| Kostroma | |
|---|---|
| Staat: | Russland |
| Föderationskreis: | Zentralrussland |
| Föderationssubjekt: | Oblast Kostroma |
| Einwohner: | 277.191 (2004) |
| Höhe: | 98-110 m ü. NN |
| Postleitzahlen: | |
| Telefonvorwahl: | +7 (49 42) |
| Geografische Lage: | 57° 46' N, 40° 56' O |
| Kfz-Kennzeichen: | 44 |
| Liste der Städte in Russland | |
Die russische Stadt Kostroma (russisch Кострома́) ist ein Wahrzeichen Russlands mit 277.191 Einwohnern (Stand 2004); davon rund 10.000 Studenten. Die Stadt liegt 350 Kilometer nordöstlich von Moskau und ist Teil der Städte der touristischen Route Goldener Ring. Sie ist die Hauptstadt der Oblast Kostroma. Die geographischen Koordinaten sind: 57,77° Nord, 40,93° Ost.
Inhaltsverzeichnis |
Am Zusammenfluss der Wolga und des Flusses Kostroma gelegen, ist die Stadt nur fünf Jahre jünger als Moskau. Sie wurde (ebenso wie Moskau) von dem russischen Fürsten Juri Dolgoruki 1152 gegründet. Kostroma gehört zum Goldenen Ring Russlands, die russischen Zaren Romanow stammen aus Kostroma.
Die gesamte Altstadt ist ein klassizistisches Freilichtmuseum, eine Reißbrettstadt ohne Beispiel. Außer den klassizistischen Prachtbauten gibt es weitere Bauwerke verschiedener Epochen.
In diesem Kloster hielt sich Michail Romanow auf, als ihn im Januar 1613 die Nachricht erreichte, dass er vom Moskauer Semski Sobor zum Zaren gewählt wurde. Als Michail war er der erste Zar der Romanow-Dynastie, die bis zur Oktoberrevolution die Zaren stellte. Im Kloster befindet sich ein Palais aus dem 17. Jahrhundert, das Romanow-Palais. Im 19. Jahrhundert wurde das Kloster im Zuge des aufkommenden Historismus vom Architekten Konstantin Andrejewitsch Thon, der auch die Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau errichtete, umgebaut und erweitert, durch das Erzbischöfliche Palais, die Crysanthos- und die Darja-Tor-Kirche sowie den Glockenturm.
Das Kloster zu Christi Erscheinen (russisch: Epiphany Monastir), ein weiteres Schmuckstück, das durch die Kathedrale des Erscheinens Christi aus den Jahren 1559-1565 gekrönt wird, ist ein Gesamtkunstwerk aus vielen Epochen. Es wurde 19. Jahrhundert weiter ausgebaut.
Die Christi-Verklärungs-Kirche, ein eigentümlich gedrungenes Ensemble von 1685, die Christi-Auferstehungs-Kirche im Walde 1652, welche ein schönes Beispiel für den außergewöhnlichen Reichtum an Zierformen in der russischen Architektur des 17. Jahrhunderts ist, sowie die Elias-Kirche gehören zu den schönsten überhaupt.
Kloster zu Christi Erscheinen mit der Kathedrale des Erscheinens Christi aus den Jahren 1559-1565 mit Erweiterungen aus dem 19. Jahrhundert.
Der Kern des klassizistischen Handelszentrums besteht aus den Mehlreihen von 1789 bis 1793, den Pfefferkuchenreihen und den Fischreihen, langgestreckte Gebäude mit Innenhof über dem Grundriss eines großen Rechtecks, in denen die Kaufleute ihre Waren anboten. Die Schönen Reihen stellen zusammen ein schönes frühklassizistisches Ensemble dar. Die Erlöser-Kirche in den Reihen mit ihrem klassizistischen Glockenturm, der mit seinem dorischen Portikus den Auftakt zum Handelszentrum bildet, ist ein außerordentliches Bauwerk.
Auch der Empire ist in der Stadt reichlich vertreten, mit den Ölreihen und den Tabakreihen von 1819, deren Entwurf von Wassili Petrowitsch Stassow stammt. Der Feuerwachturm von 1823 (siehe Foto), die Hauptwache, das Gerichtsgebäude, das Palais des Generals Borschtschow, die Gouvernementsverwaltung, 1806-1808 von Adrian Sacharow, der auch die Admiralität in Sankt Petersburg errichtete, bilden einen extraordinären Rahmen um die Handelsreihen. Das Kunstmuseum in dem Haus der Adelsversammlung, ein klassizistisches Palais, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im historischen Stil umgebaut .
Dies alles macht das klassizistische Zentrum der Stadt zu einem der auf der Welt wenigen rein klassizistischen erhaltenen Ensembles, die gesamte Altstadt ist aber ein Sammelsurium aus nahezu allen Kunstrichtungen der Architektur. Neben dem Kloster befindet sich ein Freilichtmuseum für Holzbaukunst mit historischen Holzhäusern und Holzkirchen typisch russischer Bauart. Ein weiteres Wahrzeichen ist die Feuerwache und die Christi-Auferstehungs-Kathedrale im Walde, ein schönes Beispiel für den außergewöhnlichen Reichtum an Zierformen im russischen Kirchenbau des 17. Jahrhunderts (siehe Foto).
Kostroma blieb von Kriegszerstörungen weitgehend verschont und feierte im Jahr 2002 sein 850-jähriges Stadtjubiläum. Nach einem Großbrand wurde der Stadtkern von Zarin Katharina II. (Katharina die Große) in einer charakteristischen fächerförmigen Struktur wiederaufgebaut.
Zu Michail Romanow siehe oben. Der Regisseur Andrei Tarkowski wurde in Kostroma geboren, der Schriftsteller Alexander Solschenizyn leistete seinen Militärdienst in Kostroma. Der islamische Denker Said Nursi aus der Türkei war hier von 1916 bis 1918 als Kriegsgefangener interniert.
In Kostroma unterhält das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) ein Aus- und Weiterbildungszentrum im Rahmen einer Regionenpartnerschaft.
Die Haupterwerbszeige sind Textilindustrie, (Flachsverarbeitung), Leichtindustrie, Automobilzulieferung, Holzverarbeitung und Landwirtschaft, die von dem wenig industriell erschlossenen Hinterland der Oblast profitieren. Eine der wichtigsten Mineralwasserquellen Russlands befindet sich in der Oblast Kostroma. Im etwa 70 Kilometer entfernten Krasnoje-na-Wolge befindet sich ein Juwelierkombinat.
Noch 1983 wurde begonnen, ein Kernkraftwerk vom Typ RBMK zu bauen. Nach der Katastrophe von Tschernobyl wurden die Bauarbeiten eingestellt.
| Commons: Кострома – Bilder, Videos und Audiodateien |
Kostroma
Antropowo | Bui | Galitsch | Krasnoje-na-Wolge | Kologriw | Makarjew | Manturowo | Neja | Nerechta | Scharja | Soligalitsch | Sudislawl | Tschuchloma | Wolgoretschensk