Maybach Zeppelin

Der Maybach Zeppelin war ein Zwölfzylinder-Wagen von Maybach, der in zahlreichen Varianten von 1930 bis 1937 gebaut wurde.

Bei der Luxusmarke Maybach hatten die Käufer nahezu alle Wahlmöglichkeiten, um ihr Fahrzeug ihren individuellen Ansprüchen und ihrem persönlichen Stil gemäß “karossieren” zu lassen.

Dem Fahrer bot sich ein Panorama besonderer Art. Vor seinen Augen streckte sich die mächtige Motorhaube mit dem Markenzeichen Maybachs, den doppelten, in einem Bogendreieck senkrecht verwobenen “MM” (Maybach Motorenbau) auf dem charakteristischen Kühler. Links und rechts davon die glänzenden Gehäuse der Scheinwerfer und die Wölbung der Kotflügel, Begrenzung und Wegweiser in einem. Majestätisch der in großen goldfarbenen Buchstaben auf dem Querbügel zwischen den Scheinwerfern thronende Schriftzug “ZEPPELIN” und der goldene Kranz mit der 12 darin unterhalb der Kühlerfigur. Imposant das gut bestückte Armaturenbrett: Kilometerzähler, Geschwindigkeitsmesser, Benzinuhr für den 135-Liter-Tank, 8-Tage-Uhr, Kühlwasser-Temperaturanzeige, Ölmanometer, Vakuummeter zur Servobremse, Anlass-Einspritzvorrichtung, Anlass-Druckknopf, Handgas- und Starterklappenbetätigung, Instrumenten-Beleuchtung. Zur weiteren Ausstattung gehörten zwei Reserveräder, Bosch-Horn, Scheinwerfer, Stopp- und Rückfahrlicht, Schlusslampe, vier eingebaute Wagenheber sowie ein kleiner Kompressor zum Aufpumpen der Reifen.

Der Name

Ein Prospekt der Zeit gibt Auskunft über die Entstehung des Namens Zeppelin für die Spitzentypen der Marke Maybach:

Die Typenbezeichnung “Zeppelin” wurde gewählt, um auch äußerlich zum Ausdruck zu bringen, dass der Zwölfzylinder-Maybach auf Grund der Erfahrung mit den Maybach-Zeppelin-Luftschiffmotoren konstruiert ist. Ein Name als Symbol für die Grundsätze, nach denen Maybach-Wagen gebaut werden: Nur Bestes aus Bestem zu schaffen, von dauerndem Wert, in höchster Vollendungsform neuen Entstehens. … Als Verkörperung des hochwertigen Reise- und Repräsentationswagens – wie als rassiger Typ für den passionierten Sportsmann – ist der “Maybach-Zeppelin” das Automobil letzter Wunscherfüllung mit ausgeprägtem Charakter von vornehmster Eleganz und Kraft. (Maybach-Prospekt, 1934)

Technische Daten

Motor: V12-Leichtmetall, 60° Zylinderwinkel, Kurbelwelle mit 8 Gleitlagern
Bohrung/Hub: 92/100 mm; Leichtmetallkolben
Hubraum: 7922 cm³
Verdichtung: 1:6,3
Leistung: 200 PS bei 3200 U/min
Zylinder: auswechselbare Graugusslaufbuchsen
Ventile: Ein-/Auslassventil hängend; 1 Nockenwelle, 7fach gelagert
Vergaser: 2 Solex-Doppel-Stufenvergaser
Kühlung: Wasserkühlung/Pumpe – Thermostat-Kühler- Jalousie
Rahmen: U-Profil, Stahlpressrahmen
Federn: lange Halbelliptikfedern, in breiten Gleitschuhen auf Stahlrollen,hydraulische, doppelt wirkende Stoßdämpfer
Vorderachse: Faustachse in Doppel-T-Profil aus Chromnickelstahl
Hinterachse: Starrachse mit Leichtmetall-Stahl-Achsträger
Lenkung: flattersichere Schraubenlenkung, nach Wahl links oder rechts
Fußbremse: Unterdruck-Servo-Bremse, mechanisch auf alle vier Räder wirkend
Räder: Stahlscheiben oder Drahtspeichen, 2 Ersatzräder
Reifen: Mitteldruck, DT-Felge, 7x20 und 7,5x20
Kupplung: 2-Scheiben-Trockenkupplung
Getriebe: Maybach-Doppelschnellgang-Getriebe Typ DSG 80, 4 geräuschlose Gänge
Anordnung: in das Kardanschubrohr eingefügt
Ganganzahl: 5 vorwärts; 1 rückwärts
Antrieb: über Hinterräder
Radstand: Fahrgestell 3,735 m
Spurweite: vorne/hinten 1,52 m
Länge: über alles einschließlich Stoßstangen 5,52 m
Breite/Höhe: über Kotflügel 1,82 m/ca. 1,90 m
Gewichte: Fahrgestell ca. 1900 kg, Wagen ca. 2800 kg, Zuladung ca. 1680 kg
V-max: 150 bis 170 km/h, je nach Aufbau und Übersetzung
Verbrauch: ca. 28 Liter/100 km
Ölverbrauch: ca. 0,4 Liter/100 km
Tank: im Heck, 135 Liter, 2 Kraftstoffpumpen

Maybach Zeppelin DS 8

Der Maybach Zeppelin DS 8, Baujahr 1932, Chassis-Nummer 1387, ist heute im Besitz des Mercedes-Benz Museums.

Sein von der Firma Hermann Spohn in Ravensburg maßgeschneiderter Aufbau, ein viertüriges, sechs- bis siebensitziges Cabriolet mit Ledersesseln, ist vollständig restauriert. Der einwandfrei laufende 8-Liter-V12-Motor mit der Nummer 25041 hat eine Leistungsentfaltung von 200 PS bei höchstens 3200 Umdrehungen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h.

Der lange Radstand von 3735 Millimetern und das hohe Gewicht lassen den Wagen mit den an langen Halbelliptikfedern aufgehängten Starrachsen geradezu dahingleiten. Für zusätzlichen Komfort sorgen hydraulische, doppelt wirkende Stoßdämpfer. Zum Anfahren wird zwar noch die Kupplung benötigt, ansonsten bedient der Fahrer nur zwei kleine Hebel in der Lenkradmitte, um die vier Gänge des Planetenrad-Getriebes zu schalten. Leerlauf, 1a-Gang oder Rückwärtsgang werden mit dem Vorwahl-Handhebel in der Wagenmitte eingelegt. Die Schraubenlenkung, ohne Servohilfe, ist im Verhältnis zu den drei Tonnen Gewicht dieses Automobils leichtgängig, und die via Seilzug betätigten riesigen Trommelbremsen verzögern dank eines ausgeklügelten Hebelsystems gleichmäßig. Der Kraftaufwand zu ihrer Bedienung ist durch die Unterdruck-Servounterstützung vergleichsweise gering.

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