Als Massaker von Przemyśl werden die vom 15. bis zum 19. September 1939 dauernden Erschießungen von ungefähr 600 Personen durch Einsatzgruppen und Hitlerjugend in der polnischen Stadt Przemyśl bezeichnet.
Am 15. September 1939 eroberten Truppenteile der 7. Infanteriedivision die Stadt Przemyśl[1]. Noch am selben Tag (?) begannen die Einsatzkommandos I/1 und I/3 damit, die im Sonderfahndungsbuch Polen angeführten Personen mit Hilfe der deutschen Minderheit, im Besonderen der lokalen Hitlerjugend zu verhaften und in den nahe gelegenen Wälder zu erschießen.
Am 16. September 1939 trieben Wehrmachtssoldaten eine große Menge an Juden zusammen und zwangen sie Schutt fortzuschaffen und eine beschädigte Brücke zu reparieren. Im Laufe des Tages übergaben die Soldaten die von Ihnen zusammengetrieben männlichen Mitglieder der jüdischen Gemeinde an Mitglieder der HJ, welche die Männer durch die Stadt zum jüdischen Friedhof trieben, wo sie von Mitgliedern der Einsatzgruppen erschossen wurden.
Bis zum 19. September kam es zu weiteren Erschießungen in Przemyśl und der näheren Umgebung, denen insgesamt bis zu 600 Menschen, Polen und Juden, zum Opfer fielen. Die Exekutionen endeten, da die deutschen Behörden dazu übergingen die jüdischen Einwohner über den die Stadt teilenden Fluss San, welcher als Demarkationslinie zwischen dem Dritten Reich und der Sowjetunion festgelegt worden war zu treiben. Am 26. September traf die Rote Armee in Przemyśl ein und die deutschen Einheiten trieben die noch verbliebenen Mitglieder der jüdischen Gemeinden aus der Umgebung Przemyśls über den Fluss.
Am 28. September übergaben die deutschen Einheiten Przemyśl an die Rote Armee und zogen sich über den San zurück, jedoch brannten deutsche Soldaten vor Ihrem Abzug noch beide Synagogen sowie einen großen Teil des jüdischen Viertels nieder.