Laizismus

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf bitte mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Quellenangaben
Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht hinreichend durch Quellenangaben belegt. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst gelöscht. Hilf Wikipedia, indem du die Angaben nachrecherchierst und gute Belege einfügst. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Laizismus (auch: Laizität) sind die in verschiedenen Staaten gültigen religionsverfassungsrechtlichen Modelle, denen das Prinzip der Trennung von Staat und Religion zu Grunde liegt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Begriff „Laizismus“ (laïcité) ist eine 1871 geprägte Wortschöpfung des französischen Pädagogen und Friedensnobelpreisträgers Ferdinand Buisson, der sich für einen religionsfreien Schulunterricht einsetzte. Sie geht auf den griechischen Begriff λαϊκισμός, von „Laie“ im Sinn von „Nicht-Geistlicher“, zurück.

1905 wurde in Frankreich das Gesetz zur Trennung von Religion und Staat, für das sich insbesondere der damalige Abgeordnete und spätere Ministerpräsident Aristide Briand eingesetzt hatte, verabschiedet. Die Auswirkungen der Dreyfus-Affäre führte nach heftigen Auseinandersetzungen in Frankreich zu einer parlamentarischen Mehrheit für die neue Gesetzgebung. Damit fand das von Buisson geschaffene Prinzip erstmalig konsequent Anwendung. Der Begriff laïcité wurde aber erstmalig erst in der Verfassung von 1946 verwendet. Demnach ist Frankreich eine laizistische Republik (république laïque). Mehrere andere Staaten nahmen sich das französische Modell zum Vorbild, insbesondere die Türkei unter Atatürk, wobei der Begriff jedoch unter islamischem Einfluss unterschiedlich interpretiert werden muss (dort als schlichter Staatsvorrang bei faktischer Rücksichtnahme auf die Sonderstellung der muslimischen Religion).

Die Auswirkungen des frz. politischen Kampfes von 1905 sind bis heute in der Interpretation des Begriffs im Alltagslebens spürbar. Dabei sind zwei Interpretationen zu unterscheiden: eine liberale, die mit Laizismus die institutionelle Trennung von Staat und Kirche versteht, und eine radikale (laïcard), die mit Laizismus das Verbot jeglicher religiöser Betätigung außerhalb eines engen, privaten Bereiches versteht. Während das liberale Verständnis des Laizismus heute auch bei den christlichen Kirchen akzeptiert wird, gibt es zahlreiche Vertreter der harten Interpretation in den Reihen der politischen Elite bis hin zum Parti communiste français, der Französischen Kommunistischen Partei. Der Katholizismus hat den ideologischen Laizismus bis heute nicht anerkannt, da das Papsttum an einem Vorrang seiner geistlichen Autorität gegenüber der Staats- und Gesellschaftsordnung festhält. Allerdings hat die katholische Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil bewusst auf politische Sonderrechte und Privilegien im Staat verzichtet und vertritt heute nicht mehr das Konzept einer Staatsreligion, die zuletzt auch in Italien 1984 abgeschafft wurde.

Der Protestantismus verhält sich, außerhalb von Regionen mit einer Staatskirchenverfassung (z.B. England, Dänemark, Norwegen), also seit 1918 auch in Deutschland, zum Laizismus theoretisch indifferent. Seine pragmatische Haltung erinnert jedoch bisweilen an eine weiterhin gültige Akzeptanz eines Staatsvorrangs vor der Religion im öffentlichen Leben.

Laizistische Staaten

Weltweit haben einige Staaten den Laizismus explizit in ihre Verfassungen aufgenommen, während zahlreiche Staaten in Europa, Amerika, Asien und Afrika den Begriff des Laizismus nicht verwenden, die Grundprinzipien des Laizismus jedoch verwirklichen, wobei das Ausmaß der Ausprägung des Laizismus in den einzelnen Staaten sehr unterschiedlich ausgestaltet ist.


Literatur

  • Roger Mehl: Art. Laizismus. In: TRE 20 (1990), S. 404-409
  • Jean-Michel Ducomte: La laïcité. Les Essentiels, Milan 2001

Weblinks

Wiktionary
Wiktionary: Laizismus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
Quelle:
Artikel Laizismus aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
Lizenz:
Kategorien:
Tipp: Zeno.org bei Google Maps
Empfehlungen
Herausgeber: Abeln, Reinhard
14,95 €


Bischops, Klaus; Gerards, Heinz-Willi
14,90 €

Schlichting, Bärbel
12,80 €

Hrsg. v. Anton A. Bucher, Karin Lauermann u. Elisabeth Walcher
19,00 €


Hrsg. v. Norbert Gödecker-Geenen, Hans Nau u. Ilse Weis
14,90 €
Bookmarks
delicious wong linkarena google
Sponsoren