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Memetik ist eine hypothetische Theorie der kulturellen Evolution. Sie ist die Lehre von der Beschaffenheit und Wirkungsweise von so genannten Memen als Trägern der kulturellen Entwicklung in Analogie zur biologischen Evolution und der Genetik). Memesis bezeichnet dabei den Prozess der Evolution von Kultur, die sich nach der Memetik immer mehr vom Menschen löst.
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Die Memetik geht auf das englische Kunstwort memetics zurück, das sich auf den griechischen Terminus der μνήμη, Mneme, Mnemosyne, „die [Muse der] Erinnerung“, beruft. Das Grundelement und -wort der Memetik Mem ist etymologisch dem Begriff Gen nachempfunden und hat mehrere weitere Bezüge: zum französischen même: gleich, zum lateinischen memoria: Gedächtnis und zum griechischen mimen: nachahmen.
Der Begriff der Memetik wurde 1999 von der britischen Psychologin Susan Blackmore im Anschluss an die Thesen Richard Dawkins' geprägt. Dawkins griff dabei nach eigenem Bekunden auf die 1975 geäußerten Thesen des amerikanischen Anthropologen F. T. Cloak über die Existenz von "corpuscles of culture", von Kulturkörperchen auf neuronaler Ebene, als Grundlage der kulturellen Evolution zurück. Daniel Dennett wird neben Dawkins und Blackmore ebenfalls als Memetiker bezeichnet. Geistig verwandt mit der Memetik und quasi ihre ältere Schwester im deutschsprachigen Raum ist die Kulturethologie, die 1970 von Otto Koenig formuliert wurde. Auch sie beschäftigt sich mit der Evolution von Kultur, zieht dafür jedoch nicht das Konstrukt eines Mems heran, sondern arbeitet rein deskriptiv.