Mang-gon (Thai: มังกร) kann in Thailand mehrere Bedeutungen haben:
Der Drache Mang-gon ist wie die Naga ein Wasserwesen. Erscheint die Naga zur Regenzeit, so erwacht der Drache im Frühjahr aus seinem Winterschlaf. Dann stößt er Donnergrollen aus, welches in chinesischen Kunstwerken oft als Kugel dargestellt wird. Obwohl beide Fabelwesen viel gemeinsam zu haben scheinen, so unterscheiden sie sich doch in einigen Punkten. Eine Naga wird oft an oder in heiligen Gebäuden in thailändischen Tempeln dargestellt. Häufig zu sehen ist der Buddha, wie er während seiner Meditation von einer siebenköpfigen Naga beschützt wurde. Der Drache wird dagegen bestenfalls mit vergänglicher Macht assoziiert.
Ein Mang-gon wird in thailändischen Kunstwerken nie als solcher dargestellt, sondern fast immer als Hybrid-Wesen, bei dem ein Körperteil (meistens der Kopf) vom Drachen abstammt, der Rest des Körpers von anderen Fabeltieren. Diese Hybrid-Wesen wurden in der Rattanakosin-Zeit in alten Handschriften dargestellt, von denen nur noch einige überliefert sind. Sie wurden betitelt als „Bücher mit Bildern verschiedener Tierfiguren, die für die Prozessionen anläßlich der königlichen Verbrennungen gebraucht werden“. Die Tiere stammen aus dem mythologischen Schneewald (Himaphan), der sich an den Hängen des Berges Meru befindet. Sie erinnern an Darstellungen in der Kunst Angkors, wie im Prasat Thom in Koh Ker oder in Banteay Srei. In der thailändischen Literatur wurden sie zuerst im Traiphum Phra Ruang erwähnt.
Darstellungen der Hybrid-Wesen finden sich noch heute in vielen thailändischen Tempeln (Wat), am bekanntesten sind die goldenen Statuen auf der Oberen Terrasse des Wat Phra Kaeo. Überlebensgrosse Nachbildungen wurden früher in den Umzügen mitgeführt, welche königliche Urnen zum Verbrennungsplatz geleiteten. Auf dem Verbrennungsplatz wurde ein Katafalk nach dem Vorbild des Meru errichtet.