Das Krassowski-Ellipsoid ist nach dem russischen Geodäten Feodossi Krassowski (oft auch Krasovsky geschrieben) benannt und bezeichnet ein im früheren Ostblock bis heute häufig benütztes Referenzellipsoid zur Annäherung der tatsächlichen Form der Erde.
Es wurde in den späten 1930er Jahren aus Daten berechnet, welche die Datengrundlagen früherer Ellipsoide (Bessel 1841, Hayford 1909) um Vermessungsnetze und astrogeodätische Daten der Sowjetunion ergänzte. Es liegt – wie untenstehende Tabelle zeigt – in der Qualität zwischen seinen Vorgängern und den modernen Werten: Nur die Werte von Helmert 1906 sind global noch etwas besser, was sich aber erst um 1960 klärte.
Ein Anwendungsbeispiel ist die Sowjetische Generalstabskarte.
| Erdellipsoid | große Achse a in Meter | kleine Achse b in Meter | 1/Abplattung f |
|---|---|---|---|
| G. B. Airy 1830 | 6.377.563,4 m | 6.356.256,91 | 299,3249646 |
| Bessel 1841 | 6.377.397,155 | 6.356.078,965 | 299,1528128 |
| Clarke 1880/IGN | 6.378.249,15 | 293,465 (466) | |
| Helmert 1906 | 6.378.200,000 | (nahe bei GRS80!) | 298,3 |
| Internat. 1924 Hayford | 6.378.388,000 | (publ. 1909) | 297,0 |
| Krassowski 1940 | 6.378.245,000 | 298,3 | |
| Internat. 1967 Luzern | 6.378.165,000 | (erstmals +Satelliten) | |
| GRS 80 Geodätisches Referenzsystem | 6.378.137,000 | (ca. = WGS 84) | 298,257222¹ |