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Moldauische Sprache

Moldauisch (Limba moldovenească)

Gesprochen in

Moldawien, Ukraine und Russland. Siehe auch Rumänische Sprache.
Sprecher Laut Volkszählungen: 2.029.847 in Moldawien[1], 181.124 in Ukraine [2], 147.035 in Russland [3]
Linguistische
Klassifikation
Italische Sprachen
Romanische Sprachen
Balkanromanische Sprachen
Rumänisch (Moldauisch)
Offizieller Status
Amtssprache in Moldawien
Sprachcodes
ISO 639-1:

mo

ISO 639-2: (B) mol (T) mol
ISO 639-3 (SIL):

-

Moldauisch (auch Moldawisch, Limba moldovenească) ist die offizielle Bezeichnung der rumänischen Sprache als Amtssprache Moldawiens. Die von den Moldauern gesprochene Umgangssprache unterscheidet sich von der im östlichen Teil Rumäniens in der Region Moldau gesprochenen hauptsächlich durch eine Reihe von aus dem Russischen übernommenen Neologismen. Westlich des Pruth (in Rumänien) stammen die Neologismen hauptsächlich aus dem Französischen.

Rumänische Mundarten
Rumänische Mundarten

Die Aufteilung der rumänischen Sprache gilt als Beispiel für politischen Separatismus in der Sprache. Die Existenz dieser Sprache als Einzelsprache ist umstritten. Fast alle Sprachwissenschaftler behaupten, die moldauische Sprache sei eine regionale Mundart des Rumänischen, die aus politischen Gründen zur Einzelsprache erhoben wurde. Auch in der Moldauischen Akademie wird die Existenz einer moldauischen Sprache bestritten.[4] Es gibt aber gegensätzliche Meinungen (z. B. der umstrittene Vasile Stati). Kraft Abschnitt I, Artikel XIII des Grundgesetzes der Republik Moldau, ist Moldauisch „Staatsprache“ Moldawiens[5]. 60 % der Staatsbürger Moldawiens bezeichnen ihre Muttersprache als „Moldauisch“. Die Gruppe derjenigen, die ihre Muttersprache als „Rumänisch“ bezeichnen, bildet einen Anteil von 22 % der gesamten Bevölkerung in Moldawien, bei der städtischen Bevölkerung sind es knapp 40 % (Stand 2004) ). Der Begriff „Moldauisch“ beschränkt sich aber auf einige staatliche Bereiche, wobei der Begriff „Rumänisch“ auf allen anderen Ebenen verwendet wird. Das geltende Gesetz in Moldawien bestätigt die Gleichheit beider Sprachen [6], so wird beispielsweise in Schulen, Medien, sowie in einigen Verwaltungs- und Staatsbereichen der Begriff „Rumänisch“ verwendet [7].

In der abtrünnigen Transnistrischen Moldauischen Republik ist Moldauisch (jedoch mit der kyrillischen Schrift geschrieben) Amtsspache, zusammen mit Russisch und Ukrainisch. In Gagausien sind neben Moldauisch auch Gagausisch und Russisch offiziell.

Inhaltsverzeichnis

Hintergründe

Bis 1940 gehörte das damalige Bessarabien zu Rumänien. Zu dieser Zeit kannte man den Begriff einer moldauischen Sprache nicht, man betrachtete sie vielmehr als rumänische Mundart. Erst nachdem die Sowjetunion das Gebiet annektierte, wurde die Sprache umbenannt, um alle Bande zu Rumänien zu trennen. Das lateinische Alphabet wurde durch ein nach dem Vorbild des Russischen gestaltetes kyrillisches ersetzt. Außerdem wurde während der Sowjetherrschaft die rumänischsprachige Bevölkerung darin bestärkt, Russisch zu sprechen, was eine Voraussetzung für höhere Bildung, gesellschaftliches Ansehen und politische Ämter war.

1989 wurde die moldauische Sprache zur einzigen offiziellen Sprache der Moldauischen SSR erklärt und die rumänische Variante des lateinischen Alphabets wieder eingeführt. Die auf die Unabhängigkeit Moldawiens 1991 folgende Verfassung erkannte Rumänisch als Amtssprache an. 1994 wurde der Name der Amtssprache in der Verfassung wieder in „Moldauisch“ geändert. 1996 lehnte das moldauische Parlament einen Antrag des Präsidenten Mircea Snegur ab, den Namen der Sprache wieder in „Rumänisch“ zu ändern. In Transnistrien ist das kyrillisch geschriebene Moldauisch offiziell weiterhin Amtssprache.

2003 veröffentlichte Vasile Stati ein moldauisch-rumänisches Wörterbuch. In der Einführung des Wörterbuches wird von einer „moldauischen Sprache“ gesprochen, die angeblich parallel zur rumänischen Sprache entstanden sei. Stati führte dort die Regionalismen aus dem gesamten Verbreitungsareal der moldauischen Mundart aus, als ob sie kein Bestandteil des rumänischen Wortschatzes wären, und übersetzte sie danach mit Synonymen ins Rumänische, die außerhalb des moldauischen Areals entstanden sind. Dies führte zu Kritik aus beiden Ländern, denn die moldauischen Regionalismen sind Bestandteil des rumänischen Wortschatzes.

Quellen

  1. Volkszählung in Moldawien (Stand 2004) (rum.)
  2. Volkszählung in Ukraine (Stand 2001) (eng.)
  3. Volkszählung in Russland (Stand 2002) (engl.)
  4. Silviu Berejan, Wissenschaftlicher Hauptforscher des Sprachinstitutes der Moldauischen Akademie: rumän. „Limba română exemplară nu poate fi numită moldovenească, pentru că limba literară moldovenească nu există. Există numai vorbire dialectală moldovenească. Ceea ce ani în şir am numit noi în RSSM impropriu «limbă literară moldovenească» nu era altceva decât limbă română exemplară, doar că era scrisă cu alfabet rusesc. E de ajuns însă ca orice text publicat în acea perioadă să fie transcris cu alfabet latin, ca oricine sa să convingă că el nu a avut şi nu are nici o particularitate specifică pentru vorbirea actuală moldovenească“. (Mitteilung auf der Konferenz zur Benennung der Amtssprache Moldawiens).
  5. Das Grundgesetz der Republik Moldau (in moldauisch)
  6. Legea cu privire la functionarea limbilor vorbite pe teritoriul RSS Moldovenesti Nr.3465-XI din 01.09.89 Vestile nr.9/217, 1989 (rumänisch)
  7. z. B. Verbraucherschutzgesetz (rumänisch)

Literatur

  • Lenore A. Grenoble: Language Policy in the Soviet Union (Springer 2003), ISBN 1402012985; S. 89–93.
  • Valeria Guţu-Romalo: Evoluţia limbii române în Republica Moldova, in: Adriana Grecu: Unitatea limbii române cu privire specială la Basarabia şi Bucovina, Editura Academică, Bukarest 2004, ISBN 973-270985-5; S. 33–48
  • Klaus Heitmann: Das Moldauische im Zeichen von Glasnost' und Perestrojka, in: Wolfgang Dahmen u.a. (Hrsg.): Romanistisches Kolloquium V, Fink-Verlag, München 1991, ISBN 3-7705-2674-0
  • Klaus Heitmann: Rumänisch: Moldauisch, in: Günther Holtus u. a. (Hrsg.): Lexikon der romanischen Linguistik, Bd. 3, Niemeyer-Verlag, Tübingen 1989, ISBN 3-484-50234-7; S. 508–521

Siehe auch

Weblinks

Wikipedia
Wikipedia auf Moldauisch
Quelle:
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