LinuxBIOS

LinuxBIOS
Entwickler: LinuxBIOS-Team
Betriebssystem: unterstützt diverse Betriebssysteme
Kategorie: hardwarenahe Software
Lizenz: GNU GPL
Website: linuxbios.org

LinuxBIOS ist ein Projekt, welches zum Ziel hat, ein quelloffenes, freies BIOS zu entwickeln. LinuxBIOS wurde 1999 vom Los Alamos National Laboratory gestartet und unter der GNU General Public License lizenziert. Durch diese Lizenz wird jedermann das Recht eingeräumt, den Quellcode des BIOS einzusehen und dieses an seine Bedürfnisse anzupassen. Es stellt somit eine Alternative zu proprietären BIOS-Systemen dar, wie sie derzeit fast ausschließlich in PCs und Workstations vorzufinden sind.

Das Projekt wird von der Free Software Foundation (FSF) unterstützt. Mittlerweile erhält das Projekt auch Unterstützung aus der Wirtschaft, wie etwa von AMD, Google, MSI, Linux Networx und der coresystems.

Inhaltsverzeichnis

Innovationen in LinuxBIOS

Durch den Einsatz von LinuxBIOS kann der Bootvorgang erheblich beschleunigt werden. Auf einigen Systemen beträgt die Boot-Zeit weniger als eine Sekunde. Des Weiteren erlaubt LinuxBIOS Fernzugriff und ist speziell für Cluster-Systeme konzipiert. Momentan werden jedoch nur relativ wenige Hauptplatinen unterstützt.

Funktion für den Bootvorgang

LinuxBIOS selbst ist lediglich ein Minimal-Code, um das Mainboard mit all seinen Geräten zu starten. Unmittelbar danach muss eigentlich eine Übergabe an den Linux-Kernel erfolgen, der dann das System weiter hochfährt. LinuxBIOS enthält damit selbst keinen Kernel. Ein Großteil des LinuxBIOS Codes dient dazu, das RAM benutzbar zu machen und die serielle Schnittstelle zu initialisieren, als Ausgabegerät zur Fehlersuche.

Allerdings ist der Linux-Kernel so groß, dass dieser nicht aus einem üblichen Flash-ROM heraus geladen werden kann. Die Festplatte kann in diesem Stadium noch nicht ausgelesen werden. Daher wird eine Zwischenlösung betrieben. Nach der Systeminitalisierung durch LinuxBIOS springt dieses eine sog. Payload an, die das weitere Hochfahren des Systems übernimmt. Die bekanntesten sind FILO (ein minimalistischer Bootloader), Etherboot, eine IEEE-1275-konforme Open Firmware-Implementierung (dazu gehören OpenBIOS, SmartFirmware, sowie Open Firmware selbst). Es sind aber noch andere Payloads einsetzbar. [1]

Unterstützte Hardware

Die Unterstützung der Hardware wird eingeteilt in Unterstützung von Hauptplatinen und Chipsätzen.

Verwendung von LinuxBIOS

Es wurde eine weite Verbreitung des LinuxBIOS durch Verwendung im gemeinnützigen Projekt 100-Dollar-Laptop geplant. Bei diesem, insbesondere für Entwicklungs- und Schwellenländer konzipierten Computer, wäre LinuxBIOS standardmäßig installiert gewesen und somit eine höchst effiziente Nutzung der Systemressourcen, bei hinreichend schneller Verarbeitungsgeschwindigkeit, ermöglicht. Aufgrund der geplanten Produktionsmengen von 100-200 Millionen Stück der 100-Dollar-Laptops, hätte man auch von einer weiten Verbreitung, insbesondere in den Entwicklungs- und Schwellenländern, auszugehen können. Allerdings nutzt der 100-Dollar-Laptop jetzt Open Firmware als Bootloader. Insoweit kann LinuxBIOS auch als langfristiger Beitrag zur Überwindung der globalen digitalen Spaltung gesehen werden.

Des Weiteren wird LinuxBIOS in verschiedenen Cluster-Systemen, unter anderem am Los Alamos National Laboratory, und auch in diversen Embedded-Systemen (z. B. in Set-Top-Boxen) eingesetzt. Ein weiteres Einsatzgebiet ist der Server-Bereich. So setzt zum Beispiel die Free Software Foundation mehrere Server mit LinuxBIOS (und darüber einem freien Betriebssystem) ein. Auch Unterstützung für Standard Desktop-PCs ist gegeben: Gigabyte M57-SLI, ein mainstream AM2-Mainboard.

Bedeutung für die Freie-Software-Bewegung

Das 1983 gegründete GNU-Projekt hatte zunächst die Entwicklung eines freien Betriebssystems zum Ziel. Mit der »GPLisierung« wurde 1992 das erste Betriebssystem geschaffen, das unter einer freien Lizenz erhältlich war. Das Problem der proprietären Firmware (hardwarenahe Software) wurde erst im Jahr 2002 angegangen. Durch LinuxBIOS in Verbindung mit einer freien Payload (zum Beispiel einem Linux-Kernel, OpenBIOS, Open Firmware, o. a.), wird wurde die Brücke zwischen Hardware und Software geschlagen. Ein weiterer Teil des Computer-Systems kann damit als befreit angesehen werden.

Herkömmliche BIOS-Varianten sind in gewissem Maße fehlerbehaftet und diese sind dann oft nicht zu bereinigen. Es gibt Ansätze, in Zukunft weitere Funktionen (DRM) im BIOS zu implementieren, deren Funktionalität in Teilen bewußt nicht offengelegt wird.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. siehe Auflistung des LinuxBIOS-Wiki.
Quelle:
Artikel LinuxBIOS aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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