Ein Kreuzreim ist ein Arrangement von Endreimen, bei dem zwei sich jeweils reimende Verszeilenpaare ineinander verschränkt sind. Das Reimschema sähe nach den literarischen Konventionen in Kleinbuchstaben wie folgt aus:
abab
Der erste Vers reimt sich erst auf den dritten Vers und der zweite auf den vierten:
Man darf dem Tag nicht vor dem Abend dankbar sein (a)
Und soll das Schicksal nicht für alles loben (b)
Ein Gutes kommt selten allein, (a)
und alles Unglück kommt von oben (b)
(Zit. nach Fred Ensinkat, Sprichwörter, 1992)
Conrad Ferdindand Meyer (1882) "Zwei Segel"
Zwei Segel erhellend
Die tiefblaue Bucht!
Zwei Segel sich schwellend
Zu ruhiger Flucht!
Wie eins in den Winden
Sich wölbt und bewegt,
Wird auch das Empfinden
Des anderen erregt.
Begehrt eins zu hasten,
Das andre geht schnell,
Verlangt eins zu rasten
Ruht auch sein Gesell.