Korinthische Ordnung

Korinthische Säulenordnung
Korinthische Säulenordnung
Erzählung Vitruvs zum Ursprung der korinthischen Ordnung, illustriert in Claude Perraults Vitruvius, 1684
Erzählung Vitruvs zum Ursprung der korinthischen Ordnung, illustriert in Claude Perraults Vitruvius, 1684

Die Korinthische Ordnung ist eine der fünf klassischen Säulenordnungen. In der Hierarchie der Säulenordnungen nimmt sie den Platz zwischen der ionischen und der kompositen Ordnung ein.

Inhaltsverzeichnis

Historische Entwicklung

Die Korinthische ist die jüngste und verspielteste der drei Baustile der antiken griechischen Architektur. Ihre Form wird abgeleitet aus dem Bärenklau (Akanthus).

Zur Entstehung ist folgende Geschichte überliefert: Eine jungfräuliche Korintherin erkrankte und starb. Voller Trauer sammelte ihre alte Amme die Spielsachen, die die Verstorbene in ihrer Kindheit besonders geliebt hatte, in einen Korb und stellte diesen auf das Grab. Damit die Sachen unter freiem Himmel nicht so schnell zu Schaden kommen würden, legt die Amme eine steinerne Platte zur Abdeckung auf den Korb. Der Korb stand aus Zufall über einer Akanthuspflanze, deren Triebe an den Korbseiten emporwuchsen. Dies sah im Vorübergehen Kallimachos, ein Maler und Bildhauer aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. und ließ sich davon zum Schaffen des korinthischen Kapitell inspirieren.

Das älteste bekannte Kapitel korinthischer Ordnung ist am Tempel des Apollo Sosianus zu finden, erbaut um 420 v.Chr.[1].

Aufbau der korinthischen Ordnung

Der untere Teil des Kapitells der Säulen ist aus 16 stilisierten Akanthusblättern gebildet, von denen die Hälfte auf halber Höhe endet, die übrigen acht höher geführt werden. Daraus entwickeln sich Volutenpaare, die sich an den Ecken bzw. in der Mitte einer jeden Ansichtsfläche begegnen. Die Eckvoluten tragen die Abdeckplatte, deren Kante nach Innen geschwungen ist. Das Gebälk ist dreigeteilt in Epistyl, Relieffries und Zahnschnitt.

Architekturgeschichte

Der römische Architekturtheoretiker Marcus Vitruvius Pollio (Vitruv) sieht in der korinthischen Säule die jungfräuliche mädchenhafte Zartheit.

Siehe auch

Quellen

  1. Wilfried Koch: Baustil Kunde. Orbis Verlag, München 1994
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