Merzig

Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Merzig im Saarland. Für weitere Bedeutungen siehe Merzig (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Merzig
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Merzig hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Landkreis: Merzig-Wadern
Koordinaten: 49° 27′ N, 6° 37′ O
Höhe: 172 m ü. NN
Fläche: 108,79 km²
Einwohner: 30.885 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 284 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 66651–66663
Vorwahlen: 06861, 06869
Kfz-Kennzeichen: MZG
Gemeindeschlüssel: 10 0 42 113
Stadtgliederung: 17 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Brauerstraße 5
66663 Merzig
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Alfons Lauer (SPD)

Merzig (frz. Mercy) ist eine Kreisstadt im Saarland, Verwaltungssitz des Landkreises Merzig-Wadern mit rund 31.000 Einwohnern in 17 Stadtteilen auf 108 km². Merzig liegt an der Saar und erstreckt sich weit in die umliegenden Höhen (Saargau) und Seitentäler.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Namensentwicklung

  369 Martiaticum
  870 Martia
1338 Mertzige
1478 Mertzych
1497 Mertzig
1499 Mertzigh, Mertzych

Die älteste Erwähnung Merzigs findet sich lt. Kell in einem Befehl des weströmischen Kaisers Valentinians, erlassen während seines Aufenthaltes in "Mansio praedium Martiaticum" am 4. Juni 369. Ausgang des Merchinger Tales im Distrikt Hangenfeld vermutet man die römische Siedlung, da im Bereich des Zusammenflusses des Ritzerbaches in den Seffersbach vielfältige römische Funde gemacht wurden. Im 12. und 13. Jahrhundert diente dem Kurfürst das Ministerialgeschlecht derer von Merzig. Der Erzbischof von Trier verfügte in Merzig über Vogteirechte. Merzig war in 7 Vogteien aufgeteilt, "die Vogtei" des Erzbischoffs, die vereinigte "Schultheißerei" mit der "Montclairer Vogtei", die "Rischerei", die "Mettlacher Vogtei", die "Brückerei" und die "Propstei". Auf der Merziger Gemarkung existiert die Wüstung Wolkessen oder Wolkesingen, erwähnt 1337 in den Urkunden der Abtei Mettlach. In dem 11. Jahrhundert wurde Merzig Hauptort des gleichnamigen Landkapitels, dem 45 Pfarreien angehörten. Merzig kam ab dem 11. Jahrhundert in das Spannungsfeld der sich expandierenden Mächte Kurtrier und Lothringen. 1333 konnte Trier mit dem mächtigen Kurfürst Balduin gegenüber dem Herzog Rudolf von Lothringen in dem Mannengericht "zu den Bäumelen" seine Rechte u.a. über Merzig durchsetzen. Nach dem Erstarken des lothringischen Herrscherhauses entstand eine Pattsituation und ab 1368 wurde Merzig mit dem Bezirk Merzig-Saargau von Kurtrier und Lothringen gemeinschaftlich verwaltet. Dieses Kondominium existierte ungefähr 400 Jahre bis 1778, ab 1766 gemeinsam mit dem Rechtsnachfolger von Lothringen, Frankreich. Nach der Teilung des Kondominiums kam Merzig bis 1794 zu Kurtrier, wurde aber bald von den frz. Revolutionstruppen besetzt. Nach dem Ende der französischen Besetzung kam es 1815 zur Rheinprovinz.

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche St. Peter ; dreischiffige spätromanische Basilika, ca. 1190-1230, mit barockem Pfarrhaus. Einzige erhaltene romanische Kirche im Saarland. Sehenswert im Innern: Gotisches Pestkreuz aus dem 14. Jhd., Malereien im Stil der Nazarener Schule.
  • Historisches Stadthaus ("Altes Rathaus"), Kurfürstliches Spätrenaissance-Schloß, 1647-1649; sechs-achsiges Gebäude mit zwei stark vor die Front tretenden Ecktürmen.
  • Diverse Barockbauten wie Halfenhaus (ehem. Hafenkneipe), Staadt-Marxsches Bürgerhaus, Hilbringer Schlößchen, Abteihof Besseringen ("Zehnt-Haus"), ehem. Wohnhaus von Christian Kretzschmar in der Trierer Straße (alle 18. Jhd.)
  • Diverse sehenswerte Bauten des 19. und frühen 20. Jhd. wie Villa Fuchs, evangelische Kirche, Kirchen in Hilbringen und Besseringen, Lothringer Hof, Bahnhof, Hauptgebäude des ehem. Landeskrankenhauses, Jugendstilhäuser in der Trierer Straße
  • Diverse sehenswerte Kapellen wie Marienkapelle, Heilig-Kreuz-Kapelle, Kreuzbergkapelle, Josefskapelle, Harlinger Kapelle
  • Feinmechanisches Museum in der Fellenbergmühle
  • Heimatmuseum im Schloss Fellenberg
  • Expeditionsmuseum Werner Freund
  • Museumseisenbahn (nach Losheim)
  • Tiergehege am Blättelbornweiher
  • Wolfsgehege im Kammerforst
  • Stadtpark mit einziger Saline im Saarland
  • Garten der Sinne auf dem Kreuzberg
  • Bürgerpark Besseringen
  • Orchideen auf dem Nackberg bei Hilbringen
  • Bildhauersymposion Steine an der Grenze
  • Clemens-Holzmeister-Kirchen in Brotdorf und Merchingen
  • Seffersbachbrücke, letzte erhaltene Hängegurtbrücke „System Möller“ im Saarland
  • B-Werk Besseringen (Westwall-Bunkeranlage), an der B 51 zwischen Merzig und Besseringen
  • Kloster St. Gangolf, zwischen Besseringen und Mettlach
  • Bietzener Heilquelle an der B 51 in Richtung Beckingen

Der Bürgerpark in Besseringen, der Garten der Künste am Museum Schloss Fellenberg, der Garten der Sinne und der Pfarrgarten an St. Peter sind als besonders sehenswert in das Ensemble der Gärten ohne Grenzen aufgenommen worden.

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Merzig

Stadtansichten

Stadtteile

Ballern, Besseringen, Bietzen, Brotdorf, Büdingen, Fitten, Harlingen, Hilbringen, Mechern, Menningen, Merchingen, Merzig, Mondorf, Schwemlingen, Silwingen, Weiler, Wellingen

Politik

Oberbürgermeister

  • 1954-1974: Gerd Caspar, FDP
  • 1974-1994: Walter Anton, CDU
  • 1994-heute: Dr. Alfons Lauer, SPD

Partnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Merzig ist über die Autobahn A 8 (Perl - Stuttgart) und die Bundesstraße B 51 (Bremen - Sarreguemines) an das überregionale und internationale Straßennetz gut angebunden. Merzig liegt an der Bahnlinie von Saarbrücken nach Trier und verfügt über drei Bahnhöfe.

Ortsansässige Unternehmen

In Merzig werden von Villeroy & Boch seit über 100 Jahren Fliesen produziert. Merzig ist seit 2002 Stammsitz des größten deutschen Arzneimittelimporteurs Kohlpharma. Außerdem hat der Mercedes-Tuner Carlsson hier seinen Sitz.

Gerichte

Merzig verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und OLG-Bezirk Saarbrücken gehört und eine Zweigstelle in Wadern hat.

Militär

In Merzig sitzt das Luftlandeunterstützungsbataillon 262, das zur Luftlandebrigade 26 der Saarlandbrigade der Bundeswehr gehört.

Freizeiteinrichtungen

In Merzig befindet sich das öffentlich zugängliche Wolfsgehege des Wolfsforschers Werner Freund.

Zudem besitzt Merzig seit 2003 ein Freizeit- und Gesundheitsbad in den Saarwiesen sowie eine Zeltstadt mit einer Bühne für Kulturveranstaltungen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Religionen

In Merzig bestand bis 1938/40 eine jüdische Gemeinde, deren Entstehung bis in das 17. Jahrhundert zurückgeht. Mitte des 19. Jahrhunderts gehörten der jüdischen Gemeinde etwa 6 % der Gesamteinwohnerschaft an (1846 223 jüdische Gemeindeglieder). Die 1842 eingeweihte Synagoge wurde beim Novemberpogrom 1938 angezündet und völlig verwüstet. Bei einem Luftangriff 1944 wurde das Gebäude vollends zerstört.

Siehe auch

Weblinks

Commons
Commons: Category:Merzig – Bilder, Videos und Audiodateien
Quelle:
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