Melchior Eckhart (auch: Melchior Eccardus, * 18. Oktober 1555 in Chemnitz; † 20. Januar 1616 in Oels) war ein deutscher evangelischer Theologe.
Aus einfachen Verhältnissen stammend, besuchte er die kurfürstliche Landesschule Pforta, erhielt ein kurfürstliches Stipendium und immatrikulierte sich 1573 an der Universität Leipzig. Nach seinem philosophischen Studien begann er ein theologisches Studium, welches er an der Universität Wittenberg beendete.1578 wurde er Privatlehrer in Görlitz, ein Jahr später als Lehrer nach Lauban und wurde dort 1580 Rektor der Stadtschule.
Sein Schwiegervater Siegmund Suevus rät ihm 1584 nach Breslau zu gehen, erhält dort eine Berufung als Pfarrer in Domatschine bei Oels und wird am 12. April 1585 in Liegnitz ordiniert. Auch gefördert durch private Verbindungen, erhält er auf Wunsch des Karl II. Herzog von Oels 1586 ein Pfarramt an der Schlosskirche und übernimmt 1593 das Amt des Superintendenten des Fürstentums.
Aus den konfessionellen Streitigkeiten seiner Zeit hat er sich herausgehalten und suchte einen mittelnden Kurs in der Kirchenpolitik zu halten. In seiner kirchlichen Tätigkeit stellte er die Priesterkonvente her, orientierte diese an Philipp Melanchthons Loci Commundes und hob damit die Ausbildung der Geistlichen in seinem Amtsbereich. Ebenfalls beteiligte er sich an der Gründung einer Kirchenbibliothek, gestaltete das Schulwesen und verfasste gelegentliche Advents- und Passionsandachten.
Brockhaus-1809: Johann Melchior Göze
Brockhaus-1911: Melchior · Eckhart
Eisler-1912: Palágyi, Melchior · Eckhart, Johann
Goetzinger-1885: Eckhart, der getreue
Heiligenlexikon-1858: Melchior a Gratia (10) · Melchior (9) · Melchior (8) · Melchior, V. (3) · Melchior, S. (2) · Melchior, S. (1) · Melchior (4) · Melchior (12) · Melchior (11) · Melchior (7) · Melchior (6) · Melchior (5)
Pagel-1901: Hopmann, Karl Melchior