Menhart z Hradce

Menhart z Hradce (Menhart von Neuhaus) (* etwa 1390, † 2. Februar 1449 in Říčany) war tschechischer Adliger.

Menhart entstammte dem bedeutenden Adelsgeschlecht von Hradec, einem Zweig des Geschlechts Vítkovci. 1421 erhielt er von seinem Cousin Oldřich IV. z Hradce die Ländereien von Jindřichův Hradec. Obwohl sein Vater Anhänger des Kelches war, versuchte Menhart 1421 die Heere von Jan Žižka zu überfallen. Er wurde gefangen genommen und in Příběnice eingesperrt. 1425 kämpfte er wiederum erfolglos gegen die Taboriten, angeführt von Bohuslav von Schwanberg. Nach dieser Niederlage schlug er sich auf die Seite der böhmischen Adligen und kämpfte mit ihnen 1427 gegen den vierten Ritterkreuzzug (Schlacht bei Tachov). Nach einigen erfolgreichen Schlachten wurde er nach und nach anerkannter Heerführer.

In der Schlacht von Lipan stand er an der Seite der Koalition der Adligen und zog mit Albrecht von Habsburg gegen Tábor. 1438 wurde er in Prag zum obersten Burggrafen ernannt. In dieser Funktion versuchte er der aufkeimenden Anarchie im Land Herr zu werden. Dazu nahm er auch Kontakt zu Katholiken auf und wurde schließlich deren Anhänger. Nach der Wiedereinnahme Prags durch Georg von Podiebrad wurde Menhart gefangen genommen und in Poděbrady inhaftiert. Am 20. September 1448 bat Ulrich von Hradec um die Freilassung seines Vaters. Drei Tage später verweigerte Georg diese mit dem Hinweis, dass Menhart vor ein ordentliches Gericht gestellt werde. Als Folge kam es in Böhmen zum Bürgerkrieg zwischen den adligen Anhängern der katholischen Kirche und den Anhängern der Utraquisten, angeführt vom Landesverwalter Georg von Podiebrad.

Während der Auseinandersetzungen erkrankte Menhart schwer und wurde am 1. Februar 1449 auf Ehrenwort entlassen. Auf dem Weg nach Neuhaus starb er[1]. Bereits am 6. Februar bildete sich die Strakonitzer Allianz[2], die auf der Landeversammlung vom 3. August 1350 den Vorwurf erhob, Georg von Podiebrad habe Menhart vergiften lassen. Diese Anschuldigung konnten sie schließlich jedoch nicht beweisen.

  1. František Palacký: Archiv český
  2. Mitglieder waren unter anderem Heinrich IV. von Rosenberg, Zajíc von Hasenburg, Lichtenburg, Zdeněk von Sternberg, Wilhelm der Jüngere von Ryzmberk und Zdeněk Kostka von Postupic.
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