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Der Ausdruck Lebensstil, auch Lebensart, bezeichnet umgangssprachlich die Art und Weise der Lebensführung. In der Soziologie sind verschiedene Lebensstilbegriffe entwickelt worden, in der Medizin geht es um die gesundheitlichen Aspekte des jeweiligen Lebensstils.
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Lebensstil erscheint hier als eine Bezeichnung für spezifisch wiedererkennbare Kombinationen von Freizeit-Präferenzen (z. B., welche Musik man hört), aber auch beruflich oder familiär für einen Stil, der die soziale Distanz zwischen den jeweiligen diesen Stil Pflegenden verringert (bzw. das Vertrauen auf die Reaktionen der anderen erhöht) oder gegenüber anderen vergrößert (die sog. 'unsichtbaren Schranken' errichtet). Das bezieht sich auf Merkmale wie Wohnstil, Kleidung, Sprachgestus, Aufenthaltsorte. Ein Beispiel eines ausgeprägten Lebensstils war z. B. der Dandy. Heute wird z.B. als neuer Lebensstiltyp der LOHAS (Lifestyles of Health and Sustainability) angeführt.
Mit dem Lebensstil sind Attribute verbunden, die einen Menschen von anderen abgrenzen oder mit anderen verbinden. So kann ein Lebensstil Teil einer Kulturbewegung sein, sogar Ausdruck eines politischen Protests. Er kann aber auch den Genuss und die Lebensfreude verkörpern und dabei unpolitisch sein.
Typische Lebensstile können Subkulturen zugeordnet werden, wie denen der Hippies, Punks, Metaller, Rocker oder Mods. Ein weniger als Subkultur bezeichneter Lebensstil ist der der Dandys und Playboys. Auch Simple living ist ein Beispiel für einen Lebensstil.
Lebensstil wird insbesondere von der Werbung angesprochen oder sogar geschaffen. Der Lebensstil ist ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor, und zwar indem er für Konsum und damit für Wachstum sorgt. Der Lebensstil ändert sich zum Beispiel mit der Mode (im Bekleidungsbereich wie in vielen anderen) und bringt deswegen nachhaltige Bewegung in die Volkswirtschaft.
Mit dem aus dem englischen entlehnten Ausdruck Lifestyle werden besonders Lebensstile im jugendkulturellen Spektrum bezeichnet, sowie Lebensstile, die stark auf Genuss und Konsum ausgerichtet sind oder mit Assoziationen von "cool" oder "stylish" verbunden werden. Der Begriff Lifestyle bezeichnet in sehr umfassender Art die "stylishe" Erscheinung eines Menschen und schließt seine Verhaltensweisen und seine Freizeitgewohnheiten mit ein. Damit ist er ein weit über das Styling von Kleidung und Körper (Bodystyling, Make-up, Tätowierungen, Bräunung etc.) hinaus weisender Begriff. Der Begriff "Lifestyle" unterscheidet sich in seiner Bedeutungsschattierung vom Begriff "Lebensstil" ungefähr in der gleichen Art wie "Style" von "Stil".
Lifestyle-Internetangebote oder Lifestyle-Magazine umfassen daher vor allem Hinweise auf Partys, Unterhaltungs- und Vergnügungsveranstaltungen, Diskotheken, Restaurants, Mode usw.
„Die Konzeptualisierung dieses Begriffes geht aus von Max Weber, Georg Simmel und vor allem Pierre Bourdieu“ (Schäfers 1998, S. 316).
„Die Art und Weise, wie die einzelnen ihr Alltagsleben organisieren, bezeichnet man als „Lebensstil“. Demnach: Regelmäßig wiederkehrender Gesamtzusammenhang der
Dabei:
Seit den 80er Jahren werden Lebensstilbegriffe bei der Analyse sozialer Ungleichheit immer häufiger verwendet. Die Menschen in modernen Gesellschaften definieren sich in wachsendem Maße über ihre persönliche Lebensweise, es wird ihnen immer wichtiger, wie sie ihr Leben gestalten - und tun dies zunehmend bewußt, bedenken zunehmend "Stil" und Auswirkungen und machen diese zum Maßstab für ein gelungenes oder mißlungenes Leben (Hradil 2001, S. 46).
Soziologisch von Interesse sind hierbei verbreitete, von vielen Menschen geteilte „Muster“ … Aufgabe: Bündelung der Vielfalt (Geißler 2002, S. 126-127.
Lebensstil ist mit diesen Elementen - meist mit Pointierung gewisser Züge und Vernachlässigung anderer - auch in die Soziologie übernommen worden.
Dort kann man ihn etwa als räumlich-zeitlich strukturierende Muster individueller Lebensführung auffassen, die von materiellen und kulturellen Möglichkeiten und den eigenen Werthaltungen abhängen (nach Olaf Kaltenborn 2000, Lüdtke 1995), sowie als Mittel der (sub)kulturellen Einbindung, als Form der Selbstpräsentation des Individuums. Je nach theoretischer Ausrichtung werden einzelne dieser Elemente betont.
Eng verwandt mit dem Lebensstilbegriff ist der Begriff des sozialen Milieus. Spezifische Lebensstile konstituieren spezifische Milieus bzw. werden als distinktives Charakteristikum eines spezifischen Milieus betrachtet.
Eine wichtige Trennlinie bei der soziologischen Behandlung von Lebensstil und Milieu verläuft zwischen Theorien, die Lebensstil als Ausfluss einer bestimmten sozialen Lage bzw. bestimmter sozialstruktureller Gegebenheiten ansehen, und Theorien, die stärker die Wahlelemente eines individuellen Lebensstils betonen.
Ein Beispiel für die erste Gruppe von Theorien sind Pierre Bourdieus Theorien zur sozialen Ungleichheit. Dort ist Lebensstil Bestandteil des "kulturellen Kapitals": Bedingt durch eine bestimmte Soziallage (Klassenlage) erzeugt der Habitus einen spezifischen Lebensstil, der sich in bestimmten kulturellen Praktiken äußert (nach Fuchs-Heinritz 1995).
Exemplarisch für eine eher an individueller Wahl eines Lebensstils orientierte Ausrichtung können neuere VertreterInnen der Cultural Studies genannt werden.
siehe auch: Milieus
In der Vorbeugung und Behandlung von sogenannten Zivilisationserkrankungen erweist sich die Änderung des gesundheitlichen Lebensstiles immer mehr als wahrscheinlich wichtigste Maßnahme.
Zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil gehört:
Die Datenlage über die Wirksamkeit eines gesundheitsbewussten Lebensstiles ist schlechter als die Datenlage bei den rein medikamentösen Maßnahmen. Es besteht hier kein allzu großes Interesse von Seiten der Gesundheitsindustrie, Klarheit zu schaffen, da mit einem gesundheitsbewussten Lebensstil wenig Geld zu verdienen ist.
Aus epidemiologischer Sicht gibt es über die einfach messbaren Einflussfaktoren wie beispielsweise Rauchen und Übergewicht auf die Lebenserwartung und die Krankheitshäufigkeit keinen Zweifel mehr.