Moctezuma II. (spanisch Montezuma, eigentlich Motecuhzoma Xocoyotzin (Aussprache: moteku'soma ∫oko'jotsin); * um 1465; † 30. Juni 1520 in Tenochtitlán, Mexiko) war zum Zeitpunkt der Ankunft der Europäer Herrscher des Reiches der Azteken.
Der Nahuatl-Name des Herrschers war und ist für die spanische Phonologie fremdartig und schwer wiederzugeben, weshalb die Spanier den König Moctezuma nannten, was später durch analogische Fehlinterpretation zu Montezuma wurde.
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Über Moctezumas Werdegang vor seiner Thronbesteigung ist kaum etwas bekannt, bis auf die Tatsache, dass er bis zum Tod seines Onkels Auítzotl im Jahre 1502 Hohepriester der höchsten aztekischen Gottheit Huitzilopochtli war. Während der ersten zehn Jahre seiner Herrschaft unternahm Moctezuma dann ausgedehnte Eroberungszüge in das Bergland des heutigen mexikanischen Bundesstaates Oaxaca, die er persönlich anführte. Er verfolgte damit zum einen das Ziel, die vor seiner Herrschaft eroberten Durchgangswege zu sichern sowie das Tal von Oaxaca abzusichern, das reiche Tribute lieferte. Auf der anderen Seite sollten die bereits unterworfenen Völker durch die Demonstration der militärischen Macht der Azteken eingeschüchtert werden.
Nach den Feldzügen gegen Oaxaca konzentrierte sich Moctezuma auf die Schwächung der Tlaxcalteken und ihrer Verbündeten. Es gelang ihm, die Tlaxcalteken von fast allen Handelsverbindungen abzuschneiden. Da bei diesen Unternehmungen auch Krieger aus der 1473 von den Azteken eroberten Nachbarstadt Tlatelolco teilnahmen, erließ ihnen Moctezuma 1519 alle seitdem auferlegten Tributzahlungen, beendete die Herrschaft der Militärgouverneure und setzte dafür seinen Cousin Cuauhtémoc als neuen Herrscher ein.
Als im Jahre 1515 Nezhualpilli starb, der Herrscher über die Stadt Texcoco, die Mitglied des aztekischen Dreibunds war, griff Moctezuma mangels einer eindeutigen Nachfolgeregelung direkt in die Thronfolge ein und bestimmte Cacama zum neuen Herrscher. Dessen Halbbruder Ixtlilxochitl fühlte sich jedoch übergangen und rebellierte. Die Rebellion dauerte noch während des Kampfes gegen die Spanier an und trieb Texcoco letztlich in deren Arme.
Innenpolitisch bewirkte Moctezuma eine weitgehende Stärkung der Position des Adels. Er entließ nichtadelige Beamte aus ihren Ämtern und schaffte dem Adel somit Konkurrenzlosigkeit auf allen politischen Betätigungsfeldern. Die Behauptung, diese Trennung von Adel und Volk sei Bestandteil eines Jahrzehnte zuvor geschlossenen Vertrages der beiden Parteien innerhalb des Staates gewesen, um die Tepaneken zu bekämpfen, dürfte jedoch eine Erfindung Moctezumas sein, um diese Entscheidungen legitimieren zu können [1].
siehe auch: Spanische Eroberung Mexikos
Hernán Cortés landete am 12. März 1519 mit 650 Spaniern und 200 Indianern an der Mündung des Tabasco und eroberte nach und nach das Aztekenreich. Dabei verbündete er sich mit Indianerstämmen, die von den Azteken unterjocht worden waren. Er drang bis zur Stadt Tenochtitlán vor, dem Zentrum des Reiches, wo Moctezuma residierte. Dieser spielte beim Untergang des Reiches eine wesentliche Rolle, da er die Ankunft der Spanier als angekündigte Rückkehr des Gottes Quetzalcóatl interpretierte und so zu spät und zaghaft auf die Bedrohung reagierte.
Doch die Spanier agierten in völligem Desinteresse an den Sitten und Gebräuchen der aztekischen Bevölkerung, zertrümmerten deren Götterbilder und duldeten Plünderungen. In Tenochtitlán machten sie Moctezuma zu ihrem Gefangenen; unter spanischer Aufsicht durfte er jedoch weiterregieren, da ein Sturz des Herrschers Cortés als zu gefährlich erschien. Die Azteken waren weit in der Überzahl. Da von Moctezuma nichts zu erwarten war, wandten sich aztekische Adlige an den Bruder des Herrschers, Cuitláuac, der einen Aufstand anzettelte und die Spanier kurzzeitig vertreiben konnte. Dabei wurde Moctezuma vermutlich von seinen eigenen Leuten gesteinigt. Seinen Nachfolgern Cuitláuac und Cuáutemoc gelang noch einige Zeit Widerstand. Cuáutemoc, der letzte Aztekenherrscher, wurde jedoch von den Spaniern 1525 hingerichtet.
Die Erinnerung an diese Niederlage schmerzt im mexikanischen Geschichtsbewusstsein bis zum heutigen Tag. Für Cortés hat man wenig übrig, aber die Indígenas, die ihn damals unterstützten, gelten als Unpersonen, besonders Moctezuma und Malinche, die Dolmetscherin des Cortés. Im ganzen Land ist nicht ein Moctezuma-Denkmal zu finden, wohingegen das Andenken an seinen Nachfolger Cuáutemoc, den Anführer des Widerstandes, hoch in Ehren gehalten wird.
Moctezuma ist Thema mehrerer Opern:
Ténoch | Acamapichtli | Huitzilíhuitl | Chimalpopoca | Itzcóatl | Moctezuma I. | Axayacatl | Tízoc | Auítzotl | Moctezuma II. | Cuitláuac | Cuauhtémoc