Kunz (Konrad) von Kaufungen (* um 1410 auf Schloss Kaufungen, heute Teil der Stadt Limbach-Oberfrohna, † 14. Juli 1455 in Freiberg) war ein sächsischer Adliger. Er ging in die sächsische Geschichte als Initiator des Altenburger Prinzenraubes ein.
Kunz stammte aus dem niedrigen sächsischen Adel. Er war Burgvogt von Altenburg, Besitzer des Schlosses Wolkenburg, der Burg Stein und Besitzer von böhmischen Ländereien. Im Sächsischen Bruderkrieg kämpfte er auf Seiten des Kurfürsten Friedrich der Sanftmütige. Im Rahmen des Fehderechts überfiel er (als Raubritter) Handeskarawanen, um Wilhelm zu schaden. Kunz wurde dann Gefängener der Böhmen, die auf Wilhelms Seite kämpften und kam nach 2 Jahren durch eine Lösegeldzahlung frei.
Danach überwarf er sich mit Kurfürst Friedrich. Beide forderten vom jeweils anderen größere Geldsummen. Das Gericht zu Leipzig gab den Kürfürsten Recht. Kunz fühlte sich zu unrecht behandelt und begann die Planungen zum Prinzenraub, um ein Druckmittel gegen den Kurfürsten zu haben.
In den frühen Morgenstunden des 8. Juli 1455 entführten die Ritter Kunz von Kaufungen, Wilhelm von Schönfeld und Wilhelm von Mosen die beiden sächsischen Prinzen Ernst und Albrecht aus dem Altenburger Schloss. Die Absicht der Entführer, mit den beiden Prinzen nach Böhmen zu seinen Besitzungen unter der Lehnsherrschaft des böhmischen Königs zu gelangen und von dort ein Lösegeld auszuhandeln, scheiterte jedoch schon am ersten Tag. Kunz mit Albrecht und seine Mithelfer mit Ernst trennten sich auf der Flucht. Kunz wurde in der Nähe von Waschleithe gestellt und an das Kloster Grünhain überstellt. Mosen und Schönfeld gaben daraufhin auf. Der Amthauptmann von Zwickau brachte dann Kunz für einen Tag ins Schloss Osterstein (nicht zum Tatort Altenburg). Kaufungen wurde eine Woche später in Freiberg enthauptet.
Die Stelle, an die der abgeschlagene Kopf gerollt sein soll, ist heute noch mit einem schwarzen Pflasterstein gekennzeichnet. Die Augen des steinernen Kopfes am Rathauserker (siehe Foto) sind auf diese Stelle gerichtet.
Der Leichnam wurde auf Beteiben des Meißner Bischofs Caspar von Schönberg, der ein Onkel Kaufungens war, zunächst im Freiberger Dom christlich bestattet. Der Kurfürst ließ ihn von dort aber wieder entfernen.
Kunz Besitzungen wurden eingezogen, seine Familienburg geschleift. Sein Bruder wurde geköpft und seine Kinder wurden vom König von Böhmen aufgezogen.
Karl August Engelhardt: Kunz von Kauffungen, oder der sächsische Prinzenraub, und die Gefangennehmung Johann Friedrichs bey Mühlberg. (Aus der Reihe „Denkwürdigkeiten aus der sächsischen Geschichte, der vaterländischen Jugend gewidmet“). Gerlach, Dresden 1797 (Digitalisat)