Leon Klinghoffer (* 24. September 1916; † 8. Oktober 1985) war ein New Yorker Haushaltsgerätehersteller im Ruhestand, der nach einem Schlaganfall behindert und an den Rollstuhl gefesselt war. Klinghoffer erlangte traurige Berühmtheit, als er während der Entführung des Kreuzfahrtschiffes Achille Lauro von palästinensischen Terroristen getötet wurde.
Das jüdische Ehepaar Leon und Marilyn Klinghoffer feierte 1985 seinen 36. Hochzeitstag mit einer Kreuzfahrt auf der Achille Lauro, als das Schiff von vier Angehörigen der Palästinensischen Befreiungsfront (PLF) in ihre Gewalt gebracht wurde. Im Verlauf der Entführung wurde Klinghoffer am Nachmittag des 8. Oktober durch gezielte Schüsse in Kopf und Brust hingerichtet. Die Terroristen zwangen darauf den Schiffsfriseur und einen Kellner dazu, die Leiche mitsamt dem Rollstuhl über Bord zu werfen.
Marilyn Klinghoffer, welche bereits vor diesen Geschehnissen von ihrem Mann getrennt worden war, erfuhr erst von dessen Tod, nachdem die Palästinenser das Schiff in Port Said verlassen hatten. Die Terroristen hatten ihr erklärt, ihr Mann sei in die Sanitätsstation des Schiffes gebracht worden.
Leon Klinghoffers Leiche wurde in der Nacht vom 14. zum 15. Oktober geborgen und um den 20. Oktober von den syrischen Behörden in die USA überführt. Er wurde darauf im Beth David Memorial Park in Kenilworth, New Jersey beigesetzt. Marilyn Klinghoffer starb vier Monate nach dem gewaltsamen Tod ihres Mannes an Darmkrebs.
Ilsa und Lisa Klinghoffer, die beiden Töchter des Ehepaares, gründeten nach dem Tod ihrer Eltern die Stiftung Leon and Marilyn Klinghoffer Memorial Foundation. Dies geschah in Zusammenarbeit mit der jüdischen Anti-Defamation League, einer Organisation, die gegen Diffamierung des Judentums und Antisemitismus im Allgemeinen kämpft.