Leszek Miller (* 3. Juli 1946 in Żyrardów) ist ein polnischer Politiker. Er war von 2001 bis 2004 Ministerpräsident Polens.
Miller trat 1968 in die PZPR (Polens KP) ein und war vor der politischen Wende 1989 Mitglied des Zentralkomitees und des Politbüros der PZPR. 1989 nahm er an den Runden-Tisch-Gesprächen teil. Seit 1990 war er in leitender Funktion in der neu gegründeten SdRP tätig (Generalsekretär, stellv. Vorsitzender). In der 1999 von einem Wahlkomitee zu einer regulären Partei umgebildeten SLD (Sozialdemokraten) wurde er zum Vorsitzenden gewählt. Diesen Posten gab er im März 2004 ab, seinen Angaben zufolge, um sich besser auf das Amt des Ministerpräsidenten konzentrieren zu können.
Seit 1993 war er Mitglied der polnischen Regierung: Minister für Arbeit und Sozialpolitik (1993–1996), Minister für Inneres und Verwaltung (1997). Im Oktober 2001 wurde er nach dem Wahlsieg des SLD (sie erhielt 41% der Stimmen) zum Ministerpräsidenten ernannt und leitete seitdem die polnische Regierung (Ministerrat).
Unmittelbar nach dem EU-Beitritt trat Miller am 2. Mai 2004 zurück. Er wollte nicht zulassen, dass durch die Regierungskrise die Integration Polens in der EU geschwächt würde. Zuvor hatten 20 Abgeordnete Millers Sozialdemokratische Partei verlassen und damit die Basis für die Minderheitsregierung weiter geschmälert. Sie warfen dem früher als Macher gefeierten Miller vor, zu wenig gegen einige Korruptionsfälle und die Arbeitslosigkeit (20%) unternommen zu haben. Als Nachfolger wurde der ehemalige Finanzminister Marek Belka ernannt.
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