| Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Marseille (Begriffsklärung). |
| Marseille | ||
|---|---|---|
![]() |
|
|
| Staat | Frankreich | |
| Region | Provence-Alpes-Côte d’Azur (Präfektur) | |
| Département | Bouches-du-Rhône | |
| Arrondissement | Marseille | |
| Kanton | Chef-lieu von 25 Kantonen | |
| Geographische Lage | 43° 17′ N 05° 22′ O | |
| Höhe | 12 m (0 m–640 m) |
|
| Fläche | 240,62 km² | |
| Einwohner – mit Hauptwohnsitz – Bevölkerungsdichte |
(2004) 808.700 Einwohner 3.318 Einw./km² |
|
| Postleitzahl | 13001 – 13016 (Die letzten beiden Ziffern stehen für die Nummer des städtischen Arrondissements) |
|
| INSEE-Code | 13055 | |
| Website | http://www.mairie-marseille.fr/ | |
Marseille [maʀˈsɛj] (deutsch veraltet: Massilien, okzitanisch: Marselha) ist die wichtigste französische und die drittgrößte europäische Hafenstadt. Sie liegt am Golfe du Lion, einer Mittelmeerbucht. Die Stadt, deren Einwohner sich Marseillais nennen, ist Hauptstadt des Départements Bouches-du-Rhône in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur. Marseille ist mit etwa 800.000 Einwohnern nach Paris die zweitgrößte Stadt Frankreichs. Das Ballungsgebiet Marseille hat, wenn man die unmittelbar angrenzenden Städte wie Allauch, Aubagne und Penne-sur-Huveaune hinzuzählt, ungefähr 1,2 Millionen Einwohner und ist damit die drittgrößte Agglomeration Frankreichs. Um diese Position streiten sich allerdings seit vielen Jahren die Städte Lyon und Marseille. Marseille ist Sitz eines Großmuftis und das Zentrum des Islam in Frankreich.
Inhaltsverzeichnis |
Marseille liegt zwischen 0 und 646 m (12 m am offiziellen Zentrum Noailles) hoch. Das Hinterland ist gebirgig und findet seine höchste Erhebung im 710 m hohen Croix de Garlaban. Im Nordwesten grenzt die Stadt an die Chaîne de l'Estaque, eine aus Kalkfelsen bestehende Bergkette hinter l'Estaque, die den Étang de Berre, ein großes salzhaltiges Binnengewässer, in dem Muschelzucht betrieben wird, vom Meer abtrennt. Südwestlich des Étang de Berre befindet sich der für Südfrankreich bedeutende, da zentral gelegene Flughafen Marignane.
Griechische Seehändler aus Phokäa in Kleinasien besuchten schon im 7. Jahrhundert v. Chr. die Südküste des heutigen Frankreichs nahe der Mündung der Rhône um mit den lokalen ligurischen Stämmen Handel zu treiben. Vor allem das Zinn war als ein Bestandteil der wertvollen Bronze bei den Griechen heiß begehrt, im Gegenzug fanden feine Töpferwaren und Goldschmuck den Weg in die Häuser der lokalen Fürsten. An der schroffen und felsigen Küste waren geschützte Landeplätze rar und so steuerte man mit der Zeit immer wieder den natürlichen Hafen des heutigen Marseille an, wo die Galeeren vor Wind und Wellen geschützt waren.
Um 620 - 600 v. Chr. gründeten sie dann dank einer Landschenkung des lokalen ligurischen Fürsten an diesem Hafen eine dauerhaft bewohnte Handelspräsenz und nannten sie Μασσαλία Massalia (vereinzelt auch Massilia genannt), das heutige Marseille. Der Legende nach hatte sich eine Tochter des Fürsten bei einem großen Fest in einen der Ehrengäste, dem Anführer der griechischen Händler, Protis, verliebt. Die beiden wurden vermählt und Sie brachte als Mitgift das Land um den heutigen Alten Hafen mit in die Ehe ein.
Der Legende nach ist die Stadt wie folgt entstanden:
Nachdem Protis an Land gegangen war, um sich mit der schönen Ligurerin Gyptis zu vereinen, ward Marseille gegründet. Protis war Phäake, und die Phäaken, dieses Seefahrervolk von der Insel Scheria, hatten nicht nur einen gastfreundlichen König namens Alkinoos, der den schiffbrüchigen Odysseus aufnahm, um ihn dann in seine Heimat Ithaka zu geleiten. Er hatte auch eine schöne Tochter. Nausikaa war es, die den gestrandeten Odysseus fand und ins Haus ihres Vaters führte. Marseille wurde also von der Liebe gegründet.
Mit der Zeit wuchs diese Siedlung zu einer großen Kolonie empor. Durch seine günstige Lage als Endpunkt der rhoneabwärts führenden Handelsstraße wurde Massalia bald zur reichsten und größten Griechenstadt am westlichen Mittelmeer. Sein Kultureinfluss erstreckte sich weit in das Hinterland hinein, und wenn sich die Helvetier zu Cäsars Zeiten der griechischen Buchstaben bedienten, so steht hinter dieser Schriftrezeption der Massailotische Einfluss. Auch in einigen südfranzösischen Dialekten scheinen sich Spuren der alten phokäischen Gräzität erhalten zu haben.
Auch Malaga, Korsika und Nizza wurden von Zuzüglern aus Phokäa besiedelt, die eine Kolonie nach der anderen gründeten. Mit der Zeit wurde Massalia so groß und bedeutend, dass es selbst Siedler ausschickte, um Handelsposten und Kolonien im Westen bis hin nach Spanien zu gründen. Fast schien es so, als ob das Westbecken des Mittelmeers ein Binnensee der Phoakier und der Massalioten werden sollte, als die Koalition der Etrusker und Karthager der griechischen Expansion in der Seeschlacht bei Alalia ein Ende setzten.
Um das Jahr 545 erfolgte - nach der Flucht aus Phokaia durch Harpagos (einen Meder bzw. Perser, Statthalter des Königs Kyros) - ein erneuter Zuzug aus der Mutterstadt. (Hdt. 1,163,1-1,165,4, Solin. II,77, Liv. V,34,7-8).
Es gab immer wieder Konflikte mit den Gallien beherrschenden keltischen Stämmen.
125 v. Chr. rief Massalia die Truppen des Römischen Reiches um Hilfe gegen die Angriffe gallischer Stämme (Ligurer, Allobroger, Salluvier, Arverner und Vokontier). Im Laufe der Kriegshandlungen wurde das Gebiet um Marseille bis zur Rhônemündung von Rom erobert. Es wurde in die Provinz Narbonensis umgewandelt, und blieb bis zum Ende des Römischen Reiches dessen Bestandteil.
Anfang des 5. Jahrhunderts wurde am Südufer des Alten Hafens das Kloster Saint-Victor gegründet, das von 750 bis 960 die Residenz der Bischöfe von Marseille war. 481 fiel die Stadt an die Westgoten, 508 an die Ostgoten, 536 an die Franken und 879 an Niederburgund. Nachdem die Sarazenen sie zerstört hatten, wurde die Stadt im 10. Jh. wiederaufgebaut und den Vicomtes de Marseille unterstellt. Zwischen 1216 und 1218 wurde Marseille zur selbstständigen Republik und schließlich 1481 mit Frankreich vereinigt.
1720 und 1721 wütete die Pest, an der die Hälfte der Bevölkerung starb (50000).
Die Bevölkerung von Marseille war seit jeher stolz und unabhängig, und im ganzen Land bekannt sich gerne gegen die Obrigkeit und den König aufzulehnen. So schickte die Stadt im Jahr 1792 500 Freiwillige Kämpfer um die neue Regierung der Aufständischen während der Französischen Revolution zu unterstützen. Das von den Kämpfern aus Marseille in den Straßen von Paris gesungene Lied wurde als die Marseillaise bekannt. Am 14. Juli 1795 wurde die Marseillaise zur französischen Nationalhymne erklärt.
Im neunzehnten Jahrhundert wuchs Marseille zum bedeutendsten Hafen des französischen Kaiserreiches, vor allem auch dank der französischen Kolonialisierung in Afrika und Indochina. Die Entwicklung und Bedeutung des Hafens verstärkte sich noch mit dem Beginn der Industrialisierung, und erst recht mit der Eröffnung des Suezkanals 1869.
Am 9. Oktober 1934 fielen der jugoslawische König Alexander I. und der französische Außenminister Louis Barthou vor der Börse einem Mordanschlag zum Opfer.
Im Januar 1943 wurde nach Hitlers Anweisung ein Großteil der Altstadt von deutschen Truppen gesprengt. 27.000 Einwohner wurden aus der historische Altstadt, die als eine Brutstätte der Résistance galt, zwangsumgesiedelt. Am 27. Mai 1944 griffen amerikanische Bomber die deutschen Militäranlagen in Marseille an. Am 23. August wurde die Stadt von den amerikanischen Truppen von den deutschen Besatzern nach einwöchigen Kämpfen befreit.
Den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Auguste Perret.
In der Nachkriegszeit wuchs die Stadt unaufhörlich weiter bis es dann Ende der 70er Jahre drohte in Dreck, Kriminalität und Verkehr zu ersticken. Soziale Unruhen machten sich breit und Marseille verlor innerhalb von zehn Jahren wieder 10% seiner Bevölkerung durch Abwanderung. Die Bürgermeister unternahmen in dieser Zeit große Anstrengungen um der Kriminalität, der schier unendlichen Zahl der illegalen Zuwanderer aus Nordafrika sowie dem Verfall der Stadt Herr zu werden.
1993 erschütterte ein Skandal die Stadt, als der damalige Präsident des Fußballklubs Olympique Marseille, Bernard Tapie, wegen Bestechung zum Gewinn der Landesmeisterschaft eine Haftstrafe antreten musste.
Zu allem Überfluss bereiteten die zunehmende Armut und die ausufernde Zuwanderung dem Rechtsradikalismus den Boden und Marseille sah sich weltweit in den Schlagzeilen als die hässliche rassistische Brutstätte der französischen Rechten.
In den 90er Jahren wandelt sich das Bild der Stadt, die Wirtschaft wächst wieder, neue Industrien siedeln sich an und die Stadt renoviert und baut an allen Ecken.
|
1750 bis 1910
|
1920 bis 1962
|
1968 bis 2006
|
Bürgermeister von Marseille sind oder waren:
Das Musée des Beaux-Arts mit seinen Malereien aus dem 18. und 19. Jahrhundert und das Musée d'Histoire Naturelle mit seinen zoologischen und geologischen Ausstellungen befindet sich in den Seitenflügeln des Palais Longchamp (siehe Bauwerke). Das Musée d'Archéologie Méditerrannéenne und Musée d'arts Africains, Océaniens et Amérindiens befinden sich in der Vieille Charité, dem ehemaligen Krankenhaus der Armen. Die bildende Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist mit einer beachtenswerten Sammlung im Musée Cantini vertreten, gelegen im bürgerlichen 6. Arrondissement, wo auch die Präfektur ihren Sitz hat. Auch finden dort kontinuierlich Wechselausstellungen zur zeitgenössischen Kunst statt. Im 1852 bis 1860 am unteren Teil der Canebière, nahe dem Alten Hafen erbauten Palais de la Bourse (Börse) befindet sich heute das Musée de la Marine et de l'Economie de Marseille, eine kommunale Institution zur Förderung der Wirtschaft. Dort finden auch Ausstellungen zu Handel, Wirtschaft und Verkehr statt.
Südlich des Stadtkerns befindet sich die von Henri-Jacques Espérandieu im neobyzantinischen Stil entworfene Notre-Dame de la Garde, an der Stelle einer mittelalterlichen Wallfahrtskapelle in den Jahren 1853 bis 1864 erbaut. Sie befindet sich auf einem 162 m hohen Kalkfelsen und ist neben dem vor dem Hafen liegenden Château d'If das Wahrzeichen von Marseille. „La bonne Mere“, wie sie im Volksmund genannt wird, birgt eine monumentale Sammlung an Votivbildern. Von den Aussichtsplattformen hat man einen spektakulären Blick über die Stadt.
Der im Zentrum gelegene Alte Hafen Vieux Port bzw. am Quai des Belges gelegene Fischmarkt ist entgegen den Berichten von Reisebüros und Journalisten nicht der zentrale Treffpunkt der Stadt; es sei denn, man bewertet die Tatsache als entscheidend, dass von dort aus die (kleinen, also alltäglich versorgenden oder Ausflügler transportierenden) Schiffe zu den Inseln, den Îles d’Frioul hinausfahren, also nach Château d’If oder die durch einen Deich (Digue Berry) miteinander verbundenen, zwischen einem kleinen Hafen gelegenen Île Ratonneau und Île Pomègues sowie vorbei an den Calanques ins etwa dreißig Kilometer entfernte Cassis mit Europas höchster Klippe. Hier findet zwar tatsächlich und täglich ein Treffen zwischen Hausfrauen und Fischern bzw. deren Fisch verkaufenden Frauen insofern statt, als die einen einkaufen und die anderen verkaufen (vor allem an Samstagen, da an Wochenenden in der Familie gegessen wird), doch es sind höchstens vier bis fünf Tische, manchmal vielleicht auch sechs aufgebaut, an denen frische Mittelmeerfische verkauft werden. Die Marseillais kaufen ihren Fisch sonst lieber im Supermarkt (frisch aus dem Atlantik oder sonst woher, möglicherweise am Markt, an dem längst nicht mehr nur die örtlichen Araber einkaufen, in der Rue Longue des Capucins, wo es nahezu alles und höchst preiswert gibt) oder aber die Meeresfrüchte (Muscheln, Schnecken usw.) bei Toinou am Cours Saint-Louis. Unweit des Vieux Port, etwa zur Mitte der Strecke zum Cours Saint-Louis hin, leicht schräg gegenüber der Place du Général de Gaulle (ein paar Meter von der Stadtinformation Office du Tourisme) befindet sich auch die Börse (Palais de la Bourse, wo das Musée de la Marine et de l'Economie de Marseille untergebracht ist.
Vom Alten Hafen aus zieht sich die etwa einen Kilometer lange Canebière (provenzal. Canabiero = Cannabis - Hanf wurde hier gehandelt, daher der Name) – eine ehemalige Prachtstraße des 19. und anfänglichen 20. Jahrhunderts, endgültig verblichen während der sechziger und siebziger Jahre, zur Église Saint-Vincent-de-Paul, der Kirche der Reformierten, hin. An ihrem Ende, leicht nordwestlich der Kirche findet sie mit dem Boulevard Longchamp' (zunächst Cours Joseph Thierry) eine interessantere Fortsetzung, die zum Gelände mit dem Palais Longchamp und seiner Brunnenanlage sowie dem dahinter liegenden Zoologischen Garten führt. Die Canebière ward von stattlichen Geschäftshäusern und Cafés gesäumt und früher oft mit der Pariser Avenue des Champs-Élysées verglichen. Die einstige Prachtstraße hat sich seit den 1970ern im Zuge der Zunahme des Straßenverkehrs in eine lärmende Rennstrecke gewandelt, ohne den Charme von einst. Vom Alten Hafen, also dem Quai des Belges aus betrachtet bis hin zum Cours Belsunce/Cours Saint-Louis hat sie noch ein wenig davon. Das mag auch an der in den Jahren 1852 bis 1860 erbauten Börse (Bourse de Marseille) oder an der gegenüberliegenden Place du Général de Gaulle mit dem alten Kettenkarusell liegen; vielleicht aber auch daran, dass das Office du Tourisme nur ein paar Schritte entfernt ist. Zwischen Cours Belsunce bzw. Cours Saint-Louis und Boulevard Dugommier/Boulevard Garibaldi überwiegen bereits verfallende, zumindest vernachlässigte Fassaden; in die Häuser haben sich Jeansläden etc. eingemietet. Danach wird es vollends trist. Dennoch lohnt sich die Mühe des Weitergehens, da es anschließend ruhiger, auch etwas gepflegter wird und am Ende der Canebière hoch oben die zwischen 1855 und 1888 von F. Reybaud im Stil französischer Gotik erbaute Église Saint-Vincent-de-Paul thront.
Wie an vielen anderen Stellen der Stadt ist die Obrigkeit dabei, der einstigen Prachtstraße wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Die Erneuerung der alten Straßenbahnstrecke mitsamt neuen Wagen der „Tramway 68“ von der an der Canebière gelegenen Metro-Station Noailles nach St-Pierre soll unter anderem dazu beitragen, die Stadt wieder lebenswerter zu gestalten. Das wird für die Alteingesessenen und Einkommensschwächeren allerdings immer problematischer, da die ganze Stadt seit den 1990er Jahren recht rigide „saniert“ bzw. erneuert wird. Dazu beigetragen hat sicherlich auch der TGV, der seit Beginn des neuen Jahrtausends die Pariser innerhalb von drei Stunden ans bevorzugte Mittelmeer befördert. So wurde beispielsweise das unweit des Bahnhofs St-Charles gelegene Belsunce-Viertel unerbittlich „gesäubert“: Über ein nicht unumstrittenes Sanierungsprogramm wurden die in den – allerdings tatsächlich verkommenen, damit jedoch extrem mietpreisgünstigen – dort gelegenen Häusern lebenden, überwiegend aus den nordafrikanischen Ländern stammenden Anwohner vertrieben. So heißt es im Amtsblatt der Europäischen Union (Stand September 2006):
Das westlich, oberhalb des Alten Hafens gelegene Quartier du Panier, von den Einheimischen knapp „Panier“ genannte, im 2. Arrondissement gelegene Viertel, ist das ursprüngliche „antike“ Marseille, Ort der ersten Besiedelung. Im zweiten Weltkrieg zum Teil gesprengt, am westlichen Ufer des alten Hafens in den 1950ern mit hässlichen Neubauten verschandelt, beginnt der restliche, einigermaßen unberührte alte Kern unweit hinter dem barocken Rathaus (Mairie/Hotel de Ville). Es lebt dort - wie für ein altes Hafenviertel üblich - eine Bevölkerung, die sich im Laufe der Jahrtausende aus Menschen zusammensetzte bzw. -setzt, die aus dem gesamten Mittelmeerraum, vor allem jedoch aus den nordafrikanischen Ländern stammen. Von Jean-Claude Izzo stammt die Charakterisierung Marseilles: „Bei uns essen alle gefüllte Weinblätter.“ In den Büchern des einheimischen Journalisten und Schriftstellers Izzo wird das Panier immer wieder sacht erwähnt. Hinter den Neubauten versteckt liegt das alte Panier, hierhin verirrt sich selten ein Tourist. Auf der Place des Moulins, einer der beiden Hügel des antiken Marseille, standen seit der Frühzeit die Windmühlen der Stadt, heute kann man auf einer Bank auf dem gemütlichen Platz sitzend die Enge der Gassen und das mittelalterliche Marseille vor seinem geistigen Auge wieder aufleben lassen. Die Umrisse der Straßen und Treppen sind zum großen Teil seit der Zeit der Griechen gleich geblieben, neue Häuser wurden auf den Grundstücken und Mauern der alten Häuser erbaut. Ein Blick in die engen Gassen des alten Panier ist wie eine Zeitreise in die Antike. Auf dem anderen hohen Hügel der antiken Stadt erbauten die Griechen die Agora, die Versammlungsstätte der stolzen Bürger der Stadt. Heute säumen alte Bistros den an der Rue Saint-Pons gelegenen Platz.
Eine kurze Beschreibung des Abrisses und der neuen Bebauung eines Teils des Quartier du Panier:
Es entstanden an der westlichen Seite des Alten Hafens, am Quai du Port, gegenüber von Notre-Dame de la Garde, in den sechziger/siebziger Jahren fünfstöckige Reißbrett-Häuser; architektonische Missgeburten, wie sie nicht nur aus Frankreich bekannt sind. Dahinter befindet sich eine weitere Reihe Wohnhäuser: verunglückte, missbrauchte Werkbund-Nachläufer, eine Art in die Länge und die Höhe gezogener Kleinteiligkeit, die sich in erkerförmigen Backsteinapplikationen ausdrückt; ein zu dieser und auch späterer Zeit für das ganze Land ungewohnter Anblick. Vorher befand sich dort das eigentliche Hafenviertel, ein verzweigtes Netz aus Wohnhäusern aus dem 17. Jahrhundert, vielen kleinen Gassen und Treppen. Die im November 1942 in Marseille einmarschierten Deutschen sahen darin einen Unsicherheitsfaktor sowie einen „Hort“ der Résistance. Im Januar 1943 begannen deutsche Truppen nach der sogenannten „Évacuation“ von fast 27.000 Einwohnern in ein Gefangenenlager bei Fréjus unter Befehl des Generalfeldmarschalls von Rundstedt mit der Sprengung des Hafenviertels (1924 Gebäude). Das kam den Stadtplanern von Marseille allerdings recht, denn die hatten hier bereits in den dreißiger Jahren einen planerischen Kahlschlag vorgesehen, wie man ihn aus der französischen „Sanierungs“-Tradition kennt, etwa aus Paris, das der Architekt und Städteplaner Georges-Eugène Baron Haussmann kontrarevolutionär sanierte. Man kann seine Taten auch überall in Marseille sehen, beispielsweise im bürgerlichen 6. Arrondissement oder an der Rue de la République, die das Panier nördlich begrenzt und nach La Joliette führt. Unglücklicherweise erinnern die hinter den Reißbrett-Häusern befindlichen biederen Gebäude an deutsche Heimatarchitektur der dreißiger Jahre. Anzumerken ist: Ein paar hundert Jahre zuvor hatten es die Marseillais allerdings selbst vorgemacht, wie man sogenannte Kriminelle wegsaniert – beispielsweise den ausgeuferten Hafenstrich ...
Hinter diesen erwähnten riesigen Blöcken liegt das Panier mit Häusern, wohl überwiegend aus dem 18. Jahrhundert, einige der Häuser stammen sogar aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Dieses Viertel ist der alte Kern von Marseille, wenn auch das klassische, das „antike“ Marseille unter diesen Gemäuern liegen dürfte. Manchmal lugt es zwischen den Häuserritzen hervor, wenn man die Gegend mit Muße durchstreift: etwa von der Place du Lenche aus (eine Art Dorfmittelpunkt, den man erreicht, indem man die beiden hässlichen Häuserreihen durchgangen, durchstiegen hat) über die Straßen genannten Gassen Rue de l’Évêché, dann nach rechts durch die Rue du Petits Puits in Richtung Vieille Charité, dem ehemaligen Krankenhaus der Armen und der heutigen Kult(ur)stätte der gebildeteren Stände. Oder es blitzt auf wie bei Notre-Dame des Accoules an der Place Daviel, von der Revolution entweiht und erst seit Mitte der 1980er Jahre als Kirche wieder in Betrieb – unten grundmassive, tiefgläubige, vierkantige Romanik, obendrauf beinahe zuckergussartige höfische späte Gotik.
Noch im Panier, ebenfalls westlich des Alten Hafens befindet sich die wie Notre-Dame de la Garde im neobyzantinischen Stil erbaute Cathédrale de la Major. Sie entstand zwischen 1852 und 1893 und besitzt zwei kuppelgekrönte Türme sowie eine 16 Meter hohe Vierungskuppel. Etwas weiter westlich, hinter der Place la Joliette erstreckt sich der Neue Hafen (Port Moderne). Die hier gelegenen Gebäude sind bzw. werden zu großen Teilen aufwendig zu Büros, Wohnungen oder Veranstaltungsstätten (z. B. ein neues Museum) umgewandelt – les docks: Teil des neuen Marseille.
Von der ab 1844 angelegten Anlage legen heute die meisten Fähren ab, darunter auch die Passagierschiffe nach Korsika. Die für den Güterverkehr wesentlich bedeutenderen Hafenanlagen des „port autonome de Marseille“, – der örtlichen Hafenbetreibergesellschaft – liegen in dem ca. 50 Kilometer westlich gelegenen Fos-sur-Mer.
Die Küche von Marseille ist zwar in erster Linie provençalisch beeinflusst, da die Stadt das Zentrum der (Provence) ist, jedoch auch vom gesamten Mittelmeerraum. Dazu zählen selbstverständlich auch arabische Einflüsse, da ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung von dort her eingewandert ist. Dabei gilt allerdings zu beachten, dass hier ebenso griechisch, italienisch, korsisch, spanisch, jüdisch-sephardisch (Sephardim) oder armenisch gekocht wird, denn aus diesen Ländern kommen überwiegend die Vorfahren der Einwohner von Marseille.
Erwähnenswert ist sicherlich die Bouillabaisse, ein aus Marseille stammendes Gericht, das längst in ganz Frankreich, mittlerweile über das Land hinaus äußerst beliebt ist und auch anderenorts angeboten wird. Doch es ist sehr selten, dass dabei die Qualität der von einheimischen Köchen (oder gar die der Fischersfrauen) zubereitete Bouillabaisse erreicht wird. In den Restaurants von Marseille gehört diese ursprünglich von Fischern aus nicht verkauften Fischen, Crevetten und Muscheln – also „Restbestände“ – gekochte Suppe zum Standard. Selbst in überwiegend touristisch frequentierten Gaststätten wird sie (vermutlich) schmecken, da man sich bei diesem „Nationalgericht“ von Marseille möglichst keine Blöße geben wird. Doch am besten bedient wird man sein, wo Alteingesessene die Bouillabaisse (oder andere Gerichte) genießen.
In Wikitravel heißt es zwar: „Meiden Sie die scheinbar einladenden Restaurants und Bistros direkt am vieux port! Hier findet eine regelrechte kulinarische Massenabfertigung von Touristen statt. Es ist zu empfehlen, sich vom Hafen und der Canebière weg zu orientieren und in den schmalen Gässchen nach einem passenden Restaurant zu suchen. Auch wenn es oft nicht den Anschein hat, die kleinen, unauffälligen Lokale bieten meist die mit Abstand beste Küche.“
Zuzustimmen ist: Besser nicht direkt am Vieux Port mit Aussicht auf die Schiffe usw., auch wenn sich dort am Abend durchaus sehr viele (überwiegend junge) Einheimische aufhalten. Ihnen geht es um das viel zitierte sehen und gesehen werden. Hier (wie nahezu überall in Hafenstädten) kann man einen Café, eine Limonade oder auch ein Glas Wein oder einen Pastis trinken, aber essen sollte man dort nicht. Doch es kann durchaus ganz in der Nähe der Canebière oder des Quai des Belges, also des Alten Hafens (Vieux Port) sein. Oftmals sind es nur ein paar Schritte zu einem der „kleinen, unauffälligen Lokale“, die „die mit Abstand beste Küche“ bieten. Vorsicht geboten ist allerdings in der direkt hinter dem Quai de Rive Neuve gelegenen rue Saint Saëns um die place Thiars: Hier findet tatsächlich besagte „regelrechte kulinarische Massenabfertigung von Touristen statt“. Es ist eher anzuraten, etwa die rue Saint Saëns vom Cours Jean Ballard aus in Richtung rue Paradis zu gehen, vorbei an der place Ernest Reyer, dem Opernvorplatz (die putains, die Bordsteinschwalben, die vom frühen Nachmittag an dort flanieren, sind absolut unaufdringlich; man lebt hier, wie überall im Zentrum, quasi „multikulturell“). Dort sind einige der „kleinen, unauffälligen Lokale“ zu finden.
Vorteilhafter ist es ohnehin, vom Quai de Rive Neuve aus mit dem Ferry Boat (das allerdings am Abend nicht mehr fährt) zur anderen Seite des Alten Hafens, zum Quai du Port zu fahren – oder eben über den Quai des Belges herum dorthin zu schlendern. Hier wird die Restaurant-Qualität deutlich besser, was auch daran liegen dürfte, dass diese Gegend von Touristen deutlich weniger besucht wird. Hinzu kommt, dass man nur ein paar Treppen hinaufgehen muss, um ins Panier zu gelangen. Und dort, etwa an der place du Lenche (mit dem ältesten italienischen Restaurant von Marseille) oder in den Gassen dahinter ist das Angebot weitaus vielfältiger, steigt die Qualität – und sinken die Preise.
Das größte Angebot an Meeresfrüchten findet man von morgens sieben bis abends sieben bei „Toinou“ am Cours Saint-Louis, etwa 500 Meter vom Alten Hafen aus direkt an der Canebière gelegen. Dort kann man sehr preiswert von der kleinen bis zur großen Platte fruits de mer das haben, was in Marseille neben Fisch besonders gerne gegessen wird.
In der traditionellen Marseiller Küche wird (wie überall in Frankreich) frisch und mit Zutaten aus der Region gekocht. Fisch und Meeresfrüchte werden bevorzugt, allerdings auch Fleisch und Geflügel sehr gerne gegessen. Frische Gemüse und Gewürze sind dabei unabdingbar. Allein Knoblauch wird beispielsweise am Cours Belsunce (der auf den Cours Saint-Louis führt) in großen Mengen angeboten, aber auch am Markt in der Rue Longue des Capucins, ein paar Schritte nur vom Cours Saint-Louis entfernt. Dort decken sich überwiegend die arabischstämmigen, aber auch die anderen (preisbewussten) Marsaillais mit Grundnahrungsmitteln und durchaus auch mit Delikatessen – etwa den für Europäer gewöhnungsbedürftigen Süßigkeiten – ein.
Wein wird in der ganzen Provence angebaut und ist aus einem französischem Restaurantbesuch nicht wegzudenken. Sehr gerne werden die überwiegend im Département Var angebauten Rosé-Weine getrunken. Und so wie die Bouillabaisse zur einheimischen Küche gehört, so ist der Pastis als Aperitif aus Marseille nicht wegzudenken. Am meisten dürfte Pastis 51 getrunken werden, der die Zahl in seiner Bezeichnung deshalb trägt, weil er früher einmal 51 Volumenprozent Alkohol hatte.
Die Menschen im Marseille essen gerne außerhalb des Hauses, die Straßen sind daher voll mit Imbissen aus allen möglichen Ländern. Neben den typischen Brasserien und Bistros finden sich vor allem arabische und asiatische Schnellrestaurants. In den 13 (Stand 10. Januar 2007) in Marseille ansässigen Mac Donald's (einer direkt am Alten Hafen) findet man größtenteils Touristen, junge Einheimische bevorzugen die französische Hamburgerkette „Quick“. Für den Hunger unterwegs finden die Menschen dagegen an jeder Ecke ein Stück Pizza oder ein Sandwich. Döner gibt es im Marseille, wie in Frankreich üblich, wahlweise im Fladenbrot oder im Baguette. Oder aber, wie erwähnt, am Cours Saint-Louis eine andere Art von Fast Food: eine Portion fruits de mer.
Neben den typischen französischen Chansons ist Marseille vor allem eine feste Größe im französischen Hip Hop. Mitte der 80er Jahre begannen Gruppen wie IAM vor allem die Jugendlichen aus Migrantenfamilien für den neuen Musikstil zu begeistern. Heute ist der französische Hip-Hop-Markt, vor allem auch dank der Künstler aus Marseille, nach dem der USA der größte der Welt.
Sehenswert sind die bis zu 400m hohen Klippen Massif des Calanques.
Die auf dem Rand der Klippen bis zu 20 Meter über dem Meer erbaute Corniche President J.F. Kennedy ist ein toller Startpunkt für eine Fahrt ins Grüne. Die herrliche Höhenstraße am Meeresufer beginnt bei der kleinen Bucht „Anse des Catalans“ (Strandbad). Sie führt durch das malerische kleine Tal „Vallon des Auftes“, lässt mit einer Abkürzung die Landzunge „Pointe d'Endoume‘ ‚ auf der das Aquarium liegt, außerhalb ihres Bereichs und gelangt dann zu dem weitläufigen „Parc Borely“. Nach dem „Prado“ geht sie in eine Straße über, die um das „Cap Croisette“ läuft und nach 12,5 km in Callelongue endet.
In Marseille ist der 1899 gegründete und national und international sehr erfolgreiche Fußballclub Olympique de Marseille beheimatet.
Die Heimspiele werden im 60.000 Zuschauer fassenden Stade Vélodrome ausgetragen.
Vereinsfarben sind weiß und azurblau.
Bisherige Erfolge:
In Marseille findet alljährlich mit der „Mondial la Marseille à Pétanque“ das größte Pétanque-Turnier der Welt statt; es handelt sich dabei um Weltmeisterschaften. 2006 waren zum Beispiel 4.112 Èquipes mit 12.336 Spielern am Start. Es wird im unweit des Strandes gelegenen Parc Borély und den angrenzenden Geländen ausgetragen, das Finale immer am Alten Hafen. Vor diesem Turnier finden im Parc Borely auch die ebenfalls jährlich stattfindenden Meisterschaften des Jeu Provençal statt. Dabei handelt es sich um die alte, historische Version des Boule (Pétanque)-Spiels, das seinen Ursprung in der Provence hat. Auch hier nehmen tausende von Spielern teil, die jedoch naturgemäß aus den südlichen Regionen Frankreichs kommen.
Bedeutende Industriezweige sind die Fahrzeug-, Maschinen-, Metall- und Nahrungsmittelindustrie. In Marseille befindet sich das Gefängnis Les Baumettes.
Marseille verfügt über einen umfangreichen industriellen Ballungsraum sowie den größten Hafen im Mittelmeer. Für den dadurch aufkommenden Eisenbahngüterverkehr dient der Bahnknotenpunkt mit Rangierbahnhof in der zwischen Marseille und Avignon gelegenen Kleinstadt Miramas.
Durch den 300 Km/h schnellen TGV Méditerranée ist Marseille seit Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke 2001 vom fast 800 Kilometer entfernten Paris nur drei Stunden entfernt. Der Zentrale Bahnhof und TGV-Haltepunkt ist St-Charles. Am Bahnhof halten auch die Shuttle-Busse zum Flughafen sowie beide Metro-Linien. Der auf einer Anhöhe, vor den damaligen Stadtmauern gebaute, zentral gelegene Kopfbahnhof ist nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt. Eröffnet wurde der auf dem ehemaligen mittelalterlichen Friedhof St-Charles gebaute Bahnhof am 8. Januar 1848. Mittlerweile auf 14 Gleise ausgebaut ist er ist das Verkehrszentrum der Region und Haltepunkt von wichtigen regionalen, nationalen und internationalen Zuglinien.
Die 1977 eröffnete und später mehrmals erweiterte und ausgebaute U-Bahn Marseille verfügt über zwei Linien. Die beiden Linien kreuzen sich zwei mal, an den Stationen Castellane und Gare St.Charles. Die Streckenführung ist in der Innenstadt unterirdisch, außerhalb der Stadt fahren die Bahnen oberirdisch oder als Hochbahn auf Pfeilern. Die Wagen verfügen über luftgefüllte, schienengeführte Reifen mit Stromversorgung mittels dritter Stromschiene. Vorbild war hier die Pariser Metro.
Mitte der 90er Jahre kam es in Marseille aufgrund von stark zunehmenden Straßenverkehr zu Überlegungen die aus dem Stadtbild verschwundenen Straßenbahnen wieder einzuführen. Bis dahin waren Straßenbahnen verpönt und galten als nicht zeitgemäß und umbequem, hatte man doch die seit 1876 existierenden und ehemals zahlreichen Strecken ab Mitte des 20. Jahrhunderts eine nach der anderen eingestellt. Mit neuen und modernen Wagen und erfolgreichen Beispielen aus anderen Europäischen Metropolen entschloss man sich jedoch wieder ein Straßenbahn-Netz aufzbauen. Seit Juli 2007 ist die erste von drei neuen Trambahnlinien auf dem Abschnitt Euroméditerranée-Les Caillols in Betrieb. Die Fahrzeuge für diese Linien werden seit 2006 in Wien von Bombardier Transportation Österreich produziert. Die Inbetriebnahme der Straßenbahn erfolgt auf dem Testgleis der Wiener Linien.
Der Flughafen Aéroport Marseille Provence befindet sich 20 km nordwestlich von Marseille bei der Stadt Marignane. Er wird von zahlreichen internationalen Fluglinien bedient. Mehrere deutsche Flughäfen sind mit Direktflügen an den Aéroport Marseille Provence angebunden.
Der Fährhafen von Marseille ist eine der wichtigsten Verbingungen für Reisende in den Magreb. Mehrere Linien täglich verbinden Marseille mit den größten Fährhäfen Nordafrikas.
Unter der südlichen Altstadt führt der mautpflichtige Straßentunnel St-Laurent durch.
Mitte 2008 soll die Umgehungsstrasse im Osten Marseilles fertiggestellt sein. Die Autobahn Marseille-Lyon und Marseille-Toulon werden durch einen Tunnel verbunden.
In Marseille findet alljährlich mit der „Mondial la Marseille à Pétanque“ das größte Pétanque-Turnier der Welt statt. 2006 waren zum Beispiel 4.112 Èquipes mit 12.336 Spielern am Start.
| Commons: Marseille – Bilder, Videos und Audiodateien |