Kranenburg (Niederrhein)

Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Kranenburg
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Kranenburg hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Kleve
Koordinaten: 51° 47′ N, 6° 0′ O
Höhe: 21 m ü. NN
Fläche: 76,96 km²
Einwohner: 9844 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 128 Einwohner je km²
Postleitzahl: 47559
Vorwahlen: 0 28 26 und 0 28 21
Kfz-Kennzeichen: KLE
Gemeindeschlüssel: 05 1 54 040
Gemeindegliederung: 9 Ortschaften: Kranenburg, Nütterden, Schottheide, Mehr, Frasselt, Zyfflich, Wyler, Niel, Grafwegen
Adresse der Gemeindeverwaltung: Klever Straße 4
47559 Kranenburg
Webpräsenz:
Bürgermeister: Günter Steins (CDU)

Die Gemeinde Kranenburg liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf. Sie liegt an der niederländischen Grenze bei Nimwegen und ist Mitglied der Euregio Rhein-Waal.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Gemeindegebiet

Die Gemeinde Kranenburg hat eine Gemeindefläche von 77 km² mit ungefähr 9.800 Einwohnern.

Sie gliedert sich in folgende Ortsteile (nach Einwohnerzahl):

Nachbargemeinden/-städte

Die Gemeinde Kranenburg grenzt im Nord-Westen an die Gemeinde Millingen am Rhein (Provinz Gelderland, NL), im Osten an die Stadt Kleve, im Süden an die Stadt Goch, im Westen an de Gemeinde Ubbergen (Provinz Gelderland, NL) und im Süd-Westen an die Stadt Groesbeek (Provinz Gelderland, NL).

Geschichte

Kranenburg im Jahr 1563. Ansicht vom Hochaltar der katholischen Pfarrkirche
Kranenburg im Jahr 1563. Ansicht vom Hochaltar der katholischen Pfarrkirche

Kranenburg entstand im 13. Jahrhundert als Gründung der Klever Grafen. Eine Burg Kranenburg ist erstmals 1270 belegt; spätestens 1277 hat eine Kirche bestanden. 1294 besaß der Ort Stadtrecht. Durch die Auffindung des „Wundertätigen Kreuzes“ 1308 wurde Kranenburg zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. 1370 fiel das Land Kranenburg, das zwischenzeitlich an die Herren von Horn verpfändet gewesen war, an die Klever Hauptlinie zurück. Zu dieser Zeit besaß die Stadt Kranenburg eine erste Befestigung. Um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert wurden eine neue Burg und eine steinerne Befestigungsanlage mit zwei Toren und einer bislang ungeklärten Zahl von Türmen errichtet, der südlichste als Stadtwindmühle. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts erlebte die Stadt eine Blütezeit, die ihren Ausdruck im Bau einer großen gotischen Kirche fand. 1436 wurde das Zyfflicher Martinsstift nach Kranenburg verlegt, 1445/46 ein Schwesternkonvent als Filiale des Klever Schwesternhauses vom Berg Sion in der Kranenburger Mühlenstraße eingerichtet. Mehrere Stadtbrände und Hochwasserkatastrophen brachten den Ort seit dem Ausgang des Mittelalters um seinen früheren Wohlstand. Mit dem Aussterben des Jülich-Kleve-Bergischen Herzoghauses 1609 fiel Kranenburg mit dem Herzogtum Kleve an Brandenburg-Preußen. Um 1650 wurde eine reformierte Gemeinde in Kranenburg gegründet, die 1723 eine kleine Kirche beziehen konnte. Kranenburg blieb bis ins 20. Jahrhundert stark von der Landwirtschaft geprägt.

Gebietsreform

Die Gemeinde Kranenburg entstand in der heutigen Form am 1. Juli 1969 beim 1. kommunalen Neugliederungsprogramm in Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinden Kranenburg (mit Nütterden, Frasselt, Schottheide und Grafwegen), Wyler und Zyfflich des Amtes Kranenburg sowie die Gemeinden Mehr und Niel des Amtes Rindern wurden zur neuen Gemeinde Kranenburg zusammengeschlossen.

Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge des 2. Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen der Altkreis Kleve mit dem ehemaligen Kreis Geldern und Teilgebieten der Kreise Moers und Rees zum neuen niederrheinischen Großkreis Kleve zusammengefügt.

Politik

Seit der letzten Kommunalwahl am 26. September 2004 gehören dem Rat 15 Mitglieder der CDU (55,7 %), 8 Mitglieder der SPD (27,6 %), 2 Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen (7,4 %) sowie 3 Mitglieder der FDP (9,3 %) an. Zwischenzeitlich schied ein Mitglied der CDU-Fraktion aus und ist jetzt fraktionslose Mandatsträgerin.

Bürgermeister ist Günter Steins (CDU). Stellvertretener Bürgermeister ist Jürgen Franken (SPD)

Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche St. Peter und Paul in Kranenburg (15. Jahrhundert)
Pfarrkirche St. Peter und Paul in Kranenburg (15. Jahrhundert)
St. Martinskirche in Zyfflich (11. Jahrhundert)
St. Martinskirche in Zyfflich (11. Jahrhundert)

Kranenburg

Zyfflich

Niel

  • katholische Pfarrkirche St. Bonifatius

Mehr

  • katholische Kirche St. Martin
  • Burg Zelhem

Frasselt

  • katholische Kirche St. Antonius

Nütterden

  • katholische Pfarrkirche St. Antonius

Wyler

  • alte und neue katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist

Presse

Örtliche Presseberichterstattung erfolgt in der Neuen Rhein Zeitung dem Kurier am Sonntag und der Rheinischen Post.

Naturschutzgebiet Kranenburger Bruch
Naturschutzgebiet Kranenburger Bruch

Naturschutz

Die NABU-Naturschutzstation engagiert sich besonders für den Schutz der Wildgänse, die in großer Zahl in den Feuchtgebieten der Düffel bei Kranenburg leben oder überwintern.

Verkehr

Flugverkehr

Die nächstgelegenen Flughäfen sind der Flughafen Niederrhein in Weeze und der Flughafen Düsseldorf International.

Busverkehr

Im kommunalen Personennahverkehr verkehrt die Regionalbuslinie 58 zwischen Kleve und Nimwegen.

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (VGN) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Bahnverbindung

Bis 1991 bestand eine Eisenbahnverbindung, die Nimwegen über Kranenburg mit Kleve verband. Der Kranenburger Bahnhof beherbergt heute das „Caféhaus Niederrhein“ sowie das „Besucherzentrum De Gelderse Poort Kranenburg“, eine Informationsstelle der Gemeinde Kranenburg und des NABU. Der Betrieb auf der 1912 eröffneten Straßenbahnstrecke Kleve-Kranenburg-Wyler war schon 1960 eingestellt worden.

Straßen

Die Große Straße während der Umgestaltung 2006
Die Große Straße während der Umgestaltung 2006

Im Fernstraßenbereich ist Kranenburg an die Bundesstraßen 9 und 504 angebunden. Nach der Umgestaltung der "Großen Straße" im Jahr 2006 wurde das Zentrum der Ortschaft als verkehrsberuhigte Zone umgewidmet. Der Verkehr zwischen Kleve und Nimwegen wird nun über eine Umgehungsstraße um den Ort herum geleitet.

Wochenmarkt

Zu einem Highlight entwickelte sich der Kranenburger Wochenmarkt, der seit dem 11. Mai 2007 immer freitags stattfindet. Dieser entwickelte sich zu einem Treffpunkt von Jung und Alt mit vielen Besuchern aus den umliegenden deutschen und niederländischen Gemeinden.

Vereine

  • Turn- und Sportverein (TuS) 07 Kranenburg e.V.
  • Kranenburger Jugendreisen e.v.
  • Bürgerschützenverein Schottheide e.V.
  • Bühnenfreunde Mehr e.V.
  • Freiwillige Feuerwehr LZ Kranenburg
  • Freiwillige Feuerwehr LG Wyler
  • Freiwillige Feuerwehr LZ Nütterden
  • Freiwillige Feuerwehr LG Frasselt
  • Freiwillige Feuerwehr LG Mehr
  • Freiwillige Feuerwehr LG Niel
  • Freiwillige Feuerwehr LG Zyfflich
  • Schützenverein Frasselt e.V.
  • Schützenverein Kranenburg e.V.
  • Stüppkesmarkt e.V.
  • Karate-Verein "Kakunen Musho" Kranenburg e.V.
  • Musikverein Kranenburg e.V.
  • Guck-Mal-Theater Kranenburg
  • Schützenverein Mehr e.V.
  • Kranenburger Tennis-Club Rot-Gelb e.V.
  • Tischtennis-Club (TTC) Kranenburg e.V.
  • Verein für Heimatschutz 1922 e.V. Kranenburg
  • Musikzug der Allgemeinen Schützengesellschaft Nütterden e.V.
  • Förderverein der Alten Schule Nütterden e.V.
  • Allgemeine Schützengesellschaft Nütterden e.V.
  • SV 1927 Nütterden e.V.

Weblinks

Literatur

  • Robert Scholten, Cranenburg und sein Stift, Kleve 1902.
  • Kirchbauverein Kranenburg (Hg.), Kranenburg. Ein altes Heiligtum des Niederrheins, Kranenburg 1950.
  • Friedrich Gorissen, Kranenburg. Ein Heiligtum des Niederrheins, Kranenburg 1953.
  • Verein für Heimatschutz (Hg.), Kranenburg. Ein Heimatbuch, Kranenburg 1984.
  • Verein für Heimatschutz (Hg.), Geschichte im Turm. Katalog zur ortsgeschichtlichen Ausstellung im Mühlenturm Kranenburg, Kranenburg 2006.


Quelle:
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