Eine Marienikone ist ein Kultbild mit einer Darstellung der Gottesmutter Maria. Sie ist neben Christus-Darstellungen das wohl häufigste Darstellungsmotiv der Ikonenmalerei. Aufgrund der besonderen Ausprägung der Marienverehrung der Ostkirchen, die immer auf Christus bezogen ist, wird Maria auf Ikonen meist zusammen mit dem Christuskind dargestellt.
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Einige vorikonoklastische Marienikonen aus dem 5. bis 7. Jahrhundert befinden sich in der Sammlung des Sinai-Katharinenklosters, die noch enkaustisch gemalt worden sind. Eine davon ist dem Ikonentyp der Gottesmutter als Nikopoia (die Siegbringende) zuzuschreiben, die hier allerdings zusätzlich den Beinamen Hoffnung Aller trägt.
In Santa Francesca Romana in Rom befindet sich eine Marienikone, die dem 7. Jahrhundert zugeschrieben wird.
Eine der Legende nach vom Evangelisten Lukas gemalte, in jedem Fall aber antike Marienikone wurde vermutlich wie viele andere Ikonen im Laufe des 8. Jahrhunderts vor dem Bildersturm gerettet und nach Italien gebracht. Zumindest berichtet der Patriarch Germanos davon, wie eine Marienikone auf dem Wasserweg nach Rom kam. Sie wurde in der Basilika Santa Maria Maggiore aufbewahrt und von der römischen Bevölkerung als Maria la romana (Maria, die Römerin) bzw. Salus Populi Romani (Heil des römischen Volkes) verehrt.
Solche dem Evangelisten zugeschriebene Marienikonen finden sich außerdem:
Eine alte Marienikone mit dem Namen „Panagia skopiotissa“ (die Allheilige vom Berg Skopos) wurde 1933 in einem Kölner Antiquariat aufgefunden und wird heute in einer Kapelle der Kirche St. Gertrud in Morsbach aufbewahrt. Vermutlich stammt sie aus dem 13. Jahrhundert vom dortigen inzwischen zerstörten Marienkloster beim Berg Skopos auf der Insel Zakynthos.
Bekannt ist auch die Marienikone der Redemptoristen. Sie stellt Maria unter dem Titel Mutter von der Immerwährenden Hilfe dar. Sie ist vermutlich im ausgehenden 14. Jahrhundert auf der Insel Kreta entstanden und dann nach Rom gekommen. Dort wurde sie 1866 von Papst Pius IX. der Kongregation der Redemptoristen anvertraut und befindet sich in der Kirche Sant'Alfonso. Durch die missionarische Tätigkeit des Ordens hat sich das Bild in zahlreichen Kopien verbreitet.
Aus der Zeit um 1800 stammt die so genannte Fünffelderikone mit Mariendarstellungen: Gottesmutter von der Tolga, Gottesmutter lindere meinen Kummer, Gottesmutter die die harten Herzen erweicht, Gottesmutter Aufsuchung der Verlassenen. Mittig Gottesmutter der unverhofften Freude.
Durch die Weltjugendtage berühmt geworden ist eine 118 cm hohe und 79 cm breite Kopie der Marienikone Salus Populi Romani, die Papst Johannes Paul II. den Jugendlichen der Welt zum XVIII. Weltjugendtag in Rom geschenkt hat. Gemeinsam mit dem Weltjugendtagskreuz ist die Ikone jeweils im Vorfeld eines Weltjugendtags vor allem im Gastgeberland unterwegs. Daher war sie von Palmsonntag 2003 bis zum August 2005 auf dem Weg durch Europa und vor allem durch Deutschland.
Die Marienikone in Taizé wurde von Frère Eric de Saussure gemalt und 1962 vom damaligen Leningrader Metropoliten Nikodim bei einem Besuch in Taizé gesegnet. Sie stellt die Muttergottes als Erbarmerin dar (griech. Eleousa, russ. Umilenye). Sie ist auch als Gottesmutter von Wladimir bekannt. Die Ur-Ikone dieses Typs wurde in Konstantinopel für den Fürsten Isjaslaw von Kiew gemalt und ihm 1132 vom Kaiser zum Geschenk gemacht. 1155 wurde sie jedoch vom Fürsten Boguljubskij nach Wladimir entführt und von dort aus 1315 nach Moskau gebracht. Da man ihr die Befreiung von den Mongolen unter Tamerlan zugeschrieben wurde, wurde sie zur Patronin des russischen Reiches erhoben.