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Lerntheorien sind Modelle und Hypothesen, die versuchen, paradigmatisch Lernen psychologisch zu beschreiben und zu erklären. Der augenscheinlich komplexe Vorgang des Lernens, also der relativ stabilen Verhaltensänderung, wird dabei mit möglichst einfachen Prinzipien und Regeln erklärt. Die Lernpsychologie entwickelt solche Theorien und überprüft mit Hilfe empirischer Untersuchungen ihren Gehalt.
Der Überblick über die wichtigsten lerntheoretischen Ansätze und Aussagen zeigt, dass sich die meisten der vorhandenen Lerntheorien auf besondere, einzelne Formen des Lernens konzentrieren.
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Die älteste Lerntheorie ist die der Klassischen Konditionierung. Eher zufällig stieß im 19. Jahrhundert der Physiologe Iwan Pawlow auf dieses Prinzip (zum Versuch: siehe auch Pawlowscher Hund). Eine klassische Konditionierung erfolgt, wenn ein ursprünglich neutraler Reiz (etwa ein Ton) einen Reflex, zum Beispiel Speichelfluss oder Augenzwinkern auslöst.
B. F. Skinner hat sich v.a. mit dem operanten Verhalten, also der Rückwirkung der Konsequenzen eines Verhaltens auf dasselbe, beschäftigt und das Prinzip der operanten Konditionierung beschrieben.
Diese beiden Lernprinzipien (klassische und operante Konditionierung) wurden ab den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts in der Psychologie um die Prinzipien des Lernens am Modell und (mit Einschränkungen) des Lernens durch Einsicht ergänzt.
Moderne Lerntheorien beziehen Kognitionen und Emotionen mit ein. Eine kognitive Theorie ist beispielsweise die des Lernens durch Einsicht (kognitives Lernen).
Die Theorie des Lernens am Modell beruht darauf, dass viele Tiere und die Menschen durch Abschauen bei anderen lernen und das Gesehene in einfachen oder komplexen kognitiven Prozessen verarbeiten, wobei sie ein kognitives Konzept als Modell eigenen Verhaltens erstellen.
Die Bedeutung von Kognition zeigt sich in der bahnbrechenden sozial-kognitiven Theorie Albert Banduras:
Die Erwartung der eigenen Selbstwirksamkeit (auch: Self-Efficacy) ist hier ein zentraler Einfluss auf das Verhalten - ein anderer ist hier die aktuelle Gefühlslage.
Lernen am Modell, Imitationslernen und Identifikationslernen sind Formen des sozialen Lernens. Beim Lernen am Modell liegt die Attraktivität bei dem Erfolg der beobachteten Handlung. Beim Imitationslernen liegt die Attraktivität in der beobachteten Handlung. Beim Identifikationslernen liegt die Attraktivität in der beobachteten Person.
Dass Lernen in bestimmten Situationen geschieht, ist der Ausgangspunkt für lerntheoretische Ansätze zum Situativen Lernen oder auch situiertem Lernen. Sie beruhen unter anderem auf der Beobachtung, dass Schüler das schulisch Gelernte zwar unter Umständen ganz ordentlich im Unterricht und Schule anwenden, jedoch in einer neuen oder andersartigen Situation (etwa beim Bezahlen im Geschäft) nicht zur Anwendung bringen (Kluft zwischen Wissen und Handeln). Vergleiche auch konstruktivistische Lerntheorien.
In letzter Zeit werden auch vermehrt biokybernetisch-neuronale Ansätze formuliert, welche in erster Linie die Funktionsweise des menschlichen Gehirns und des Nervensystems beschreiben (siehe Kognitionswissenschaft).
Die statistische Lerntheorie nach Vladimir Vapnik und Alexey Chervonenkis untersucht die statistischen Eigenschaften von Lernalgorithmen (Maschinelles Lernen). Das Hauptziel ist, einen theoretischen Rahmen für das Problem der Inferenz zu bieten - d. h. für das Problem, aus einem Datensatz Wissen über zugrunde liegende Muster zu erlangen.