Meyers Konversations-Lexikon war neben dem Brockhaus und dem Piererschen Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit ein weiteres bedeutendes deutschsprachiges enzyklopädisches Werk allgemeinen Inhalts, das im 19. und 20. Jahrhundert in mehreren Auflagen erschien. Benannt wurde es nach dem Gründer des Bibliographischen Instituts, Joseph Meyer.
Die Leser dieses Werkes konnten mit den Herausgebern am Bibliographischen Institut in Kontakt treten. So enthält jeder Band einen Anhang über den stattgefundenen Briefwechsel, das so genannte Korrespondenzblatt.
Die ersten Auflagen enthalten bereits zahlreiche Zeichnungen und Pläne:
Die Weiterentwicklung des Meyers Lexikons wurde 1986 vorläufig zugunsten des Brockhaus eingestellt, nachdem der Brockhaus-Verlag und das Bibliographische Institut 1984 zum Bibliographischen Institut & F. A. Brockhaus fusioniert waren.
Inhaltsverzeichnis |
Joseph Meyer gab als Geschäftsführer des Bibliographischen Instituts das Große Conversations-Lexicons für die gebildeten Stände (1839–1855) heraus, das mit 52 Bänden das größte deutsche Lexikon des 19. Jahrhunderts war. Damit wollte er – im Unterschied zu den bis dahin erschienenen Lexika – ein breites Publikum und nicht nur bestimmte Zielgruppen ansprechen. Nach dem Tod Joseph Meyers 1856 übernahm sein Sohn Herrmann Julius die Weiterentwicklung des Lexikons. Herrmann Julius Meyer ließ das Werk bewusst nicht als 2. Auflage des Großen Conversations-Lexicons erscheinen, sondern als Neubearbeitung unter dem Titel Neues Konversations-Lexikon für alle Stände (1857–1860), welche mit 15 Bänden deutlich weniger ausführlich war. Als kostengünstige Variante wurde Meyer's Hand-Lexicon des allgemeinen Wissens, der so genannte Kleine Meyer parallel zum Großen Meyer etabliert. Es erschienen in den folgenden Jahren mehrere neue Auflagen, im Ersten Weltkrieg musste die Lexikonarbeit jedoch unterbrochen werden. 1925 erschien schließlich die 7. Auflage des Großen Meyer. Die 8. Auflage blieb aufgrund des Zweiten Weltkrieges ein Fragment. Die 9. Auflage als Meyers Enzyklopädisches Lexikon (1971-1979) in 25 Bänden ist das umfangreichste deutschsprachige Lexikon des 20. Jahrhunderts. Seit der Fusion der beiden Lexikonverlage Bibliographisches Institut und F. A. Brockhaus im Jahre 1984 werden mit Meyers Taschenlexikon in einem Band, Meyers Taschenlexikon in zwölf Bänden, und Meyers Großem Taschenlexikon in 25 Bänden als Zielgruppe vor allem Schüler und Studenten angesprochen, während unter der Marke Brockhaus die klassischen Lexika herausgegeben werden. 2006 wurde das Taschenlexikon online veröffentlicht, alle Artikel sind kostenlos abrufbar.
(Anmerkungen: Auch diese Ausgabe ist urheberrechtlich frei. Die 20 Bände der 6. Auflage sind nur einen halben Band stärker als die 17 Bände der 5. Auflage!)
(Anmerkung: Mit dem 9. Band mussten die Arbeiten aufgrund der Kriegsereignisse eingestellt werden.)
Die beiden nach dem Zweiten Weltkrieg in Leipzig erschienenen Ausgaben knüpfen nicht unmittelbar an die ersten acht Auflagen an. Die in Leipzig erschienene Ausgabe des „Meyers neues Lexikon“ ist inhaltlich stark sozialistisch geprägt:
| Auflage | Zeitraum | Bände | Seiten A-Z | Exemplare |
|---|---|---|---|---|
| Ur-Meyers | 1839-1855 | 46 + 6 Bände | 57.300 Seiten | bis zu 70.000 |
| 1. Auflage | 1857-1860 | 15 Bände | 19.000 Seiten | ca. 40.000 |
| 2. Auflage | 1861-1872 | 15 + 2 Bände | 16.800 Seiten | 63.500 |
| 3. Auflage | 1874-1884 | 15 + 6 Bände | 15.500 Seiten | 160.000 |
| 4. Auflage | 1885-1892 | 16 + 3 Bände | 16.600 Seiten | 200.000 |
| 5. Auflage | 1893-1901 | 17 + 4 Bände | 18.400 Seiten | 233.000 |
| 6. Auflage | 1902-1920 | 20 + 7 Bände | 18.600 Seiten | |
| 7. Auflage | 1925-1933 | 12 + 3 Bände | 12.500 Seiten | |
| 8. Auflage | 1936-1942 (unvollendet) | 9 Bände (A-S) + 1 | 14.500 Seiten | |
| 9. Auflage | 1971-1981 | 25 + 7 Bände | 21.000 Seiten |
Die 1885–90 in 16 Bänden erschienene vierte Auflage ist urheberrechtlich frei. Mittlerweile sind alle Bände als eingescannte Bilder und als OCR-Volltext über das Internet frei zugänglich. Zusammen mit einem Registerband, dem Jahressupplementen 1891 und 1892 sowie den meisten großen Bildtafeln (meist DIN A3) sind ca. 20.400 Seiten digitalisiert. Bis auf die Ergänzungsbände 17 und 19 wurden alle Texte bereits mindestens in einem ersten Durchgang überprüft und nachkorrigiert. Die Querverweise im Text ("siehe ...") sind durch Links mit den dazugehörigen Stichworten verbunden.
| Band | von | bis |
|---|---|---|
| 1 | Aa | Atlantiden |
| 2 | Atlantis | Blatthornkäfer |
| 3 | Blattkäfer | Chimbote |
| 4 | China | Distanz |
| 5 | Distanzgeschäft | Faidherbe |
| 6 | Faidit | Gehilfe |
| 7 | Gehirn | Hainichen |
| 8 | Hainleite | Iriartea |
| 9 | Irideen | Königsgrün |
| 10 | Königshofen | Luzon |
| 11 | Luzula | Nathanael |
| 12 | Nathusius | Phlegmone |
| 13 | Phlegon | Rubinstein |
| 14 | Rüböl | Sodawasser |
| 15 | Sodbrennen | Uralit |
| 16 | Uralsk | Zz |
| 17 | Ergänzungsband | |
| 18 | Supplement 1890–1891 | |
| 19 | Supplement 1891–1892 | |
| 99 | Schlüssel (der 3. Aufl.) | |
Siehe auch: Nachschlagewerk, Klemens Mercks Warenlexikon
| Commons: Meyers Konversations-Lexikon – Bilder, Videos und Audiodateien |
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