La Brea Tar Pits ("La Brea" = Spanisch für "Teer"), auch Rancho La Brea, ist eine Ansammlung von Teergruben in Hancock Park in Los Angeles, Kalifornien. Der Begriff "Teer" ist colloquial; streng genommen handelt es sich um Asphalt. Der Begriff "Teergrube" ist ebenso umgangssprachlich, es gibt keine Teergruben, vielmehr handelt es sich um Pfützen flüssigen Asphalts, der aus dem Boden zur Oberfläche sickert. Der Ort ist bekannt für den Fund vieler Fossilien aus der Pleistozän, darunter Säugetiere, aber auch Insekten, Pflanzen und deren Pollen.
Der Asphalt kommt aus großen unterirdischen Asphaltvorkommen im Becken von Los Angeles. Das Asphaltvorkommen wurde von den ersten Siedlern in diesem Gebiet für die Asphaltherstellung verwendet. Die gefundenen Fossilien wurden dabei fälschlicherweise für Rinderknochen gehalten.
Unter den spektakulärsten Funden sind Mammuts, Säbelzahnkatzen und Höhlenbären. Insgesamt hat man bisher 100.000 Kilogramm Fossilien, 1,5 Millionen Knochen und 2,5 Millionen Überreste aus den Teergruben geborgen. Das Alter der Funde wird auf 40.000 bis 10.000 Jahre geschätzt.
Inhaltsverzeichnis |
Allein von Säbelzahnkatzen hat man 166.000 Knochen entdeckt. Dabei gingen über einen Zeitraum von 25.000 Jahren mindestens 2.500 Säbelzahnkatzen in diese natürliche Falle. Bei mindestens 5.000 Knochenfragmenten zeigen sich dabei Krankheitsmerkmale, die bis zu gebrochenen Wirbelsäulen und deformierten Beinknochen reichen. Viele der beschädigten Knochen zeigen aber auch Merkmale von Heilungsprozessen, obwohl die Tiere in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt und daher nur bedingt jagen konnten. Man hat dies als Hinweis dafür gedeutet, dass Säbelzahnkatzen ähnlich wie Löwen in sozialen Verbänden lebten. Nach einer anderen Theorie zog La Brea aber deshalb so viele Säbelzahnkatzen an, weil sie sich von den Kadavern der bereits im Teer gefangenen Tiere ernährten.
Die La Brea Tar Pits beherbergen das George C. Page Museum (Kurator: Dr. John Harris) und sind sehr einfach für Touristen zugänglich, da es mitten im Stadtgebiet von Los Angeles liegt. Das George C. Page Museum ist ein beliebter Ausflugsort für Schulklassen. Eine besondere Attraktion im Museum ist das sogenannte "Goldfischglas" ("fishbowl") - das paläontologische Labor des Museum: Museumsbesucher können Wissenschaftler und Volontäre bei ihrer Arbeit beobachten. Im Labor werden Fossilien gereinigt und poliert. Manche Mitarbeiter widmen sich einem sehr zeitaufwendigem Prozess: dem Sortieren von Mikrofossilien mit der Hilfe eines Vergrößerungsglases. Im Sediment von den Ausgrabungen finden sich Mikrofossilien, z.B. Insekten (bzw. Teile von Insekten), Pflanzen, Pflanzensamen, Muscheln, kleine Knochenpartikel (z.B. kleinste Teile von Knochenmark), und andere interessante und faszinierende Mikrofossilien wie Salamanderschuppen, Zähne von Mäusen und vieles mehr. Das Labor ist unter der Leitung von Shelley Cox - sie war bereits an den Tar Pits tätig, bevor das Museum mit der großzügigen Spende von George C. Page errichtet wurde. Bevor das Museum errichtet wurde, war lediglich ein Container vor Ort in dem auf kleinem Raum gearbeitet wurde. Shelley Cox (Labor) und Christopher Shaw (Kollektionsmanager) kamen beide als junge Studenten zu den Tar Pits und arbeiteten ehrenamtlich, bevor sie Mitarbeiter wurden. Ehrenamtliche Mitarbeiter/Voluntäre sind für das Museum von essentieller Bedeutung - jedes Jahr werden die Beiträge der ehrenamtlichen Mitarbeiter mit einer großen Feier gewürdigt und Voluntäre werden für vorzügliche Leistungen ausgezeichnet.
"Pit 91" ("Grube 91") ist eine von vielen Asphaltgruben auf dem Gelände des Museums. "Pit 91" ist der zur Zeit einzige aktive Ausgrabungsort des Museums. Jeden Sommer werden Ausgrabungen für einen Zeitraum von zwei Monaten ausgeführt. Museumsbesuchern und Parkbesuchern ist es möglich, die Ausgrabung von einer Aussichtsplattform zu beobachten.
| Commons: La Brea – Bilder, Videos und Audiodateien |