Ein Nachfahre der 75. Generation lebt heute in Taiwan. Auch eine Familie Kong in Qufu führt ihren Stammbaum auf Konfuzius zurück.
Konfuzius gründete eine Schule für Philosophie. Der zentrale Wert seiner Lehren war die Ordnung, die seiner Meinung nach durch Achtung vor anderen Menschen und Ahnenverehrung erreichbar sei. Im Mittelpunkt seines Denkens stand der „Edle“ (君子 junzi), ein moralisch einwandfreier Mensch. Der Gedanke der Harmonie spielt eine bedeutende Rolle in seiner Weltanschauung: „Den Angelpunkt zu finden, der unser sittliches Wesen mit der allumfassenden Ordnung, der zentralen Harmonie vereint“, sah Konfuzius als das höchste menschliche Ziel an. „Harmonie und Mitte, Gleichmut und Gleichgewicht“ seien das Ziel.
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Zwei Jahre nach seiner Geburt, 551 v. Chr., im Staat Lu, dem heutigen Shandong, starb sein Vater und der junge Konfuzius erhielt 539–533 v. Chr. Privatunterricht bei seinem Großvater. Mit 19 Jahren erfolgte die Heirat und in den Jahren 532–502 v. Chr. war er u. a. als Scheunenaufseher sowie anderen niedrigen Anstellungen tätig.
Seine Mutter starb 529 v. Chr. Nach einem angeblichen Treffen mit Laozi in Luoyang 518 v.Chr. musste er zwei Jahre später die Flucht vor internen Machtkämpfen ergreifen und Exil im Nachbarstaat Qi suchen. Nach seiner Rückkehr nach Lu begann etwa 500 v. Chr. der politische Aufstieg des Konfuzius. Er wurde zunächst Bauminister und dann Justizminister von Lu und schließlich 498 v.Chr. stellvertretender Kanzler.
497 v. Chr. nimmt Herzog Ding von Lu 80 Singmädchen als Geschenk des Nachbarstaates Qi entgegen, woraufhin Konfuzius abermals ins Exil geht. Nun beginnt eine 13-jährige Wanderschaft durch verschiedene Staaten. Er besucht nacheinander
Erst 484 v. Chr. erfolgt die Zurückberufung nach Lu. Dort erlebt er 482 v. Chr. den Tod seines Sohnes Bo Yu und 481 v. Chr. den Tod von Yan Hui und die Ermordung des Herzogs von Qi. Dies wird auch als der Beginn der „Zeit der Streitenden Reiche“ bezeichnet. 480 v. Chr. stirbt sein Schüler Zilu auf dem Schlachtfeld und ein Jahr später stirbt auch Konfuzius selbst.
Über das Leben und Wirken des Konfuzius informiert vor allem ein ausführliches Kapitel in den Historischen Annalen (Shiji) von Sima Qian, der Jahrhunderte später während der Han-Dynastie lebte und schrieb.
Die Vorfahren des Konfuzius waren die Könige von Shang, denen der König von Zhou nach dem Sturz der Shang-Dynastie das Lehen von Song gegeben hatte. Die Familie verarmte jedoch später. Bereits in früher Jugend verlor Konfuzius seinen Vater und wurde von seiner Mutter allein aufgezogen.
Mit 19 Jahren heiratete Konfuzius und trat in den Dienst des Staates Lu ein. Mit 50 Jahren soll es ihm gelungen sein, einen Ministerposten zu erlangen. Diesen Posten soll er jedoch bereits ein paar Jahre später wieder enttäuscht quittiert haben. Anschließend zog er mit seinen Schülern als Wanderlehrer von einem Lehnsstaat zum anderen und wirkte als Berater an verschiedenen Fürstenhöfen. Drei Jahre vor seinem Tod kehrte er in seinen Heimatstaat Lu zurück. Erfolg war ihm nicht beschieden. Erst seine Schüler bauten seine Lehre aus und gewannen Einfluss.
Dass es schwierig ist, ein klares Bild von Konfuzius zu zeichnen, liegt daran, dass er kein einziges schriftliches Werk hinterlassen hat. Ähnlich wie bei Jesus wurden seine Lehren erst ca. 100 Jahre später von seinen Anhängern niedergeschrieben. Am meisten über seine Gedankenwelt erfahren wir aus den Gesprächen (Lunyu), in denen viele seiner Aussprüche überliefert sind.
Das einflussreichste Werk der ostasiatischen Geistesgeschichte ist das Lunyu. Es enthält die vier Grundbegriffe des Konfuzius:
Außerdem wird dem Lernen eine hohe Priorität eingeräumt. Das erste Wort des Lunyu ist „lernen“:
| Original | Pinyin | Übersetzung |
|---|---|---|
| 「学而时习之, 不亦悅乎? |
Xue er shi xi zhi, bu yi yue hu? |
Lernen und es von Zeit zu Zeit wiederholen, ist das nicht auch eine Freude? |
| 有朋自远方来, 不亦乐乎? |
You peng zi yuan fang lai, bu yi le hu? |
Wenn ein Freund von weit her kommt, ist das nicht auch eine Freude? |
| 人不知而不愠, 不亦君子乎?」 |
Ren bu zhi er bu yun, bu yi junzi hu? |
Von den Menschen verkannt zu werden, aber sich nicht zu grämen, ist das nicht die Haltung eines Edlen? |
Der Konfuzianismus ist eine der philosophisch-politischen Strömungen Chinas, die sich als Antwort auf eine tief greifende Krise der Gesellschaft herausgebildet haben. Der Begriff Konfuzianismus ist allerdings eine westliche Prägung ohne genaues chinesisches Äquivalent. Der nächste chinesische Ausdruck Kongjiao (孔教 „Konfuzius-Lehre“), gebildet analog zu Fojiao (佛教 Buddha-Lehre) und Daojiao (道教 Dao-Lehre), bezieht sich auf den religiösen Kult, der um die Person des Stammvaters der Schule, Kong Qiu (孔丘, 551–479 v. Chr.), lateinisch Konfuzius (孔夫子 nach Kong Fuzi „Lehrer Kong“), betrieben wurde. Der in China gebrauchte Begriff Rujia (儒家) lässt sich wörtlich als „Schule (家 jia) der Sanftmütigen (儒 ru)" verstehen, wobei „Sanftmütiger“ für den Gelehrten steht, der sich mit seinem Geist statt mit Gewalt für seine Sache einsetzt. Der Schwierigkeit zu bestimmen, was „Konfuzianismus“ überhaupt sei, steht eine sehr undifferenzierte Alltagsverwendung des Begriffs im Westen gegenüber. Das Etikett „konfuzianisch“ wird hier meist für das ethische System verwandt, welches (durchaus nicht unumstrittenerweise) dem Verhalten von vor „konfuzianischem“ Hintergrund aufgewachsener Chinesen (oder Koreanern) zugrundegelegt wird. Dabei ist zu bedenken, dass die meisten Verwender dieses Begriffes selber keinerlei Vorstellungen darüber haben, was diesen ‚Konfuzianismus‘ kennzeichnen könnte. Ähnliche Tendenzen sind im Zuge der Öffnung der chinesischen Märkte im Übrigen auch in China beobachtbar, wo Konfuzius seit Anfang der Neunzigerjahre wieder hoffähig ist. (Hier dienen sie als ein im Grunde genommen haltloses „Erklärungsmodell“ für das schnelle Wirtschaftswachstum und haben apologetische Funktion für das rasante Anwachsen sozialer Ungleichheit – betont Konfuzius doch die Segnungen einer stabilen politischen Ordnung).
Die Lehren des Konfuzius wurden von Zeng Zi an Zi Si, dem Enkel des Meisters, weitergegeben. Nach dessen Tod durch seine Schüler an Menzius.
Die Tradition nennt 77 herausragende Schüler des Konfuzius. Von diesen zeichneten sich Yan Yuan, Min Ziqian, Ran Boniu und Zhong Gong im Bereich der Tugendlehre aus. Ran You und Ji Lu waren bewandert in Regierungsangelegenheiten. Zai Wo und Zi Gong waren gute Redner, während Zi You und Zi Xia für ihre Kenntnis der Literatur bekannt waren.
Besonders erwähnt werden folgende Schüler:
Vgl. den Artikel der englischen Wikipedia: Wikipedia: Disciples of Confucius.
Es gibt die so genannten Fünf Klassiker des Konfuzianismus, deren Studium von Konfuzius empfohlen wird:
Angeblich wurden diese Bücher von Konfuzius ediert.
Neo-Konfuzianismus – Lunyu – Qufu – Menzius – Vier Bücher
| Commons: Konfuzius – Bilder, Videos und Audiodateien |