Die Messung ist der Vorgang des Messens, mit all den nötigen Vor- und Nacharbeiten.
Messen heißt, „Ermitteln eines Wertes durch quantitativen Vergleich der Messgröße mit einer Einheit (Normal)“ (DIN 1319 Teil 1). Messen ist der Vergleich mit einer Einheit und/oder Zählen. Man erhält dadurch einen Informationsgewinn über den Istwert eines Messobjekts.
Geregelt wird das Messen in der DIN 1319-4. Messen ist nicht Prüfen (festgelegt in DIN 2257 Teil 1), denn es wird nicht die Beurteilung auf Einhaltung geforderter Maße und Gestalt Wert verlangt.
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Zum Messen gehören:
Es wird definiert als „Gerät, das allein oder in Verbindung mit anderen Einrichtungen für die Messung einer Messgröße vorgesehen ist“ (DIN 1319-1).
Häufig ist ein Messgerät Bestandteil einer Messeinrichtung, die definiert wird als „Gesamtheit aller Messgeräte und zusätzlicher Einrichtungen zur Erzielung eines Messergebnisses“ (ebenfalls DIN 1319-1).
Das Messinstrument umfasst das Gehäuse mit allen eingebauten Bauelementen
Das Messwerk ist der aktive Teil eines Messinstruments. Zum Messwerk gehören das bewegliche Organ mit Zeiger, der Skala und alle für die Wirkungsweise wichtigen Teile (z.B. Dauermagnet, Spule)
Die Messmethode ist eine „spezielle, vom Messprinzip unabhängige Art des Vorgehens bei der Messung.“ (DIN 1319-1, 1995)
„Praktische Anwendung eines Messprinzips und einer Messmethode“ (DIN 1319-1, 1995)
„Die wissenschaftliche Grundlage eines Messverfahrens.“ (VIM, 1994) „Physikalische Grundlage der Messung.“ (DIN 1319-1, 1995)
Messbar ist eine Größe, wenn es ein Messprinzip gibt, nach der sie sich Messen lässt, wenn sie also innerhalb physikalischer Betrachtungsweise sinnvoll definiert werden kann, und daher insbesondere quantifizierbar ist. Dies umfasst auch alle Ansprüche der Reproduzierbarkeit des Messergebnisses.
Messbar sind alle physikalischen Größen, aber auch empirische Größen wie Lautstärke, Gerüche, Farbwahrnehmungen, Intelligenz oder Kennzahlen bestimmter Eigenschaften. Als nicht messbar gelten nur subjektiv beurteilbare Merkmale wie etwa das Stören eines Lärms, die Unangenehmheit eines Geruchs oder die Schönheit einer Farbe, oder Schlauheit. Das erfordert aber nicht, dass es eine Messmethode gibt. Werte etwa, die zu klein sind, um mit heutigen Methoden gemessen zu werden, werden zwar allgemein als „unmessbar“ bezeichnet, sind aber lediglich nicht erfassbar.
„Träger der Messgröße.“ (DIN 1319-1, 1995)
Um messen, d.h. vergleichen zu können, hat sich der Mensch ein System von Standards und Einheiten geschaffen, welche im Systeme Internationale, kurz SI-System, definiert und zusammenfassend dargestellt sind.
Beispielsweise wird der Standard der Masse durch eine kleinen, zylindrischen Platin-Iridium Zylinder dargestellt. Dieser Zylinder ist der physikalische Standard der Masse und so ist jedes dem metrischen System angehörende Land im Besitz einer Kopie jenes Urkilogramms. Traditionell wird die Masse in der Einheit kg gemessen.
Messen bedeutet nach allem die quantitative Bestimmung des Wertes einer Messgröße (Messwert) durch Vergleich mit einem geeigneten Standard gleicher Einheit.
Die Lehre von den Maßen und Gewichten heißt Metrologie. Die möglichst exakte Messung ist Aufgabe der Messtechnik. Die qualitative Bestimmung des Messergebnisses (also Messunsicherheit und Messfehler) ist Aufgabe der Fehlerrechnung.
Die Messgröße kann eine physikalische Größe sein, aber auch eine beliebige andere Größe, wie beispielsweise die Inflationsrate, der Intelligenzquotient oder die Kundenzufriedenheit.
In der Physik und den Ingenieurwissenschaften handelt es sich bei der Messgröße stets um eine physikalische Größe.
Eine Größe, wie zum Beispiel „Schönheit“ wäre in diesem Fall nicht allgemein anerkannt definiert und damit auch nicht messbar. (Jörg Hoffmann, S. 18)
Messungen erfolgen durch reine Zählung oder durch Vergleich
Gesetze zur Regulierung von Maßeinheiten wurden ursprünglich eingeführt, um Betrug zu vermeiden. Heute beruht die Definition der Einheit meist auf wissenschaftlicher Basis und wird durch internationale Verträge geregelt. Eine Einheit dient als Bezugsgröße für die quantitative Bestimmung und Angabe des Wertes von gleichen Größen der gleichen Größenart. Der Einheit wird der Zahlenwert 1 zugeordnet. (Jörg Hoffmann, S. 26)
Es gibt sieben SI-Basiseinheiten, für die es gesetzlich vorgeschriebene Bestimmungen für die Ermittlung gibt und die weltweit normalisiert sind.
Unter direkten Messungen versteht man solche, deren Ergebnis unmittelbar am Messmittel ablesbar sind, beispielsweise Messungen mit Lineal, Winkelmesser oder Maßband. Bei indirekten Messmethoden liegt das Resultat erst nach einigen Zwischenstufen vor (siehe auch Messsystem), beispielsweise Temperatur-Bestimmung von Sternen aus deren Spektrum.
In der Kopenhagener Interpretation der Quantenmechanik nimmt die Messung einen entscheidenden Platz ein. Anders als in der klassischen Mechanik kann eine Größe in der Quantenmechanik nicht gemessen werden, ohne das System zu beeinflussen. Dies drückt sich darin aus, dass es neben der Schrödingergleichung, die die Zeitentwicklung eines quantenmechanischen Zustands beschreibt, auch eigene Gesetze zum Verhalten des Systems bei einer Messung gibt.
Ein klassisches Beispiel der Beeinflussung des Messobjektes durch die Messung selbst kommt aus der Elektrotechnik: Es existiert kein (ideales) Spannungsmessgerät, das Spannung gänzlich ohne Stromaufnahme messen kann. Dies führt zu Belastung der zu messenden Spannungsquelle. Dadurch sinkt die Spannung an den Klemmen der Quelle (es existiert auch keine ideale Spannungsquelle ohne inneren Widerstand). Das bedeutet, dass die tatsächliche Leerlaufspannung einer realen Spannungsquelle mit realen Messgeräten nicht exakt messbar ist. Man kann das Thema auch in die Erkenntnistheorie erweitern, etwa so: Bedingt dadurch, dass die Lichtgeschwindigkeit eine endliche Größe aufweist, werden wir nie wissen, was wir im exakten Zeitpunkt der Gegenwart sehen oder wahrnehmen. Die Information braucht durch die nicht unendliche Lichtgeschwindigkeit Zeit, um vom Objekt zum Subjekt (Beobachter) zu gelangen. Daher sehen wir immer ein Bild der Vergangenheit. Nicht einmal der Begriff „Gegenwart“ muss für zwei Subjekte derselbe sein, da sie sich darüber nicht austauschen können (wann genau ist „jetzt“? Wenn einer ein Signal sendet, ist es für den anderen schon Vergangenheit).