Malamocco ist ein kleiner Ort auf dem Lido, der die Lagune von Venedig vom adriatischen Meer abtrennt. Er liegt nahe beim porto di Malamocco, einem der drei porti, durch die die Gezeitenbewegung in der Lagune gesichert und die Verlandung der Lagune verhindert wird. Ähnlich wie Venedig wird das Stadtbild des kleinen Ortes, dessen Bewohner vor allem vom Fremdenverkehr leben, von Kanälen geprägt.
Malamocco war neben Torcello, Caorle, Jesolo, Heracliana und Murano eine der Inselkommunen des frühen Venetiens. Kirchliches Oberhaupt dieser Kommunen war der Patriarch von Grado, politisch unterstanden diese Gemeinden dem oströmischen Kaiserreich. Die ersten Dogen Venedigs, deren Zählung nach der Tradition mit dem mythischen Paolo Lucio Anafesto, Regierungszeit 697 – 717, beginnt, waren zunächst in Heracliana ansässig bevor der Dogensitz Mitte des 8. Jahrhunderts nach Malamocco verlegt wurde. Unter dem zehnten Dogen Angelo Partecipazio wurde der Dogensitz dann zum Rialto verlegt. Erst den Rialto kann man als Keimzelle der Seerepublik Venedig betrachten. Malamocco blieb zwar weiterhin Hafen und Handelsplatz, hatte aber keine politische Bedeutung mehr. Mitte des 12. Jahrhunderts wurde der Ort Malamocco durch ein Erdbeben und eine verheerende Sturmflut vollständig vernichtet. Das in der Folge wieder neu besiedelte Malamocco wurde während des Chioggia-Krieges von den Genuesern beschossen und erlitt schwere Zerstörungen.