Max Huber

Max Huber (* 28. Dezember 1874 in Zürich; † 1. Januar 1960 ebenda) war ein schweizerischer Jurist, Politiker sowie Diplomat und vertrat die Schweiz bei einer Reihe von internationalen Konferenzen und Institutionen. Darüber hinaus wirkte er unter anderem als Mitglied und Präsident des Ständigen Internationalen Gerichtshofs in Den Haag. Von 1928 bis 1944 war er Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK).

Inhaltsverzeichnis

Biographische Informationen

Max Huber(Quelle: www.redcross.int)
Max Huber
(Quelle: www.redcross.int)

Max Huber wurde 1874 als Sohn von Emil Huber, Ingenieur und Gründer der Maschinenfabrik Oerlikon, und Anna Marie Huber geb. Werthmüller in Zürich geboren. Er studierte von 1894 bis 1897 Rechtswissenschaften in Lausanne, Zürich und Berlin und schloss dieses Studium 1897 in Berlin mit dem Doktorat ab. Anschliessend war er zunächst für zwei Jahre als Sekretär des Vorstandes des Schweizer Handels- und Industrievereins tätig.

Nach mehreren umfangreichen Reisen nach Amerika, Australien und Indien wurde er 1902 zum Professor für Verfassungsrecht, Kirchenrecht und internationales öffentliches Recht an die Universität Zürich berufen, wo er in dieser Position bis 1921 tätig war. Von 1914 bis 1918 fungierte er als Zürcher Kantonsrat. Er war darüber hinaus ständiger juristischer Berater des Eidgenössischen Politischen Departements, dem Schweizer Aussenministerium. In dieser Funktion vertrat er die Schweiz im Jahr 1907 bei der Zweiten Internationalen Friedenskonferenz in Den Haag und bei der Pariser Friedenskonferenz 1919. Mehrfach leitete er die schweizerischen Delegationen in verschiedenen Gremien des Völkerbunds. Von 1920 bis 1932 gehörte er dem Ständigen Internationalen Gerichtshof in Den Haag an, von 1924 bis 1927 war er dessen Präsident und anschliessend Vizepräsident. Er war bei seiner Berufung im Jahr 1920 das jüngste Mitglied des Gerichtshofs.

Aufgrund seiner Erfahrungen in Fragen des Völkerrechts wurde er nach dem Ersten Weltkrieg mit der Aufgabe betraut, das Statut des Hochkommissariats des Völkerbundes für die Heimschaffung der Kriegsgefangenen zu verfassen. Er wurde später, von 1930 bis 1933, auch der erste Präsident des Internationalen Nansenamtes für Flüchtlinge, das nach dem Tod des Hochkommissars Fridtjof Nansen entstand.

Von 1915 bis 1924 war er Mitglied und zeitweise auch Vizepräsident des Verwaltungskomitees der Neuen Zürcher Zeitung. Er gehörte darüber hinaus den Verwaltungsräten der Maschinenfabrik Oerlikon (bis 1944 als Präsident), der Aluminium-Industrie AG (bis 1941 als Präsident) und der Schweizerischen Rückversicherungsgesellschaft an.

IKRK-Präsidentschaft

Im Jahr 1923 wurde er zum Mitglied des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz gewählt. 1928 folgte er dann Gustave Ador als Präsident des Komitees und hatte dieses Amt bis 1944 inne. Er trug während dieser Zeit massgeblich zur Ausgestaltung der Organisation und der Kompetenzen des Komitees bei. So war er 1928 für das IKRK an der Ausarbeitung der Statuten des Internationalen Roten Kreuzes beteiligt, das als Dachorganisation für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz sowie die Liga der Rotkreuz-Gesellschaften gegründet worden war. Ein Jahr später wurde die erste Genfer Konvention überarbeitet und erweitert sowie eine zweite Konvention zum Schutz von Kriegsgefangenen beschlossen.

Mit Vollendung seines 70. Lebensjahres trat er vom Amt des Präsidenten zurück. Zu seinem Nachfolger wurde Carl Jacob Burckhardt gewählt. Mux Huber wurde anschliessend zum Ehrenpräsidenten des Komitees ernannt. Am 10. Dezember 1945 nahm er in dieser Funktion den Friedensnobelpreis entgegen, den das Komitee für sein Wirken während des Zweiten Weltkrieges erhalten hatte.

Auszeichnungen

Zu den Auszeichnungen, die Max Huber für sein Wirken erhielt, gehörten unter anderem:

  • Ehrendoktorwürde der Universität Genf (Dr. phil.)
  • Ehrendoktorwürde der Universitäten Edinburgh, Uppsala, Oxford, Lausanne, Paris, Amsterdam, Leuven, München (Dr. jur.)
  • Ehrendoktorwürde der Universität Zürich (Dr. med. und Dr. theol.)
  • Berufung in die Friedensklasse des Ordens Pour le mérite (1957)

Literatur

  • André Durand: History of the International Committee of the Red Cross. Volume II: From Sarajevo to Hiroshima. Henry Dunant Institute, Genf 1984, ISBN 2-88-044009-2
  • Caroline Moorehead: Dunant's dream: War, Switzerland and the history of the Red Cross. HarperCollins, London 1998, ISBN 0-00-255141-1 (gebundene Ausgabe); HarperCollins, London 1999, ISBN 0-00-638883-3 (Taschenbuch-Ausgabe)

Weblinks

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