Markgröningen

Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Markgröningen
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Markgröningen hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ludwigsburg
Koordinaten: 48° 54′ N, 9° 5′ O
Höhe: 281 m ü. NN
Fläche: 28,16 km²
Einwohner: 14.483 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 514 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71706
Vorwahlen: Markgröningen: 07145 Unterriexingen: 07147
Kfz-Kennzeichen: LB
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 050
Adresse der Stadtverwaltung: Marktplatz 1
71706 Markgröningen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Rudolf Kürner

Markgröningen ist eine Stadt in Baden-Württemberg im Landkreis Ludwigsburg. Sie ist für ihren traditionellen, alljährlich stattfindenden Schäferlauf bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Markgröningen liegt im Strohgäu an der Glems.

Geschichte

Marktplatz mit Rathaus
Marktplatz mit Rathaus

Die urkundliche Ersterwähnung (unter dem Namen Grüningen) stammt vom Jahr 779. Noch heute wird die Stadt umgangssprachlich Gröningen genannt. Die Vorsilbe Mark stammt von der Grenzlage an der fränkisch-alemannischen Mark, die in diesem Bereich mit der Bistumsgrenze übereinstimmt. Historisch von Bedeutung ist Markgröningen, weil das Grüninger Reichslehen dem Träger der Reichssturmfahne vorbehalten war. 1252 hatte dieses Amt Graf Hartmann I. von Grüningen aus dem Haus Württemberg inne, der sich die vermutlich um 1240 zur Freien Reichsstadt erhobene Stauferstadt mit ehemaliger Königspfalz aneignete und ausbaute. Gegen den erbitterten Widerstand des Grafen brachte König Rudolf von Habsburg die Stadt 1280 wieder in Reichshand. Im Jahre 1336 gelangten die Württemberger Grafen allerdings endgültig in den Besitz von Grüningen mitsamt der Reichssturmfahne, die sie ab 1495 auch als Herzöge in ihr Wappen übernahmen. Die ehemalige Reichsburg bauten sie zum Residenzschloss um. Unter Graf Eberhard im Bart erlebte die Stadt im 15. Jahrhundert nochmals eine Blütezeit. Ihre Bürger verfügten über das höchste Durchschnittsvermögen in ganz Württemberg. Wegen sozialer Spannungen kam es 1514 im Zuge des Armen Konrad allerdings zum Aufruhr gegen die vom Hause Volland dominierte Ehrbarkeit. Unterstützung erfuhr die Unterschicht durch Stadtpfarrer Dr. Rainhard Gaißlin.

Im Dreißigjährigen Krieg verzeichnete die Stadt starke Zerstörungen und große Bevölkerungsverluste. Residenz und Oberamt gingen im 18. und nach zähem Ringen endgültig im 19. Jahrhundert auf das neu errichtete Ludwigsburg über, weshalb Stadt und Kreis Ludwigsburg heute die Reichssturmfahne im Wappen führen.

Stillgelegter Bahnhof der Strecke nach Ludwigsburg
Stillgelegter Bahnhof der Strecke nach Ludwigsburg

Zwei Modernisierungswellen um 1830 und um 1970 kosteten die Stadt einen beträchtlichen Teil ihrer außergewöhnlichen historischen Bausubstanz.

Seit dem 19. Jahrhundert liegt die Stadt im Schatten der benachbarten Residenz- und Kreisstadt Ludwigsburg und hat nur wenig Industrialisierung (Textil, Werkzeug- und Maschinenbau). Es fehlen Eisenbahn- und Fernstraßenanschlüsse. Die Bahnstrecke Ludwigsburg–Markgröningen wurde erst 1916 eröffnet, eine erhoffte Weiterführung nach Vaihingen an der Enz wurde aber nicht realisiert, so dass die Strecke bedeutungslos blieb und der Personenverkehr auf ihr 1975 eingestellt wurde - im Jahre 2005 wurde das Gleis am Stadtrand von Ludwigsburg sogar gekappt.

Heute leidet die Stadt noch immer unter der schlechten Verkehrsinfrastruktur. So wurden erst 2006 die dritt-schlechtesten Luftwerte/höchsten Abgaswerte in Baden-Württemberg auf der Markgröninger Grabenstraße gemessen.

Seit dem 1. Januar 1973 zählt auch die ehemals selbstständige Gemeinde Unterriexingen zur Stadt. Hier mündet die Glems in den Fluss Enz.

Politik

Rathaus
Rathaus

Stadtrat

Der Gemeinderat der Stadt Markgröningen wurde am 13. Juni 2004 gewählt. Ihm gehören neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden weitere 24 Stadträtinnen und Stadträte an. Die Amtszeit des Gemeinderats läuft bis zum Jahr 2009.

FWG 40,7 % (+2,3): 10 Sitze (+1)
CDU 30,1 % (−1,3): 7 Sitze (=)
SPD 29,2 % (+6,9): 7 Sitze (+2)
Andere 0,0 % (−7,9): 0 Sitze (-1)

Wappen und Flagge

Das Stadtwappen zeigt unter blauem Schildhaupt, darin fünf sechsstrahlige goldene Sterne nebeneinander, in Gold einen rot bezungten schwarzen Adler. Der Adler weist auf die ehemalige Eigenschaft Markgröningens als Reichsstadt hin und erscheint seit 1299 in den Stadtsiegeln. Das Schildhaupt kam später als Unterscheidungszeichen von anderen Reichsstädten hinzu. Die Stadtflagge ist seit dem 18. Jahrhundert blau-gelb.

Das Unterriexinger Gemeindewappen zeigte in Gold einen schwarzen Adlerfang. Am 5. Mai 1956 erhielt Unterriexingen eine Gemeindeflagge in den Farben Blau-Gelb.

Partnerschaften

Markgröningen unterhält seit 1989 eine Städtepartnerschaft mit St-Martin-de-Crau im Süden Frankreichs.

Wirtschaft und Infrastruktur

Markgröningen ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Schalkstein im Bereich Württembergisch Unterland des Weinbaugebietes Württemberg gehören.

Ansässige Unternehmen

  • Magna Näher, Nadelfilzhersteller mit über 700 Angestellten.
  • Mahle, Kolbenhersteller
  • Kumpf, Fruchtsaft GmbH & Co.KG
  • Naturprodukten, Samnium Services Limited

Öffentliche Einrichtungen

Es gibt ein Alten- und Pflegeheim der kreiseigenen Kleeblatt Pflegeheime.

Bildung

Mit dem Hans-Grüninger-Gymnasium und dem Helene-Lange-Aufbaugymnasium gibt es zwei Schulen in Markgröningen, die zum Abitur führen. Die Realschule Markgröningen, die Ludwig-Heyd-Schule, die August-Hermann-Werner-Schule für Körperbehinderte, die Landern-Grundschule in der Kernstadt und die Glemstal-Grundschule in Unterriexingen runden das Schulangebot der Stadt ab.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Markgröningen liegt an der Deutschen Fachwerkstraße. Die Stadt bietet ein eindrucksvolles spätmittelalterliches Stadtensemble mit der gotischen Stadtkirche aus dem 13. bis 15. Jhdt., die innen wertvolle Wand- und Deckenmalereien besitzt, einem eindrucksvollen Fachwerk-Rathaus aus dem 15. Jhdt. und Resten der mittelalterlichen Stadtbefestigung mit einem Torturm. Außer den aufgezählten Bauwerken gibt es noch viele weitere historische Gebäude zu betrachten: das ehemalige Spital zum Heiligen Geist (15.Jh) mit Spitalkirche, zwei Keltern, der Landesfruchtkasten und die Zehntscheuer sowie zahlreiche stolze Bürgerhäuser aus dem 15. und 16. Jhdt. Ein Beispiel ist das renovierte Wimpelinhaus, in dem sich jetzt ein Museum befindet.

Außerdem gibt es in Markgröningen noch Reste des alten Schlosses, das erst in ein Arbeitshaus umgebaut und zwischendurch als Lehrerinnen-Seminar genutzt wurde. Heute beherbergt das Gebäudeensemble das Helene-Lange-Gymnasium (mit musischem Schwerpunkt).

Schäferlauf um 1900
Schäferlauf um 1900

Regelmäßige Veranstaltungen

Jährlich findet am letzten Augustwochenende das traditionelle Heimatfest statt, der „Historische Markgröninger Schäferlauf“. Disziplinen sind z.B. der Lauf der Schäfer und (unverheirateten) Schäfertöchter, der barfuß über das 300 Meter lange Stoppelfeld ausgetragen wird, sowie das Transportieren von Wasser mit auf dem Kopf balancierten Kübeln und das Wetthüten. Eine Woche vor dem Schäferlauf findet seit 1970 das "Internationale Musikfest" mit regem Zuspruch durch die Bevölkerung aus Markgröningen und der näheren und weiteren Umgebung statt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere mit Markgröningen in Verbindung stehende Persönlichkeiten

Weblinks

Commons
Commons: Markgröningen – Bilder, Videos und Audiodateien
Quelle:
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