| Wappen | Lage |
|---|---|
![]() Kreiswappen |
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| Basisdaten | |
| Provinz: | Hessen-Nassau |
| Regierungsbezirk: | Kassel |
| Verwaltungssitz: | Hanau |
| Fläche: | 305,26 km² (1970) |
| Einwohner: | 39.457 (1890) 58.884 (1944) 143.375(1970) |
| Bevölkerungsdichte: | 470 Einw./km² (1970)) |
| Kfz-Kennzeichen: | HU |
| Karte | |
Der Landkreis Hanau war ein Landkreis im Südosten des heutigen Bundeslands Hessen, der von 1821 bis 1974 existierte.
Inhaltsverzeichnis |
Der Landkreis Hanau wurde am 21. August 1821 durch ein Edikt des hessischen Kurfürsten Wilhelm II. gegründet. Er war Teil der Provinz Hanau, einer der vier Provinzen des Kurfürstentums.
Der neue Landkreis bildete den südlichsten Zipfel des Landes. Nur über den östlich angrenzenden Kreis Gelnhausen war er mit kurhessischem Gebiet verbunden. Im Norden und Süden lagen die hessendarmstädtischen Provinzen Oberhessen und Starkenburg, im Südosten das Königreich Bayern, im Westen das Herzogtum Nassau und die Freie Stadt Frankfurt.
Am 31. Oktober 1848 wurden die kurhessischen Provinzen und Kreise abgeschafft und durch Bezirke und Verwaltungsämter ersetzt. Hanau lag nun im Verwaltungsamt Hanau des Bezirks Hanau, die jedoch den gleichen Umfang wie der bisherige Kreis und die bisherige Provinz hatten. Bereits am 15. September 1851 wurde die Reform wieder rückgängig gemacht, Kreis und Provinz wurden wiederhergestellt.
Im Deutschen Krieg 1866 wurde Kurhessen von Preußen erobert und schließlich annektiert. 1867 wurde aus dem bisherigen Kurhessen der neue Regierungsbezirk Kassel, die bisherigen Kreise wurden beibehalten. 1868 wurde der Kreis Hanau Teil der neu gebildeten preußischen Provinz Hessen-Nassau.
Am 1. April 1886 trat die Stadt Hanau aus dem Landkreis aus und bildete einen eigenen Stadtkreis, blieb aber Verwaltungssitz des Landkreises. Ebenfalls 1886 wurden die Stadtgemeinde Bockenheim sowie die Landgemeinden Berkersheim, Eckenheim, Eschersheim, Ginnheim, Praunheim, Preungesheim und Seckbach aus dem Landkreis Hanau vom Kreis Hanau abgetrennt und in den neuen Landkreis Frankfurt eingegliedert.
Danach bestand der Landkreis Hanau aus der Stadtgemeinde Windecken, 32 Gemeinden sowie mehreren Gutsbezirken. 1907 wurde Kesselstadt nach Hanau und 1928 Fechenheim nach Frankfurt eingemeindet; durch den Verlust der in Fechenheim ansässigen Industriebetriebe (u. a. Cassella-Farbwerke, Werkzeugfabrik Meuser & Co.) verlor der Landkreis einen bedeutenden Teil seiner Gewerbesteuereinnahmen. Die Provinz Hessen-Nassau bestand bis zum 30. Juni 1944, anschließend wurde sie in die preußischen Provinzen Kurhessen und Nassau aufgeteilt, was jedoch aufgrund der Kriegswirren kaum praktische Folgen hatte.
Nach Kriegsende ging Hessen-Nassau im Land Groß-Hessen, seit 1. Januar 1946 Land Hessen auf. Der Landkreis Hanau blieb, wie schon 1866, territorial unverändert. Ihm gehörten nach wie vor die Stadt Windecken und 31 Gemeinden an.
Im Zuge der hessischen Kreisreform zum 1. Juli 1974 wurde aus den drei Landkreisen Hanau, Schlüchtern und Gelnhausen sowie der Stadt Hanau der Main-Kinzig-Kreis gebildet.
Die Gemeinden des Landkreises Hanau blieben teils selbständig, teils schlossen sie sich schon ab 1970 zu größeren Gemeinden oder Städten zusammen oder wurden in die benachbarten Städte eingemeindet:
| Stadt/Gemeinde | Einwohnerzahl | Bemerkung | Stadt/Gemeinde | Einwohnerzahl | Bemerkung | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1910 | 1939 | 1910 | 1939 | ||||
| Bergen | 5.323 | 6.323 | ab 7. Nov. 1936: Bergen-Enkheim, ab 1968 Stadt |
Marköbel | 1.269 | 1.355 | |
| Bischofsheim | 1.914 | 2.385 | Mittelbuchen | 1.110 | 1.312 | ab 1. Jan. 1972 zu Stadt Hanau | |
| Bruchköbel | 1.346 | 1.947 | Neuwiedermuß | 181 | 193 | ||
| Butterstadt | 88 | 74 | Neubildung am 25. Juli 1900, ab 1. Jan. 1972 zu Bruchköbel |
Niederdorfelden | 897 | 842 | |
| Dörnigheim | 2.167 | 2.749 | Niederissigheim | 415 | 434 | ab 1. Jan. 1972 zu Bruchköbel | |
| Eichen | 847 | 960 | Niederrodenbach | 1.536 | 2.063 | ||
| Erbstadt | 644 | 805 | Oberdorfelden | 307 | 343 | ||
| Fechenheim | 8.524 | - | ab 1. Apr. 1928 zu Frankfurt | Oberissigheim | 445 | 496 | ab 1. Jan. 1972 zu Bruchköbel |
| Gronau | 411 | 537 | seit 1971 zu Bad Vilbel | Oberrodenbach | 565 | 639 | |
| Großauheim | 6.368 | 7.544 | ab 1956 Stadt | Ostheim | 1.393 | 1.614 | |
| Großkrotzenburg | 1.826 | 2.681 | Ravolzhausen | 1.008 | 1.204 | ||
| Hochstadt | 1.460 | 1.719 | Roßdorf | 904 | 1.101 | ||
| Hüttengesäß | 1.178 | 1.159 | Rückingen | 1.454 | 1.869 | ab 1970 Erlensee | |
| Kesselstadt | - | - | Einw. 1895: 1.499 ab 1. Apr. 1907 Stadtkreis Hanau |
Rüdigheim | 658 | 667 | |
| Kilianstädten | 1.586 | 1.896 | Wachenbuchen | 1.227 | 1.629 | ||
| Langendiebach | 2.275 | 4.063 | ab 1970 Erlensee | Windecken | 1.724 | 2.033 | ab 1970 Nidderau |
| Langenselbold | 5.305 | 6.337 | Wolfgang | 55 | 1.180 | ||
Gutsbezirke (Stand 1910; in Klammern Einwohnerzahl):
Baiersröderhof (49), Dottenfelderhof (37), Gronauerhof (27), Hanau, Oberförsterei (3), Kinzigheimerhof (87), Philippsruhe (45), Pulverfabrik (320), Rüdigheimerhof (21), Wilhelmsbad (76)