Lübben (Spreewald)

Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Lübben (Spreewald)
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Lübben (Spreewald) hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Koordinaten: 51° 57′ N, 13° 54′ O
Höhe: 50 m ü. NN
Fläche: 119,91 km²
Einwohner: 14.557 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15907
Vorwahl: 03546
Kfz-Kennzeichen: LDS
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 316
Stadtgliederung: 6 Ortsteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der Stadtverwaltung: Poststraße 5
15907 Lübben
Webpräsenz:
Bürgermeister: Lothar Bretterbauer (CDU)
Lage der Kreisstadt Lübben (Spreewald) im Landkreis Dahme-Spreewald
Karte

Lübben (Spreewald) (niedersorbisch: Lubin (Błota)) ist die Kreisstadt des Landkreises Dahme-Spreewald in der Niederlausitz im Bundesland Brandenburg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Stadtgliederung

  • Hartmannsdorf
  • Lubolz
  • Neuendorf
  • Radensdorf
  • Steinkirchen
  • Treppendorf

Geschichte

Die Burg Lübben wurde als urbs lubin 1150 erstmals in einer Bestandsaufnahme der Besitztümer des Klosters Nienburg erwähnt. Zwischen 1210 und 1220 wurde das Magdeburger Stadtrecht in Lübben eingeführt. Die Stadtentwicklung wird begünstigt durch die strategisch und logistisch herausragende geografische Lage zwischen Ober- und Unterspreewald.

Paul-Gerhardt-Kirche
Paul-Gerhardt-Kirche

Die Stadt geht um 1300 in das Eigentum des Klosters Dobrilugk (Doberlug) über, unter dessen Herrschaft sie bis 1329 verbleibt. Sie wird dann käuflich durch den Herzog Rudolf von Sachsen erworben. Nach langen kriegerischen Auseinandersetzungen gelangt Lübben 1373 zusammen mit der Niederlausitz unter die Herrschaft Kaiser Karls IV., der das Markgraftum in die Böhmische Krone inkorporiert. Stadtherren von Lübben bleiben aber noch bis 1422 die sächsischen Fürsten. In der Zeit der Hussitenkriege geht die Niederlausitz in die Pfandherrschaft der vom böhmischen König eingesetzten Landvögte über. Lübben wird in dieser Zeit mehr und mehr zu einer freien landesherrlichen Stadt, auch wenn der Landvogt Hans von Polenz (14221437) in der landesherrlichen Burg zu Lübben residiert. Am 18. Oktober 1448 wird die Stadt durch den Markgrafen Friedrich II. (Brandenburg) besetzt. Dieser zwingt die Brüder von Polenz, ihm Stadt und Schloss Lübben für lediglich 10.000 Rheinische Gulden zu verkaufen. Seit 1462 steht Lübben wieder direkt unter der Herrschaft der böhmischen Könige und gelangt als Bestandteil der Krone Böhmen 1526 unter die Herrschaft der Habsburger. Zusammen mit der gesamten Niederlausitz wird Lübben 1623 (endgültig 1635) kursächsisch.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt Lübben und die umliegenden Siedlungen mehrfach Opfer von plündernden und brandschatzenden Truppen verschiedener kämpfender Parteien. Lübben war seit dem 15. Jahrhundert die Hauptstadt des Markgraftums Niederlausitz. Hier hatte der Landvogt seinen Sitz und auch die meisten Landtage der Niederlausitzer Stände wurden in Lübben abgehalten. 1815 wird die Niederlausitz preußisch, das Markgraftum wird der Provinz Brandenburg angeschlossen und Lübben verliert seine Funktion als Hauptstadt der jahrhundertelang autonom gewesenen Region.

Im April 1945 wurde im Angesicht der herannahenden Rote Armee Lübben von der SS zur Festung erklärt. Durch die darauffolgenden heftigen Häuserkämpfe wurde Lübben zu 85 Prozent zerstört. Über 300 Soldaten beider Seiten und 500 Zivilisten verloren ihr Leben.

Heute ist Lübben wieder ein wichtiger Verwaltungsknotenpunkt und Kreisstadt des Landkreises Dahme Spreewald. Es teilt sich allerdings die Ämter mit dem, nahe Berlin liegenden, Königs Wusterhausen. So befindet sich in Lübben das Landratsamt und das Jugendamt, während Königs Wusterhausen beispielsweise das zuständige Finanzamt und eine Jugendarrestanstalt beherbergt.

Politik

Stadtrat/ Stadtverordnetenversammlung

Der Rat der Stadt Lübben besteht aus 26 Ratsfrauen und Ratsherren.

(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003)

Der Bürgermeister ist zurzeit Lothar Bretterbauer (CDU). Er ist seit 31. Mai 1990 Bürgermeister.

Wappen

Das Wappen von Lübben ist ein schwarzer Adler mit roten Fängen und roter Zunge im goldenen Feld.

Städtepartnerschaften

Schlossinsel Lübben
Schlossinsel Lübben

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hauptsehenswürdigkeiten sind neben dem Spreewald einige historische Bauwerke, die in den letzten Jahren wieder originalgetreu restauriert wurden, hierunter das Schloss, das Ständische Landhaus und das Neuhaus. Die Paul-Gerhardt-Kirche erhielt 1988 eine neue Turmhaube, und die Bronzeplastik Paul Gerhardts vor der Kirche wurde restauriert.

Zu Ehren der Städtepartnerschaft zu Neunkirchen im Saarland wurde der Neunkircher Platz und die Schlossinsel umgestaltet.


Grünanlagen

Grünanlagen in Lübben sind neben dem Stadthain und der Liebesinsel die Schlossinsel, die in ihrer heutigen Gestalt seit 1998 existiert. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg sammelten sich dort die Reste der Trümmer, welche der Krieg hinterlassen hatte. Die Insel wurde später umgebaut, so entstanden Flussläufe und eine gestufte Anhöhe. Weiterhin entstand ein Wasserspielplatz und ein weiterer Sandspielplatz. Heute finden dort Konzerte und kulturelle Veranstaltungen statt.

Haus Burglehn am Ort der alten Slawenburg
Haus Burglehn am Ort der alten Slawenburg

Südlich der Stadt befand sich im Mittelalter die Slawenburg Lübben, deren Reste um das Gasthaus Haus Burglehn noch zu erahnen sind.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr


Söhne und Töchter der Stadt

  • Karin Büttner-Janz, deutsche Kunstturnerin
  • Hans Walter Gruhle, deutscher Psychiater
  • Ernst Krahl, deutscher Anglist und Lehrer
  • Waldeck Manasse (1864-1923) deutscher Schriftsteller, Stadtverordneter, Mitglied des Preußischen Landtags
  • Otto Theodor von Manteuffel, preußischer Politiker
  • Robert Oswald von Ulrici (1816 - 1886) , Forstmann, Beamter, Leiter des gesamten preußischen Forstwesens
  • Karl Uschner, deutscher Übersetzer antiker Dichtungen

weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Literatur

  • Johann Wilhelm Neumann: Geschichte der Kreis-Stadt Lübben im Markgrafthum Niederlausitz, Lübben, Alfa-Verlags-Gesellschaft 2000 (Reprint der Ausgabe Lübben, Driemel, 1846 und 1857)
  • Stadt Lübben (Hrsg.): Lübben - ein Kleinod der Niederlausitz, Lübben, Heimatverlag 1993, ISBN 3-929600-04-8
  • Annegret Weiland: Festschrift Lübben 850 Jahre: 1150 - 2000, Lübben, Heimatverlag 1999, ISBN 3-929600-17-X
  • Rolf Ebert: Zur Geschichte der Stadt Lübben (Spreewald), Lübben, Heimatverlag 2003, ISBN 3-929600-27-7

Weblinks

Quelle:
Artikel Lübben (Spreewald) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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