Liebenberger Kreis

Philipp zu Eulenburg-Hertefeld um 1905 - er war die Zentralfigur des Liebenberger Kreises.
Philipp zu Eulenburg-Hertefeld um 1905 - er war die Zentralfigur des Liebenberger Kreises.

Liebenberger Kreis ist eine vornehmlich von ihren Gegnern benutzte Bezeichnung für die Kamarilla rund um den deutschen Kaiser Wilhelm II. bis etwa 1907. Die Selbstbezeichnung dieser Gruppe von Militärs war Liebenberger Tafelrunde und leitete sich von Philipp zu Eulenburg-Hertefelds Schloss Liebenberg im Löwenberger Land ab, wo sich der Kreis regelmäßig zu Jagden traf.

In Zusammenhang mit der Harden-Eulenburg-Affäre, in der die Homosexualität des Philipp zu Eulenburg-Hertefeld eine Rolle spielte, erhielt der Begriff für die Zeitgenossen einen negativen Beigeschmack: Der Publizist Maximilian Harden war 1906 zu der Überzeugung gelangt, dass die diplomatische Strategie der Reichsleitung in der Ersten Marokko-Krise im Prinzip deshalb gescheitert war, weil der Liebenberger Kreis den Kaiser dazu bewogen hatte, einen Krieg mit Frankreich nicht zu riskieren. Für Harden war dies der Anlass, eine Kampagne gegen diesen Kreis zu starten, den er unter anderem mit dem Vorwurf der Homosexualität einiger Mitglieder angriff. Eine nachgewiesene Homosexualität hätte angesichts der damals herrschenden Moralvorstellungen eine gesellschaftliche und politische Ächtung der betroffenen Mitglieder dieser Gruppe nach sich gezogen.

Zu der Gruppierung gehörte unter anderem Kuno von Moltke, und auch Bernhard von Bülow war zumindest lose mit dem Liebenberger Kreis assoziiert.

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