Maut ist ein aus dem gotischen mota (Zoll) abgeleiteter Name für Zoll (Abgabe) im Sinne eines Wegzolls.
Der Begriff beschreibt das Bezahlen einer Gebühr für die Nutzung von Bauwerken, wie Straßen, Brücken, und in neuerer Zeit von Autobahnen und Tunneln. Schon im 11. Jahrhundert war Maut in ganz Europa verbreitet. Sie wurde deshalb eingeführt, weil die Finanzierung von Straßen zu dieser Zeit zunehmend auf Schwierigkeiten stieß. Mit der Zahlung einer Maut sollten die Reisenden (Nutzer) an der Finanzierung, für die häufig die Anwohner verantwortlich waren, beteiligt werden. Andere Formen der Finanzierung waren der Frondienst (jeder muss dem Staat eine bestimmte Zahl von Tagen körperlicher Arbeit zur Verfügung stellen) oder auch Steuern für Anrainer (z. B. im alten Rom). Mautbrücken und Tore waren beliebt, weil sie leichter zu kontrollieren (und schlechter zu umgehen) waren und seltener instandgesetzt werden mussten als Straßen. Später wurden sie Zug um Zug abgebaut, da sie missbraucht wurden und zunehmend den freien Handel behinderten.
Ein alternativer Begriff für Maut ist Straßenbenutzungsgebühr (im Gegensatz z. B. zu Parkgebühr). Es lassen sich urbane (städtische) (siehe Innenstadtmaut) und interurbane (zwischenstädtische) Straßenbenutzungsgebühren (Autobahngebühren, ggf. auch Landstraßen) unterscheiden. Darüber hinaus hat sich in Deutschland die Unterteilung in Pkw-Maut (für die Nutzung der Autobahnen) und Lkw-Maut eingebürgert.
Inhaltsverzeichnis
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Ziele der Straßenbenutzungsgebühren:
Allgemein lassen sich zwei Prinzipien der Mautberechnung unterscheiden:
Die Höhe einer Maut kann von verschiedenen Eigenschaften des Nutzers bzw. seines Fahrzeuges abhängig gemacht bzw. überhaupt erst eingeführt werden. Am häufigsten ist sie abhängig von der Größe, Länge bzw. dem Gewicht des Fahrzeugs (z. B. Mautpflicht für Pkw und Lkw-Maut), aber auch andere Abhängigkeiten (Achszahl, Schadstoffklasse, Nutzungszeit und Wochentag, Art der transportierten Güter) kommen vor.
Siehe Hauptartikel Innenstadtmaut
Eine Innenstadtmaut bezeichnet die Erhebung von Gebühren für die Nutzung innerstädtischer Straßen in der Regel für Lkw und Pkw.
Die Städte Singapur und Hongkong gelten unter Verkehrsplanern als „klassische“ Beispiele für Verkehrsminderung und -beruhigung durch Mauterhebung für die Einfahrt in den City-Bereich. In Hongkong ist allerdings die Einführung letztlich am Widerstand der Öffentlichkeit gescheitert. Bereits Mitte der 1980er Jahre übernahmen skandinavische Städte diese Maut (Bergen, Trondheim, Oslo). In Bergen (Norwegen) wurde 1985 die Einfahrt in die Innenstadt an die Entrichtung einer Gebühr von 25 Kronen (ca. 3 Euro) an speziellen Mautstellen gekoppelt. Während die Modelle in Norwegen v.a. der Straßenfinanzierung dienen, begründen Kommunen die Erhebung der Straßenbenutzungsgebühr zunehmend mit dem Umweltschutz. Die Verteuerung des Individualverkehrs soll Anreize für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel geben.
Im Februar 2003 wurde in London eine Straßenbenutzungsgebühr (London Congestion Charge) eingeführt, um die Stauprobleme in der Innenstadt zu lösen. Jeder Autofahrer, der werktags zwischen 07.00 Uhr und 18.30 Uhr in die Innenstadt einfährt, hat umgerechnet ca. 8 Euro (5 Pfund) zu zahlen. (Es gibt auch Varianten, bei denen die Zufahrtswege in die Städte bemautet werden: San Diego, Tokio). Die Stockholmer Bevölkerung hat sich am 24. September 2006 für eine Auto-Maut in ihrer Innenstadt ausgesprochen. 53,1 Prozent der etwa 600.000 Wahlberechtigten stimmten bei dem Referendum für die Maut. (Tagesschau, 24. September 2006)
Die Mautprellerei ist der juristische Ausdruck für das Befahren von Mautstraßen ohne Entrichtung der Maut. In Österreich droht dafür nach § 20 Bundesstraßen-Mautgesetz eine Geldstrafe von 400 € bis zu 4000 €.
| Die Artikel Maut#Mautsysteme in Europas Ländern, Vignette#Verwendung im Straßenverkehr und Autobahnvignette überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zu vereinigen. Die Diskussion über diese Überschneidungen findet hier statt. Bitte äußere dich dort, bevor du den Baustein entfernst. Codeispoetry ∙ Nix Löschgrund? ∙ 22:23, 27. Jun. 2007 (CEST) |
Mautsysteme gibt es in mehreren europäischen Staaten: in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, der Türkei, Serbien, der Republik Mazedonien und Griechenland.
Siehe Hauptartikel Lkw-Maut, Lkw-Maut in Deutschland
Bereits zum 1. Januar 1995 erfolgte in den Staaten Belgien, Dänemark, Deutschland, Luxemburg, Niederlande und Schweden die Einführung einer Autobahnbenutzungsgebühr für LKW auf der Basis einer EU-Richtlinie Übereinkommen über die Erhebung von Gebühren für die Benutzung bestimmter Straßen mit schweren Nutzfahrzeugen (sog. Eurovignettensystem). Hierbei handelt es sich (mit Ausnahme von Deutschland) noch immer um ein zeitbasiertes Mautsystem im pre-paid-Verfahren. Jeder Mautpflichtige im Rahmen dieses Systems muss vor der Nutzung eine Gebührenbescheinigung für den gewünschten Nutzungszeitraum erwerben. Die Gebührenbescheinigungen werden in allen Teilnehmerstaaten des Übereinkommens wechselweise anerkannt.
Die EU-Verkehrsminister sind allerdings seit längerem bestrebt, ein neues, möglichst einheitliches Mautsystem zu etablieren. Am 18. Dezember 2003 überließ das EU-Parlament die Entscheidungen für die Technik des jeweiligen Lkw-Mautsystems den einzelnen Mitgliedsstaaten. Allerdings sollen die Systeme zukünftig zueinander kompatibel sein. Doch die Verhandlungen sind zuletzt am 9. März 2004 an Deutschland und Österreich gescheitert. Es wird vermutet, dass beide Länder relativ hohe Berechnungsgrundlagen für die Mautgebühren durchsetzen wollten.
Ab 2007 soll für die Mautsysteme der EU-Länder nur noch ein gemeinsames Gebührenerfassungsgerät notwendig sein. Damit wurde der Vorschlag der EU-Kommission abgelehnt, die generell ein Satellitengestütztes (vorzugsweise mittels Galileo) System ab 2012 vorschreiben wollte. Nun steht die Auswahl jedem Mitgliedsland frei. Die Systeme müssen nur kompatibel zueinander sein. Diese Entscheidung hängt nach Zeitungsberichten unmittelbar mit den Problemen zusammen, die es Anfangs bei der Einführung eines satellitengestützten Lkw-Mautsystems durch Toll Collect in Deutschland gegeben hatte. (faz.net). Seit dem 1. Januar 2005 läuft die Mauterhebung in Deutschland allerdings weitestgehend ohne Probleme. (Stand Jan 2005)
In Deutschland wird durch ein aufwendiges technisches System bisher nur für Lkw eine Maut auf den Bundesautobahnen und einigen Bundesstraßen erhoben, zusätzlich gilt für LKW über 3,5 Tonnen auf einigen Bundesstraßen ein Nachtfahrverbot – eine Maut für Pkw ist immer wieder in der Diskussion, konnte bis jetzt aber nicht durchgesetzt werden. In Österreich hingegen werden bereits seit 1. Januar 2004 alle Kraftfahrzeuge und Gespanne mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen auf Autobahnen und Schnellstraßen bemautet.
In Deutschland wurde (Oktober 2005) über einen Verkauf des Autobahnnetzes an private Anbieter (Investmentbanken) diskutiert. Der Wert des Autobahnnetzes beträgt nach Angaben des Instituts Prognos rund 127 Milliarden Euro, nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung mit den Bundesstraßen ca. 213 Milliarden Euro. Die Staatsverschuldung ließe sich so um etwa 15 Prozent senken. Eine PKW-Maut wäre somit sicher.
PKW-Maut: In Deutschland wird eine Straßenmaut für PKW von einigen Politikern und Vertretern der Industrie gefordert, was die Bundesregierung und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee aber bisher mit dem Hinweis auf die schon jetzt hohen finanziellen Belastungen der Autofahrer ablehnen. Zur Diskussion steht ein Vorschlag für die Einführung einer Autobahnvignette, den eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe am 7. Oktober 2005 ausgearbeitet hat.
Der Automobilclub ADAC spricht sich gegen eine PKW-Maut auf deutschen Autobahnen aus (ADAC motorwelt 12/2005, S. 40). Als Gründe nennt er, dass die Autobahnen bereits vollständig durch die Benutzer bezahlt seien, und den 51 Milliarden Euro Einnahmen aus Mineralölsteuer, Kfz-Steuer, anteiliger Mehrwertsteuer auf die Mineralölsteuer und der LKW-Autobahngebühr nur 17 Milliarden Euro Ausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden für das Straßennetz gegenüberstünden. Auch ausländische PKW zahlten über in Deutschland getanktes Benzin fast das Dreifache der auf sie entfallenden Infrastrukturkosten, die Mehrheit der EU-Länder habe keine PKW-Maut. Auch fehle der politische Wille, die PKW-Maut aufkommensneutral zu gestalten. Die Mineralölsteuer verursache weniger Kosten bei der Erhebung. Verkehrsverlagerungen auf Bundes- und Landstraßen führten zu erheblichen negativen Auswirkungen auf Unfallrisiken und Belastung der Anwohner.
Neben den Haupteinwänden gegen eine flächendeckende PKW-Maut, wie zum Beispiel den Schwierigkeiten bei der Umlage der Kosten (und der Einkünfte) mittels KFZ- und Mineralölsteuer, sind die Warnungen der Datenschutzexperten weit in den Hintergrund getreten. Sie warnten schon zu Beginn der Tests für das deutsche Mautsystem davor, das damit ein „Fahren ohne Datenspuren“ unmöglich wird. Durch die Verbindung von GPS (global positioning system) und OBUs (on-board units) kann jedes entsprechend ausgestattete Fahrzeug jederzeit lokalisiert und durchgängig verfolgt werden.
LKW-Maut: Eine neue entfernungsabhängige LKW-Maut auf Autobahnen für Fahrzeuge ab 12 Tonnen (schwere LKW) sollte am 31. August 2003 starten. In Erwartung der Inbetriebnahme dieses Systems beendete Deutschland die Teilnahme an dem Eurovignettensystem. Wegen verschiedener Probleme des mit der Realisierung beauftragten Unternehmens Toll Collect wurde der Termin jedoch mehrfach verschoben. Eine technisch eingeschränkte Version startete am 1. Januar 2005. Näheres siehe LKW-Maut in Deutschland.
Maut für Einzelbauwerke: Einen frühen Sonderfall einer bundeseigenen, mautpflichtigen Straße stellt die Roßfeldhöhenringstraße, mit der rechtlichen Konstruktion einer Bundesprivatstraße dar.
Seit September 1994 besteht mit dem FStrPrivFinG (Fernstraßenbauprivatfinanzierungsgesetz) die Möglichkeit, den Bau, die Erhaltung, den Betrieb und die Finanzierung von Brücken und Tunneln im Zuge von Bundesautobahnen und Bundesstraßen an private Unternehmen zu übertragen. Zur Refinanzierung erhalten diese dann das Recht zur Erhebung von Mautgebühren.
Das „Fernstraßenbauprivatfinanzierungsgesetz“ wird wie folgt umgesetzt:
Beim so genannten „F-Modell“ baut und betreibt ein Privater die Straße mit einer öffentlichen Anschubfinanzierung von in der Regel 20% und erhält 30 Jahre lang eine für diese Strecke gesondert berechnete Maut sowohl für PKW als auch LKW. Dieses Modell ist bisher nur bei zwei Projekten angewendet worden, dem 2003 eröffneten Warnowtunnel bei Rostock und dem 2005 in Betrieb gegangenen Herrentunnel bei Lübeck. Beim Herrentunnel allerdings wurden nicht 20%, sondern 55% von der Öffentlichen Hand als Anschubfinanzierung geleistet mit der Begründung, dass ein Neubau der baufälligen Herrenbrücke, die durch den Herrentunnel ersetzt wurde, eben diese Kosten verursacht hätte. Diese Finanzierung ist sowohl für die geplanten "Hafenquerspange" (A252 entlang des Stadtteils Wilhelmsburg und durch Teile des Hamburger Hafens) vorgesehen als auch für die Elbquerung der A20 bei Glückstadt und die Elbquerung der A21 bei Lüneburg. Der Grundgedanke ist dabei, dass bei Projekten dieser Art der Nutzen für die PKW- und LKW-Nutzer so groß sei, dass sie bereit sind, dafür zusätzliche Entgelte zu zahlen, weil sie Zeit und/ oder Geld sparen.
Bei beiden Projekten ist weit weniger Verkehr angefallen, als in den Prognosen vorausgesagt war. Daraufhin wurde die Laufzeit, in der der private Betreiber Maut einnehmen kann, für den Warnowtunnel von 30 auf 50 Jahre verlängert, beim Herrentunnel ist ein neues Tarifsystem eingeführt mit erhöhter Maut für Einzelfahren und einem Rabattsystem. Bericht der Lübecker Nachrichten (ln-online) vom 28. August 2006: „Lübecks Politik: Der Herrentunnel war ein Fehler“ Der Fehlschlag der beiden Projekte ist wesentlich darauf zurück zu führen, dass die Wirkung einer Maut auf das Verhalten der Nutzer falsch eingeschätzt wurde und daher unhaltbare Prognosen über den zu erwartenden Verkehr erstellt wurden.
weitere geplante mautpflichte Projekte:
In Österreich wird auf allen Autobahnen und Schnellstraßen des Landes von allen Fahrzeugen eine Maut erhoben. Diese wird in Form von Vignetten (auch Mautpickerl genannt), die auf der Windschutzscheibe kleben müssen, verrechnet. Diese Vignette gibt es für verschiedene Zeiträume: 7,60 EUR für 10 Tage; 21,80 EUR für zwei Monate und 72,60 EUR für ein Jahr für Pkw (Stand 2007). Für einige Tunnel und Brücken wird anstatt der Vignette eine Sondermaut verlangt.
Das gesamte Autobahn- und Schnellstraßennetz mit einer Länge von mehr als 2000 Kilometern wird von der staatlichen Autobahn- und Schnellstraßen Finanzierungs-AG ASFINAG im Auftrag des BMVIT betrieben.
Zum 1. Januar 2004 wurde darüberhinaus für alle Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen Gesamtgewicht die Vignette durch eine streckenbezogene Lkw-Maut abgelöst. Betrieben wird das weltweit erste flächendeckende Multilane-Freeflow Mautsystem durch die Europpass Lkw-Mautsystem GmbH, ursprünglich eine 100%ige Tochtergesellschaft der italienischen Autostrade S.p.A., dem größten Mautbetreiber Europas; sie wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2005 von der ASFINAG übernommen. Zusätzlich gibt es auch Sondermautstrecken, bei denen eine zusätzliche Maut erhoben wird. Abseits von den Autobahnen gibt es mautpflichtige Strecken, wie Tunnel, Privatstraßen oder in der Erhaltung besonders aufwändige Straßen, wie z. B. der Brennerpass, die Großglockner-Hochalpenstraße, die Malta Hochalmstraße oder die Silvretta Hochalpenstraße.
Siehe auch: ÖAMTC Siehe auch: [1] Homepage der Betreibergesellschaft ASFINAG Siehe auch: [2] Homepage des Lkw-Mautbetreibers Autostrade Siehe auch: [3] Homepage Lkw-Mautsystem Europpass
Nationalstrassenabgabe (Pkw) Für die Benutzung von Autobahnen und Autostraßen (mit weiß-grüner Beschilderung) besteht in der Schweiz Vignettenpflicht (Liechtenstein unterhält keine Autobahnen). Auf kantonalen Autobahnen besteht keine Vignetten-Pflicht. Eine Jahres-Vignette kostet 40 CHF (Stand 2007). Sie ist jeweils ab dem 1. Dezember erhältlich und gilt bis zum 31. Januar des übernächsten Jahres, also vierzehn Monate.
Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe Lkw (LSVA) In der Schweiz und Liechtenstein gibt es ein elektronisches Mautsystem für Lkw für alle Straßen. Am 1. Januar 2001 startete eine elektronisch erhobene, entfernungsabhängige Maut für Lkw ab 3,5 Tonnen, die LSVA.
Maut für Einzelbauwerke: Für den Tunnel des Grossen Sankt Bernhard, welcher von einer Privatfirma betrieben wird, ist eine Maut fällig. Der Tunnel ist neben der Privatstrasse über den Chasseral das einzige mautpflichtige Strassenstück der Schweiz. Die Passstrasse zum Hospiz und weiter nach Italien ist mautfrei. SISEX S.A. ist die Betreiberin des Tunnels.
In Frankreich wird Maut (péage) für alle Fahrzeuge auf vielen Autobahnen erhoben. Im Elsass, in Lothringen und in der Bretagne ist die Autobahnbenutzung überwiegend kostenfrei. Die Autobahn A75 durch das Zentralmassiv (Clermont-Ferrand - Montpellier) ist bis auf den Viaduc de Millau mautfrei, ebenso Autobahnen, die durch Ballungszentren führen oder diese umgehen sollen. Die Erhebung erfolgt an festen Mautstellen durch Personal und durch Automaten entfernungsabhängig und in der Höhe abhängig von der Art des Fahrzeugs. Zudem richtet sich die Höhe der Maut nach den beim Bau der Strecke entstandenen Kosten. Durchschnittlich zahlt ein Pkw-Fahrer knapp sieben Cent pro Kilometer. Vielfahrer können ein Abonnement erwerben und dann auf einer gesonderten Spur ohne anzuhalten die Mautstation passieren.
Weil dem Staat das Geld zum Autobahnbau fehlte, erließ Frankreich 1955 ein Gesetz, das ein Mautsystem zur privaten Finanzierung des Autobahnbaus im Rahmen von Konzessionsverträgen vorsah. Heute gibt es elf verschiedene Betreibergesellschaften für das gut 11000 Kilometer lange Streckennetz. Einzelne Strecken sind allerdings bis heute noch im Staatsbesitz.
1970 gründeten fünf Tiefbaukonzerne, darunter die SGE, GTM und Jean Lefebvre, gemeinsam mit den Banken Société Générale und Paribas die Autobahngesellschaft Cofiroute. Diese Unternehmen trugen die ganze Finanzierungslast und mussten mehr als fünfzehn Jahre warten, bis das Betreibermodell die ersten Gewinne abwarf. Seit 1970 hat Cofiroute über 800 km Autobahnen im Westen Frankreichs errichtet. Darüber hinaus hat sie 1988 den ersten Autobahnsender (107,7 - Musik und Verkehrsfunk) eingerichtet. Die Geschäftstätigkeit der 65%igen VINCI-Tochter erstreckt sich heute auf Europa, Nord- und Südamerika und in geringem Umfang auf Asien.
Mautrechner für Frankreich (auf Französisch)
In Italien wird Maut (pedaggio) für die meisten Autobahnen erhoben. Als grobe Orientierung können die farblich unterschiedlichen Autobahnzeichen gelten. Autobahnzeichen auf grünem Grund sind in der Regel mautpflichtig, mit blauem Hintergrund kostenfrei.
In Polen ist eine Autobahnmaut für die Strecken zwischen Katowice und Krakau sowie auf der A2 zwischen Nowy Tomyśl und Łódź / Stryków II zu bezahlen.
Die noch wenigen Autobahnen in Polen haben eine Mautpflicht, die ja nach Streckenabschnitt entrichtet wird. Ein PKW bis 3,5 t zahlt beispielsweise 11 Złoty für die Strecke zwischen Nowy Tomyśl und Stryków II (A2). Bezahlt werden kann mit Bargeld (polnischer Złoty, Euro und US-Dollar), allen gängigen Kreditkarten (Visa, EuroCard und MasterCard) und den eigens für die Maut konzipierten Prepaid-Karten.
In Slowenien sind alle Autobahnen (slowenisch Avtocesta) sowie der Karawankentunnel mautpflichtig (Cestnina). Die meisten Streckenabschnitte befinden sich im geschlossenen Mautsystem mit entfernungsabhängiger Maut, für manche Strecken wird nach bestimmten Abschnitten eine pauschale Maut erhoben.
Siehe auch: Homepage der Betreibergesellschaft DARS
Mit einer ABC-Karte, die man links auf die Windschutzscheibe befestigt, erspart man sich einiges an Zeit bei der Abwicklung dieser Cestnina.
In Tschechien besteht auf Schnellstraßen und Autobahnen für alle Kraftfahrzeuge bis 12 Tonnen außer Motorrädern eine Vignettenpflicht. Die Höhe der Maut richtet sich nach dem Gesamtgewicht von Kraftfahrzeug und einem evtl. Anhänger. Es gibt Jahres-, Monats-, 7-Tagesvignetten. Seit dem 1. Januar 2007 besteht für Fahrzeuge über 12 t eine entfernungsabhängige Maut auf Autobahnen und Schnellstraßen, die über ein Mikrowellensystem abgerechnet wird. Im Fahrzeug braucht man dazu eine premid Box, die es an Tankstellen gibt. Ab 1. Januar 2008 sollen alle Fernstraßen mautpflichtig werden.
siehe: http://www.premid.cz
Für alle Autobahnen in Kroatien muss eine entfernungsabhängige Maut (Cestarina) gezahlt werden. Außerdem ist der Učka-Tunnel sowie die Brücke vom Festland auf die Insel Krk gebührenpflichtig.
Siehe auch: http://www.hac.hr (Homepage der Betreibergesellschaft)
Sechs türkische Autobahnen (otoyol) sind mautpflichtig. Auf diesen muss eine entfernungsabhängige Maut gezahlt werden. Tunnel und teure Bauwerke sind nicht extra mit Maut belegt, außer die beiden Bosporus-Brücken in Istanbul. Außer einer allgemeinen Autobahnmaut gibt es keine sonstigen Gebühren auf türkischen Straßen; Schnellstraßen sind mautfrei.
Die Einnahmen durch Mautgebühren betrug im laufenden Jahr 2005 231 Millionen YTL und soll am Ende des Jahres nach staatlichen Schätzungen bei 350 Millionen YTL liegen. Die Bosporus-Brücken benutzten über 90 Millionen Fahrzeuge und die mautpflichtigen Straßen über 80 Millionen Fahrzeuge.
Siehe auch: Liste der Autobahnen in der Türkei
Als Maut wird vor allem in Ostösterreich umgangssprachlich das Trinkgeld bezeichnet. In Kärnten bezeichnet das Wort Maut oder auch Klause ein Brauchtum vor der kirchlichen Hochzeit. Das Brautpaar wird vor ein paar lösbare Aufgaben gestellt, die zur Erheiterung der Hochzeitsgäste wenn möglich peinlich sein sollten. Wenn diese gelöst werden, 'darf' das Paar den Weg zur Kirche antreten und heiraten. Sinn dieses Brauchs ist das Testen der Heiratswilligen, ob sie gemeinsam wie auch alleine schwierige Situationen meistern können. Oft werden Fähigkeiten der Brautleute erwartet, die ins Fach- oder Berufsfeld des Partners/der Partnerin fallen, um zu prüfen, ob man sich auch für die Aufgaben des Partners interessiert.
| Wiktionary: Maut – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |