Ludwigsfelde

Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Ludwigsfelde
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Ludwigsfelde hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Teltow-Fläming
Koordinaten: 52° 18′ N, 13° 16′ O
Höhe: 43 m ü. NN
Fläche: 109,30 km²
Einwohner: 24.371 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 223 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14974 (alt: DDR 1720)
Vorwahl: 03378
Kfz-Kennzeichen: TF (alt ZS)
Gemeindeschlüssel: 12 0 72 240
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausstraße 3
14974 Ludwigsfelde
Webpräsenz:
Bürgermeister: Heinrich Scholl (SPD)

Ludwigsfelde ist eine Stadt im Norden des Landkreises Teltow-Fläming in Brandenburg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt liegt südlich von Berlin und östlich von Potsdam auf der Hochfläche des Teltow.

Stadtgliederung

Der Stadt gehören seit 2002/2003 folgende Dörfer als Ortsteile an:

Einwohner

  • 1998 - 22.726
  • 1999 - 22.942
  • 2000 - 23.031
  • 2001 - 23.809
  • 2002 - 23.652
  • 2003 - 24.164
  • 2004 - 24.260
  • 2005 - 24.157

jeweils zum 31. Dezember

Geschichte

Nach erster Erwähnung 1375 im Landbuch Kaiser Karl IV. als Damstorp wurde die Besitzung derer von Torgow bald eine wüste Feldmark. Sie blieb es lange und wurde durch Brandschatzungen im Dreißigjährigen Krieg noch wüster.

1843 wurde ein Haltepunkt für den immer noch kleinen Ort an der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn eingerichtet und 1886 der heute als Museum genutzte Bahnhof Ludwigsfelde fertiggestellt.

Einen entscheidenden Impuls erhielt Ludwigsfelde 1936/1937, als beschlossen wurde, in der Genshagener Heide ein Flugzeugmotorenwerk zu errichten. Die Kurmärkische Kleinsiedlungsgesellschaft baute billige Wohnungen, um einen Stamm von Arbeitern an das Werk zu binden. So entstand damals eine der größten Siedlungsanlagen Deutschlands, die Daimler-Werkssiedlung, beiderseits der heutigen Ernst-Thälmann-Straße. Den nördlichen Abschluss dieses Ortsteils bildet die im Jahre 1944 entstandene Holzhaussiedlung, für die im Jahre 1992 die Stadtverordneten eine Erhaltungssatzung beschlossen haben.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das zerstörte Flugzeugmotorenwerk demontiert. Ab 1952 setzte mit der Errichtung des Industriewerks Ludwigsfelde (IWL), später Lkw-Werk mit rund 10.000 Beschäftigten, eine erneute Zuwanderung ein, insbesondere durch zahlreiche Umsiedler aus den deutschen Ostgebieten östlich der Oder-Neiße-Grenze.

Für die Neubürger wurden mehrere Siedlungen in unterschiedlichen architektonischen Formen errichtet. Besonders herausragend ist die in Formen der "Nationalen Bautradition" in den 1950er Jahren errichtete "sozialistische Wohnstadt" um den Heinrich-Heine-Platz. In den späten 1950er und 1960er Jahren folgten noch die Zweite Wohnstadt und Ludwigsfelde West und die in den 1970er und 80er Jahren in mehreren Bauabschnitten in Plattenbauweise errichtete Wohnsiedlung Ludwigsfelde-Nord. Als Gemeinschaftseinrichtung mit entsprechender Nutzung entstand 1959 das Kulturhaus Ludwigfeldes, in welchem der Ort 1965 das Stadtrecht erhielt. Trotz vieler Ansätze wurde die Errichtung eines Stadtzentrums mit Rathaus bis 1990 nicht abgeschlossen.

Von 1952 - 1993 gehört Ludwigsfelde zum Landkreis Zossen im Bezirk Potsdam, ab 1990 Land Brandenburg. Mit der Verwaltungsreform 1993 kommt die Stadt zum neugebildeten Landkreis Teltow-Fläming.

In den 1990er Jahren wurde das neue Rathaus erbaut und im Jahre 2006 als neuer Anziehungspunkt die Kristalltherme eingeweiht.

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Ludwigsfelde besteht aus 28 Stadtverordneten, und dem hauptamtlichen Bürgermeister.

  • SPD 9 Sitze
  • PDS 6 Sitze
  • Bürgerinitiative für ein lebenswertes Ludwigsfelde e.V. 5 Sitze
  • CDU 4 Sitze
  • PBL 3 Sitze
  • FDP 1 Sitz
  • FiLu 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003)


Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kulturhaus - Theater

Im 1959 eröffneten Kulturhaus der Stadt finden kulturelle Veranstaltungen aller Art statt.

Museen

Das am 18. Mai 1994 eröffnete Museum mit Sammlungen zur Stadtgeschichte ist nunmehr im restaurierten ehemaligen Bahnhofsgebäude untergebracht.

Bauwerke

  • Ältestes erhaltenes Bauwerk der Stadt ist der Alte Krug, ein 1753 errichtetes Fachwerkgebäude, welches seitdem ununterbrochen gastronomisch genutzt wird.

Thermalbad Kristalltherme

Die Kristalltherme bietet zwei Thermalsolebecken im Innenbereich und ein Außenbecken verbunden über den Strömungskanal. Dazu ein Süßwasserbecken und das Sporthallenbad.

Sport

Ludwigsfelde ist eine der Partnerstädte des Fußballclubs Hertha BSC Berlin. Der Ludwigsfelder Fussball Club spielt in der Saison 2005/2006 in der Oberliga Nord-Ost. Der Ludwigsfelder Handball Club spielt in der Regionalliga Nordost Männer. Deutsche Meister gibt es im Radball und Modellsegelflug. Einer der größten Sportvereine in der Stadt ist der Ludwigsfelder Leichtathleten e.V. mit den Sektionen Leichtathletik, Skaten und Nordic Walking.

Wirtschaft und Infrastruktur

1936 kam es zur Gründung der Daimler-Benz Motoren GmbH Genshagen/Ludwigsfelde. Baubeginn des Flugmotorenwerkes war auf einer Fläche von 375 ha. Damit wuchs auch die Einwohnerzahl mit dem Bedarf an Arbeitskräften. Zur Zeit der DDR wurden im VEB Automobilwerke Ludwigsfelde - auch IFA-Werk genannt - die Roller „Pitty“, „Troll“, „Wiesel“ und „Berlin“ gebaut, später die LKW W50 und ab 1986 der L60 produziert. 1990 musste die Produktion aufgrund sinkender Nachfrage bedingt durch die Währungsumstellung zur D-Mark und der Übernahme durch die Treuhand eingestellt werden. Ab Mitte der neunziger Jahre konzentrierte man sich in Ludwigsfelde auf die Fertigung von Kleintransportern wie Vario und den Van Vaneo, dessen Produktion im Sommer 2005 eingestellt wurde. Am 23. Juni 2006 startete die Produktion des Sprinter-Nachfolgers in allen offenen Versionen. Ebenfalls siedelte sich die MTU Maintenance Berlin Brandenburg GmbH in dem aufstrebenden Mittelzentrum an und knüpfte somit an die Luftfahrtgeschichte Ludwigsfeldes an. Das Turboprop-Triebwerk TP400-D6 für den Airbus A400M wird in Ludwigsfelde endmontiert. Außerdem haben sich ThyssenKrupp, Coca-Cola sowie diverse Logistikfirmen angesiedelt. Seit Juni 2006 betreibt der Volkswagen-Konzern (OTLG) ein Logistikcenter für Originalteile, von dem aus 600 VW-Händler in den neuen Bundesländern zwei Mal am Tag beliefert werden.

Im April 2006 eröffnete das Kristall Schwimm- und GesundheitsCenter Ludwigsfelde, das aus einer großen Saunatherme und einem Sportbad besteht. Es ist die größte FKK-Therme Europas.

Die Stadt ist ein Wachstumskern im Wirtschaftsförderungssystem des Landes Brandenburg und damit einer der wichtigsten brandenburgischen Industriestandorte.

2006 erhielt Ludwigsfelde den Titel „familienfreundliche Stadt“ des Landes Brandenburg.

Verkehr

Bildung

In der Stadt befinden sich

  • vier Grundschulen, die 1. 2. 4. und 5. Grundschule Ludwigsfelde
  • zwei Oberschulen, die Friedensoberschule Ludwigsfelde und die Gottlieb-Daimler-Schule Ludwigsfelde
  • die allgemeine Förderschule Ludwigsfelde
  • die Förderschule für geistig Behinderte "Am Wald" Groß Schulzendorf
  • das Marie-Curie-Gymnasium Ludwigsfelde
  • das Oberstufenzentrum des Landkreises Teltow-Fläming mit den Fachbereichen Metall-, Bau- und Elektrotechnik sowie Raumgestalltung und Farbtechnik
  • die betriebliche Ausbildung der DaimlerChrysler Ludwigsfelde GmbH
  • das Zentrum Aus- und Weiterbildung Ludwigsfelde GmbH (ZAL)
  • das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM)
  • die Musikschule der Stadt Ludwigsfelde (im Kulturhaus)

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Yvonne Bönisch, Judo-Olympiasiegerin
  • Barbara Rütting, Schauspielerin und Alterspräsidentin im bayerischen Landtag der Grünen.
  • Christian Sprenger, Handballspieler
  • Werner Musiol mehrfacher deutscher Meister im Motoradrennsport
  • Peter Rosenow, Rennbootweltmeister
  • Kathrin Waligura, Schauspielerin
  • Manfred Blumental, Rennboot
  • Klaus Driefert, Rennboot

weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Literatur

  • Mario Stutzki und Gerhard Birk: Ludwigsfelde. Geschichte in Bildern, Sutton Verlag 1999, ISBN 3897021080
  • Gerhard Birk: Ludwigsfelder Geschichte und Geschichten, Förderverein Kulturkreis Ludwigsfelde e.V. 2001, ISBN 3931329321
  • Gerhard Birk, u.A.: Ludwigsfelder Geschichte und Geschichten : Einblicke in Geschichte und Alltagsleben einer brandenburgischen Stadt, 1999, ISBN 3931329208
  • Peter Neumann, Zur Bedeutung von Urbanität in kleineren Industriestädten – untersucht am Beispiel von Hennigsdorf und Ludwigsfelde im Umland von Berlin. Münster 2002 (Münstersche Geographische Arbeiten, Bd. 45)
  • Carsten Benke, Ludwigsfelde: Stadt der Automobilbauer, in: Holger Barth (Hg.): Grammatik sozialistischer Architekturen. Lesarten historischer Städtebauforschung zur DDR, Berlin 2001, S. 83–97, ISBN 3496012358
  • Matthias Noell, Uta Walch: Ludwigsfelde. Die Siedlung am Heinrich-Heine-Platz: „Erste sozialistische Wohnstadt im Bezirk Potsdam“, in: Brandenburgische Denkmalpflege 1, 2000, S. 41–53
  • Karin Grimme: Die Werkssiedlung von Daimler-Benz in Ludwigsfelde, in: Kreisverwaltung Zossen (Hg.): Heimatkalender für den Kreis Zossen, Zossen, 1993, S. 90–97.

Weblinks

Commons
Commons: Ludwigsfelde – Bilder, Videos und Audiodateien
Quelle:
Artikel Ludwigsfelde aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
Lizenz:
Kategorien:
Werbung
Bookmarks
delicious wong linkarena google
Sponsoren