Das Lektorat ist eine Abteilung in einem Verlag. Dort arbeiten überwiegend literarische Mitarbeiter, so genannte Lektoren, deren Aufgabe es ist, Texte auf Rechtschreib- und/oder Grammatikfehler zu überprüfen und gegebenenfalls auch stilistisch oder inhaltlich zu optimieren. Als Verlagsabteilung hilft das Lektorat neben der Prüfung von eingehenden Manuskripten auch bei der Zusammenstellung eines Verlagsprogramms und Autorenprogrammen.
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In einem Verlag werden eingehende Manuskripte von Autoren zuerst im Lektorat durchgesehen und dort entschieden, ob das Manuskript möglicherweise ins Verlagsprogramm aufgenommen werden kann. Befindet der Lektor das Manuskript als angemessen, berät er den Verleger, dieses vom Autor anzunehmen. Nach welchen Kriterien er dieses Werk auswählt, ist von Verlag zu Verlag unterschiedlich, je nachdem, wie dieses spätere Buch zu den anderen Büchern des Verlags passen würde. Der Verlagslektor begutachtet somit zum einen eingehende Manuskripte, veranlasst gegebenenfalls auch Umarbeitungen, macht Vorschläge für Buchprojekte, und sucht dafür Autoren oder Übersetzer.
In wissenschaftlichen Verlagen, so genannten Fachbuchverlagen ist das Lektorat meist besetzt von Fachleuten auf diesem Gebiet. Beispielsweise haben bei einem Verlag, der überwiegend biologische Fachbücher vertreibt, die Lektoren mit Sicherheit ein Biologie-Studium abgeschlossen.
Weite Bereiche der Produktpolitik eines Verlages werden im Verlagswesen von Lektoren im Lektorat wahrgenommen. Diese Tätigkeit lässt sich unter dem Begriff Lektoratsmarketing zusammengefasst.
Im 18. Jahrhundert war es üblich, dass Lektoren auch selbst schrieben, also neben dem Beruf des Lektors zugleich noch Autoren waren. Beispielsweise wären Johann Gottfried Seume zu nennen, oder noch früher, am Anfang des 16. Jahrhunderts, Erasmus von Rotterdam. Diese Art von Doppelberuf ist heutzutage selten. In der Regel ist die Arbeit im Lektorat die einzige Tätigkeit, die Fachkräfte wie Lektoren ausführen.
Das Tätigkeitsfeld in einem Lektorat ist sehr vielfältig und differenziert, jedoch bleibt seine wichtigste Beschäftigung im Verlag, die eingehenden Manuskripte zu prüfen im Hinblick auf das Programm des Verlags. Hinzu kommen aber auch noch andere Aufgaben: Der Lektor entfernt Rechtschreib- und Grammatikfehler aus Texten, überprüft Angaben und berät Autoren von Texten in inhaltlichen und stilistischen Fragen. Des Weiteren ist es die Aufgabe des Lektorats, Manuskripte, die der Lektor beurteilt hat, dem Verleger vorzustellen und seine Entscheidungen zu begründen. Der Verleger entscheidet aufgrund der Einschätzungen des Lektors dann, ob das Projekt in das Verlagsprogramm aufgenommen wird oder nicht.
Der Wert der in Deutschland jährlich erbrachten Lektoratsdienstleistungen wird vom Branchenverband auf über eine Milliarde Euro beziffert. Der größte Anteil entfällt hierbei auf fest angestellte Lektoren in Werbeagenturen und Verlagshäusern.
Durch die Möglichkeit der Datenübertragung über das Internet werden in der Praxis zunehmend Lektoratsleistungen von externen Lektoren übernommen.
Das größte Lektorat in Deutschland, die Firma AlsterText, beschäftigt rund 50 Lektoren; das weltgrößte Lektorat bilinguagroup sogar mehrere hundert. Der Markt für externe Lektoratsdienstleistungen ist trotz einiger sehr großer Firmen stark zersplittert, da es Tausende Ein-Mann(Frau)-Unternehmen gibt, die zum Beispiel von Germanistikstudenten nebenher betrieben werden. Besondere Zulassungsvoraussetzungen zur Ausübung des Lektorenberufs gibt es nicht.
Leistung und Erfolg sind im Verlagswesen auf viele Bereiche verteilt: Neben dem Lektorat sind es Herstellung, Gestaltung, Marketing und Vertrieb.