Die Familie Lobkowitz (tschechisch Lobkowicz, Lobkovic) gehört zu den ältesten böhmischen Adelsgeschlechtern. Ursprünglich hießen sie Popel (deutsch: Asche). Sie waren Grundherren, dienten den Přemysliden und Luxemburgern. Den Namen Herren von Lobkowitz nahmen sie an, als sie 1407 die Herrschaft Lobkowitz (Lobkovice) mit der gleichnamigen Burg kauften. 1479 wurde das Geschlecht in den böhmischen Freiherrnstand erhoben.
Im 15. Jahrhundert teilte sich das Geschlecht in zwei Linien: Lobkowitz-Hassenstein und die Linie Popel-Lobkowitz, welche den alten Namen des Geschlechts weiterführte. Seit 1624 gehörten die Lobkowitz dem Reichsfürstenstand an. In der westeuropäischen Literatur ist auch die Schreibweise Lobkowicz des Geschlechternamens üblich.
Der Zweig Popel-Lobkowitz zerfiel im 16. Jahrhundert durch Teilung und den Erwerb neuer Güter in mehrere Linien, die sich nach ihrem Besitz Herren von Dux, Herren von Bilin und anders nannten.
Die jüngste Linie der Popel-Lobkowitz nannte sich nach dem seit 1474 im Besitz befindlichen Schloss Chlumetz im Kreis Tábor Chlumetzer. Aus dieser Linie gingen die Herren von Neustadt hervor.
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Das älteste Familienmitglied, das schriftlich erwähnt ist, war der Ritter Maresch von Aujest (tsch. Mareš z Újezd) auch Martin von Aujest genannt. Er stammte aus dem Dorf Újezd u Jestřebí (deutsch Aujest b. Habstein) unweit von Böhmisch-Leipa (Česká Lípa) und lebte zu Zeiten Karls IV..
Sein Sohn Nikolaus (der Arme) (Mikuláš Chudý, auch Hasištejnský z Lobkovic oder Mikuláš I. „Chudý“ z Újezda a z Lobkowic (Nikolaus „der Arme“ von Aujest und Lobkowitz), verheiratet mit Anna z Nechvalic († vor 1411) und Žofka (* 1412) war im Gegensatz zu seinem Beinamen einer der reichsten und einflussreichsten Männer Böhmens.
Er wurde 1401 Schreiber in Kuttenberg (Kutná Hora) und erhielt für seine Verdienste von Wenzel IV. mehrere Güter, unter anderen Lobkowitz (Lobkovice nad Labem), die die Grundlage für das weitere Wachstum waren.
1417 wurde er zum obersten Landschreiber Böhmens ernannt, 1418 erhielt er von König Wenzel auch die Herrschaft Hassenstein (Hasištejn) zunächst als Pfand, seit 1419 als erbliches Kronlehen, da der König erst durch seine Unterstützung die Belagerung der dortigen Burg zum Erfolg bringen konnte.
Unter Kaiser Sigismund, bei dem er gleichfalls in hoher Gunst stand, erwarb er die königlichen Burgen Pfraumberg (Přimda) und Brüx (Most) sowie in Mähren das Schloss Fürchtenberg und die Stadt Mährisch Schönberg (Šumperk). Diesen Besitz trat er aber 1421 im Austausch gegen die Kronherrschaft Frauenberg (Schloss Hluboká nad Vltavou) wieder an den König ab. Weiterhin wurde er mit der Burg Leitmeritz, der Burg Platten, Teilen der Herrschaft Klingenberg und der Stadt Komotau (Chomutov) belehnt.
Seine beiden Söhne begründeten zwei Linien der Familie. 1459 wurden die Brüder Lobkowicz durch Kaiser Friedrich III. in den Reichsfreiherrenstand erhoben.
Der ältere Nikolaus II. Lobkowitz von Hassenstein (Mikuláš Hasištej z Lobkovic) erhielt als Erbe die Burg Hassenstein (Hasištejn) und der jüngere Johann I. Popel von Lobkowitz (Jan Popel z Lobkovic) Burg Frauenberg (Hluboká nad Vltavou) bei Budweis (České Budějovice). Beide Familienzweige gehörten zunächst der utraquistischen Partei des böhmischen Adels an. Die Popel von Lobkowitz traten Ende des 16. Jahrhunderts aber zum Katholizismus über.
Er war verheiratet mit Žofie von Žerotín († 1459), starb 1462 und hinterließ vier Söhne.
Während der Verteilungskämpfe zwischen den Anhängern des Königs und den Rosenbergern eroberte Zdeněk von Sternberg, ein Erzfeind des Johann II. von Rosenberg im Januar 1469 die Festung, nahm Johann und seinen Sohn Depolt gefangen und hielt sie auf der Burg in Krumau fest. Johann erkrankte in der Gefangenschaft und starb. Er wurde in der Kirche des Hl. Veit in Krumau bestattet. Depolt blieb bis 1475 inhaftiert. [1]