Minentaucher sind speziell ausgebildete militärische Taucher der Deutschen Marine.
Ihre Einsatzgebiete sind u. A.:
Minentaucher sind hochqualifizierte Spezialisten, die teilweise an Bord von Minenabwehrfahrzeugen stationiert werden, um bei Bedarf zeitnah eingesetzt werden zu können. Ein Teil der ausgebildeten Minentaucher steht als Spezialeinheit in der Minentaucherkompanie in Eckernförde bereit.
2001 ging aus der Waffentauchergruppe das Bataillon Spezialisierter Kräfte hervor. Durch die Transformation formierten sich 2003 die Spezialisierten Einsatzkräfte Marine (SEK M). Die SEK M gliedern sich weiterhin in eine Kampfschwimmerkompanie, eine Minentaucherkompanie, sowie zwei Marinekompanien für spezielle Einsätze (z.B. Entern von Schiffen), eine Ausbildungsinspektion und weitere Unterstützungselemente.
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Die Ausbildung der Minentaucher findet in der Minentaucherkompanie (MiTaKp) in Eckernförde statt. Diese Einheit gehört zu den Spezialisierten Einsatzkräften Marine (SEK M), und diese wiederum zur Einsatzflottille 1.
Um sich für die Ausbildung der Waffentaucher zu qualifizieren, zu denen sowohl Minentaucher als auch Kampfschwimmer gehören, sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:
Neben der weit über dem Niveau eines Sport- oder Berufstauchers liegenden Vermittlung von Kenntnissen in Tauchphysik und -medizin werden Kenntnisse über (jegliche Art von) Unterwasserwaffen, Taktik und Einsatzverfahren vermittelt. Den größten Teil der Ausbildung bilden praktische Übungen, Fitnesstraining und das damit verbundene " Aussieben " von über 70% der Lehrgangsteilnehmer in den ersten 6 Wochen der Minentauchervorausbildung.
(Ein Beispiel für die Ausbildung zum MiTa-Bootsmann/Offizier)
Waffentaucher werden in fast allen Ländern ausgebildet und eingesetzt, die eine Marine unterhalten. In den USA werden sie NAVY SEALS genannt (SEAL steht für Sea, Air, Land), in Großbritannien ist die Ausbildung in der Special Boat Service (SBS) eingebunden. In Frankreich ist die Einheit der Plongeur Démineur den deutschen Minentauchern vergleichbar. In allen Ländern unterliegen die Einsätze, Einsatzbedingungen und Einsatzvorschriften der Waffentaucher der Geheimhaltung.
Der Einsatz von Kampfschwimmern und Minentauchern unterscheidet sich in der Ausrüstung deutlich, bedingt durch unterschiedliche Aufgaben.
Während Kampfschwimmer küstennah unentdeckt und in geringer Tiefe operieren, werden Minentaucher auch auf offener See und zum Teil in großen Tiefen eingesetzt. Das bevorzugte Tauchgerät der Kampfschwimmer ist entsprechend ein Sauerstoff-Kreislaufgerät, ein sog. Rebreather, welches die ausgeatmete Luft aufbereitet und nur geringe Gasmengen an die Umgebung abgibt, so dass der Kampfschwimmer nicht durch aufsteigende Blasen entdeckt werden kann.
Bei Minentauchern kommen entweder Pressluft oder Mischgasgeräte zum Einsatz. Bei "Sauerstoff-Kreislaufgeräten" ist die Tiefe auf 10 - 12 Meter beschränkt, bei "Pressluft-Tauchgeräten", die auch im Sportbereich eingesetzt werden, ist die Tiefe auf 40 - 60 Meter beschränkt, bei "Mischgasgeräten" mit Trimix wird der Sauerstoff-Anteil entsprechend der Tiefe reduziert, dadurch ist die mögliche Tiefe um ein vielfaches höher.
Seit 2002 wurden das Tauchgerät "FGT" durch ein geschlossenes, computergesteuertes, Mischgaskreislauftauchgerät, das "Stealth EOD-M" der Firma Divex ersetzt.
Abgesehen von den mechanischen und elektronischen Spezialwerkzeugen werden von Minentauchern ansonsten Ausrüstungsteile verwendet, wie sie auch zur zivilen Tauchausrüstung gehören, im Einsatz wird aber nur nichtmagnetische Ausrüstung benutzt.
Die 10 Boote der Frankenthal-Klasse, das Minentaucherboot "Mühlhausen" (als Ersatz für die 1994 außer Dienst gestellt "Stier") und das Taucherschulboot LANGEOOG als Ersatz für die "Hansa" in Eckernförde verfügen über stationäre Druckkammern für bis zu 6 Personen, in denen Taucher nach Unfällen sofort versorgt werden können. An diese können mobile Druckkammern angeflanscht werden, die bei Bedarf (z.B. von SAR-Hubschraubern im Tiefflug) nach Kiel transportiert werden. Dort befindet sich die größte Druckkammer der Bundesmarine, in der bis zu 12 Personen gleichzeitig die druckspezifische Wirkung von Tauchgängen simulieren können oder bei Bedarf eine Behandlung eines eingeschleusten, verletzten Tauchers unter Druck vorgenommen werden kann. Aus diesem Grund und aufgrund der hervorragenden Ausbildung ist die Anzahl und die Folgen von schweren und tödlichen Tauchunfällen bei den Minentauchern in der Deutschen Marine im Verhältnis zu den vergleichbaren Einheiten in anderen Ländern auffallend gering.
Bestandteil der Ausbildung ist der Kraftbootführerschein sowie die Ausbildung zum "Sprenghelfer der Marine mit Taucheinsatz". Danach erfolgt im Rahmen der Schiffssicherungsausbildung die Schulung zum Truppführer.
In Einzelfällen wird den Angehörigen der MiTaKp darüber hinaus die Teilnahme an zahlreichen Speziallehrgängen ermöglicht. Viele längerdienende Minentaucher (acht oder mehr Jahre verpflichtet) sind z.B. auch als Kraftfahrer BCE, Helmtaucher (staatlich geprüfter Taucher), Fallschirmspringer und/oder Einzelkämpfer qualifiziert.
Die Ausbildung und Einsatzplanung zielte ursprünglich auf die Abwehr konventioneller und "nichtkoventioneller" Unterwasserwaffen im Ernstfall im Rahmen einer möglichen Konfrontation der Nato mit dem Ostblock ab. Seit 1985 wurden die Aufgaben und entsprechend die Ausbildungsinhalte modifiziert. Die Ausbildung zur "Beseitigung unkonventioneller Spreng- und Brandvorrichtungen (IEDD)" findet nach wie vor in einem "Sonderlehrgang zur Erfüllung spezieller Einsatzaufträge" statt.
von 1957 bis 1984 wurden Minentaucher ausschließlich in deutschen Hoheitsgewässern, hauptsächlich in der Ostsee und dort überwiegend zur Räumung von Seeminen aus dem Krieg eingesetzt. Außerdem waren sie bei der Suche und Bergung von havarierten Schiffen, U-Booten und abgestürzten Flugzeugen eingebunden. Die gefährlichste Aufgabe der Minentaucher bestand darin, Kampfmittel aufzuspüren und zu bergen, die nach dem Weltkrieg in der Ostsee versenkt wurden, teilweise chemische Kampfstoffe enthalten und deshalb bis heute die Schifffahrt und Fischerei gefährden.
Die Räumung von frisch gelegten Minen im Herbst 1985 im Suezkanal stellte den ersten exterritorialen Einsatz von Minentauchern dar. Bei diesem NATO-Einsatz in einer Internationalen Seestraße, bei der nicht das für offene See entwickelte Räumgerät (Troika) verwendet werden konnte, wurden deutsche Minentaucher eingesetzt. Danach erfolgten zahlreiche Einsätze weltweit auch in internationalen Gewäsern im Rahmen der NATO Response Force und der German Task Force (EAV).
Bei den Minentauchern wird nec aspera terrent übersetzt mit "Die die Tiefe nicht Fürchten"