Die Mark (nhd. marc, marke) ist ursprünglich vielleicht auch eine germanische Masseeinheit, die ab dem 11. Jahrhundert das Pfund als Edelmetall- und Münzgewicht verdrängte. Das Verhältnis der Münz-Mark zum Handels-Pfund beträgt traditionell 2:1. Jedoch liegt zum Beispiel die Ratio der Kölner Mark zum karolingischen Pfund bei 576 : 1000.
Angeblich leitet sich die Edelmetallgewichtsmark daher, dass ein Pfund Silber oder Gold, welches in Form eines Stangenbarrens ausgegossen wurde, nach der Abkühlung genau in der Mitte mit einer Marke versehen wurde, wo dann der Stangenbarren zerschnitten wurde, so dass aus einem Pfund zwei Gewichtsmark entstanden. Nach einem Handelslexikon von 1848 soll der Begriff Gewichtsmark daher kommen, "weil das Metallstück, dessen man sich zum Wägen bediente, mit einem Zeichen oder einer Marke versehen war."
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Bis ins Mittelalter bestanden noch viele, regional verschiedene Mark-Gewichte, von denen die Kölner Mark (umgerechnet etwa 234 g) für das Münzwesen große Bedeutung erlangte. Die Kurfürstentümer Mainz, Köln, Trier und Kurpfalz gründeten 1386 den Rheinischern Münzverein, der die Anerkennung des Rheinischen Goldguldens beinhaltete. Dabei wurden aus einer Kölner Mark 66 Goldmünzen geprägt. Vorbild war der seit 1252 geprägte Florentiner Dukat. Die Kölner Mark gab es schon im 11. Jahrhundert, damals noch im Schatten des karolingische Silberpfundes. Der Ablösungszeitpunkt des karolingischen Münzpfundes durch die Mark als neues Münzgewicht lässt sich nicht eindeutig datieren, er scheint aber zuerst im Rheinland in einer längeren Übergangsperiode erfolgt zu sein. Siehe dazu ergänzend Schilling.
Als Anfang des 16. Jahrhunderts neue Silbervorkommen erschlossen wurden, bildete die Kölner Mark insofern die Grundlage für den Silbertaler, als dass eine Wertgleichheit des Talers mit dem damaligen Goldgulden, Dukat (etwa 3,5 g) festgelegt wurde. Die Mark wurde dann offiziell auf dem Esslinger Reichstag von 1524 verbindlich in Deutschland als Münzgewicht eingeführt.
Sämtliche Taler, Gulden, Dukaten und Kleinmünzen wurde dann fortan im gesetzlichen Sprachgebrauch aus Gründen der damaligen Rechengewohnheiten, die das Dezimalsystem noch nicht kannte, mit der Mark als Zählmaß verglichen, z.B. nach dem Muster:
Acht Taler sind eine rauhe, d.h. mit Kupfer beilegierte Mark oder neun Taler sind eine feine, d.h. eine reine Edelmetall-Mark.
Die 1524 festgelegte Mark hatte zeitlich und regional geringe bis größere Gewichtsunterschiede (siehe unten), so dass z.B. die Kölner, die Nürnberger Mark oder gar die Pariser Mark nicht gleichgewichtig waren. Diese Unterschiede wurden erst im 19. Jahrhundert in Deutschland vertraglich behoben.
Der Verschlechterung der Geldqualität seit der Kipper- und Wipperzeit trat Friedrich II. von Preußen entgegen. Unter seiner Herrschaft wurde verpflichtend aus einer Kölner Mark 14 preußische Taler geprägt (Graumannscher Münzfuß, benannt nach dem preußischen Münzdirektor J. P. Graumann), übernommen von vielen norddeutschen Staaten. Maria Theresia zog nach, und stellte einen ebenfalls auf der Kölner Mark basierenden Münzfuß auf, Grundlage des Konventionstalers, den viele süddeutsche Staaten übernahmen. Im Dresdner Münzvertrag von 1838 wurden dann in allen Ländern des Zollvereins Münzen auf Grundlage der "preußischen Kölner Mark", der sogenannten Vereinsmark verbindlich.
Das Ende der Kölner Mark kam mit dem Wiener Münzvertrag, der das Zollpfund von 500 Gramm von Nord bis Süd etablierte.
Abweichungen einiger regionaler Werte der Mark vom heutigen, arbiträren,
sieben-glatten Wert der Kölner Mark zu genau: 234,101 1456 Gramm.
| 10 000.stel Karlspfund |
CM = Cölnische Mark | Ref. | Wert in g | Abweichung | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 6048 | Holländische Mark | [1] | 246,0839 | + | 0,1130 % | ||
| 5760 | CM in Bayern | [2] | 233,950 | – | 0,0646 % | ||
| 5760 | CM in Wien | [2] | 233,890 | – | 0,0902 % | ||
| 6912 | Wiener Mark | [1] | 280,644 | – | 0,0987 % | ||
| 5760 | CM in Preußen | [1] | 233,8555 | – | 0,1049 % | ||
| 5760 | CM in Hamburg | [2] | 233,85489 | – | 0,1052 % | ||
| 5760 | CM in Köln | [1] | 233,8123 | – | 0,1234 % | ||
Für Gold:
| Einheit | Goldmark | Goldkarat | Goldgran | Korngran | 7-glatter Wert | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Goldmark | 1 | 24 | 288 | 4608 | 234,101 1456 | g | ||
| Goldkarat | 1 / 24 | 1 | 12 | 192 | 9,754 2144 | g | ||
| Goldgran | 1 / 288 | 1 / 12 | 1 | 16 | 0,812 8512 | g | ||
| Korngran | 1 / 4608 | 1 / 192 | 1 / 16 | 1 | 0,050 8032 | g | ||
Die Goldmark wiegt 24 Goldkarat gleich 288 Goldgrän. Sie wiegt also auch 4806 Korngrän.
Ein Goldgran entspricht übrigens auch genau dem 500. Teil eines karolingischen Pfundes.
Das Goldkarat und das ordinäre Karat – gleich vier Korngrän – unterhalten die Ratio 1 : 48.
Für Silber und seiner Kupferbeilegierungen, also auch für das gebräuchliche Geld. Unzen wurden nicht geprägt.
Das geprägte Loth hieß Batzen, sowie das geprägte Quentchen der Kreuzer war. Richtpfennige wurden natürlich nie ausgeprägt.
| Einheit | Mark | Unze | Loth | Quentchen | Pfennig | Heller | Korngran | Richtpfennig | 7-glatter Wert | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Silbermark | 1 | 8 | 16 | 64 | 256 | 512 | 4608 | 65 536 | 234,101 1456 | g | ||
| Unze | 1 / 8 | 1 | 2 | 8 | 32 | 64 | 576 | 8192 | 29,262 6432 | g | ||
| Loth | 1 / 16 | 1 / 2 | 1 | 4 | 16 | 32 | 288 | 4096 | 14,631 3216 | g | ||
| Quentchen * | 1 / 64 | 1 / 8 | 1 / 4 | 1 | 4 | 8 | 72 | 1024 | 3,657 8304 | g | ||
| Silberpfennig | 1 / 256 | 1 / 32 | 1 / 16 | 1 / 4 | 1 | 2 | 18 | 256 | 0,914 4576 | g | ||
| Heller | 1 / 512 | 1 / 64 | 1 / 32 | 1 / 8 | 1 / 2 | 1 | 9 | 128 | 0,457 2288 | g | ||
| Korngran | 1 / 4608 | 1 / 576 | 1 / 288 | 1 / 72 | 1 / 18 | 1 / 9 | 1 | 128 / 9 | 50,8032 | mg | ||
| Richtpfennig | 1 / 65 536 | 1 / 8192 | 1 / 4096 | 1 / 1024 | 1 / 256 | 1 / 128 | 9 / 128 | 1 | 3,5721 | mg | ||
Die Silbermark ist gleich 8 Unzen = 16 Loth = 64 Quentchen = 256 Pfennig = 512 Heller = 4806 Korngän und gleich 65 536 Richtpfennig.
* Quentchen oder auch Drachme.
| Name des Gewichts |
Gewicht |
Kölner Mark |
|
|||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wiener Mark | 280,644 | g | [1] |
|
|
|
Zehntausendstel Karlspfund | |
| Prager Mark | 253,17 | g | [3] |
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|
|
Zehntausendstel Karlspfund * | |
| Holländische Mark | 246,0839 | g | [1] |
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|
Zehntausendstel Karlspfund ** | |
| Pariser Mark | 244,7529 | g | [4] |
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|
|
französisches Pfund | |
| Würzburger Mark | 238,62 | g | [5] |
|
||||
| Nürnberger Mark | 237,52 | g | [5] |
|
||||
| Erfurter Mark | 235,40 | g |
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|||||
| Preußische Mark | 233,8555 | g | [1] |
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(Variante der Kölner Mark) | |||
| Kölner Mark | 233,8123 | g | [1] |
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|
Zehntausendstel Karlspfund | |
| Towermark | 233,2761 | g | [6] |
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Towerpfund | |
| Spanische Mark | 230,348 | g | [5] |
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|
Zehntausendstel Karlspfund | |
| Portugiesische Mark | 229,5 | g | [5] |
|
||||
| Krakauer Mark | 197,98 | g | [5] |
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||||
* In der Praxis mit einem Gewichtskomma von 3125 : 3136. Daher wiegt die theoretische Prager Mark genau 253,125 g. Der empirische Wert von 253,17 g liegt nur 0,018% darüber.
** Die Kölner Mark ist von einem recht leichten Karlspfund zu ca. 405,924 g abgeleitet, die holländische Mark hingegen von einem recht schweren Karlspfund zu ca. 406,885 g. Daher wurde die eigentliche Ratio der holländischen Mark gegenüber der Kölner Mark in der Neuzeit oft nicht mehr korrekt erkannt und dann nicht selten mit 20 : 19 angegeben. Ableitungen mit solch großen Primzahlen wie 13, 17 oder 19 kamen bei den – auf hochzusammengesetzte Zahlen hin orientierten – alten Maßen und Gewichten aber erwiesenermaßen gar nicht vor.
Die Kölner Mark beträgt auch – sicher nicht zufällig – neun Tausendstel der Wassermasse des römischen Kubikfußes.
Wenn man von dem relativ geringen Wasserreinheits- und Wassertemperatur-Problem absieht, gilt:
![\sqrt[3]{233,8123 * 1000/9} = 29,617 cm](/wikipedia.images/J/3e2af8f286a3e1cbc467d9744d7b0ccc.png)
Die Länge von 296,17 mm ist unzweifelhaft ein in Teilen Deutschlands bis ins 19. Jahrhundert verwendeter römischer Fuß.
siehe auch: Münze, Einheit, Masse, Gewicht
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