Die lenzsche Regel (auch Regel von Lenz) ist ein 1834 durch Heinrich Lenz aufgestellter Zusammenhang, der besagt, dass Der Induktionsstrom stets so gerichtet ist, dass er der Ursache seiner Entstehung entgegenwirkt.
Bewegt sich ein Leiter durch eine äußere Kraft in einem Magnetfeld, kommt es zu einer Ladungstrennung im Leiter, es wird eine elektrische Spannung induziert.
Verbindet man nun die Enden des Leiters, z. B. durch ein niederohmiges Strommessgerät, erhält man eine geschlossene Leiterschleife und registriert einen Stromfluß, der versucht, die Ladungstrennung abzubauen. Dieser fließt immer in die Richtung des induzierten elektrischen Feldes und erzeugt nach der Korkenzieherregel sein eigenes konzentrisches Magnetfeld, welches mit dem ursächlichen Magnetfeld (statisches Magnetfeld) entgegenwirkt und so die Bewegung des Leiters zu verhindern sucht.
Die Ursache, gegen welche die Leiterschleife wirkt, ist in jedem Falle die Änderung des Magnetfeldes (genauer: des sie durchsetzenden magnetischen Flusses).
Anschaulich wird es, wenn man einen Metallring (seitlich) auf einen Stabmagneten fallen lässt (so, dass der Stabmagnet durch den Ring ragt): sein Fall wird durch das entgegengesetzte Magnetfeld (abhängig von der Stärke des Magneten) mehr oder weniger deutlich abgebremst, im Ring fließt dabei kurzgeschlossener Strom, der mit seinem Magnetfeld der Ursache (Fallbewegung = mechanische Energie
bzw.
) deutlich entgegengerichtet ist, ihn abbremst bis die Fallarbeit oder kinetische Energie im Ring zu Wärme abgebaut ist.
Das Gesetz besagt auch, dass an den Klemmen einer Spule eine Spannung induziert wird, sobald sich das Magnetfeld darin ändert (entweder im räumlichen Anteil oder in der Stärke). Die Spule wehrt sich gewissermaßen mit einer Gegenspannung gegen eine zeitliche Änderung des sie durchsetzenden Flusses.
Der Zusammenhang zwischen Kraft und Strom, den die Lenzsche Regel angibt, kann sowohl zum Erzeugen eines Stroms beim Generator als auch zum Erzeugen einer Bewegung beim Elektromotor genutzt werden.
Beim Generator wird die beschriebene Abstoßungskraft durch das Drehmoment der Antriebsmaschine überwunden, und es fließt Strom, solange sich der Generatorkern dreht. Aus dem Energieerhaltungssatz folgt, dass die Summe aus abgegebener elektrischer Energie und Abwärme der zum Betrieb des Generators nötigen Energie äquivalent ist.
Bei gleichem Magnetfeld und gleicher Stromrichtung wie vorhin, wird der Leiter ebenfalls in gleicher Richtung abgestoßen. Der Elektromotor läuft in Richtung der Abstoßkraft und gibt kinetische Energie ab, wenn er mit elektrischer Energie gespeist wird.
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