Der Begriff Monetarismus steht für eine Position in der Wirtschaftstheorie sowie in der Wirtschaftspolitik, nach der die Regulierung der Geldmenge die wichtigste Stellgröße zur Steuerung des Wirtschaftsablaufes darstellt. Eine zu starke Ausdehnung der Geldmenge führt demnach zu Inflation, eine zu starke Bremsung des Geldmengenwachstums zu Deflation.
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Die Position des Monetarismus hat sich in einer großen Kontroverse mit dem Keynesianismus [1] entwickelt. Der Kreis der strittigen Fragen geht von der Abgrenzung des Geldbegriffs und der Erklärung der Geldschöpfung bis hin zu den Bestimmungsfaktoren des Geldwertes und den Prozessen der Geldwirkungen sowie in der Geldpolitik von den effektiven Strategien bis hin zur Effizienz verschiedener Instrumente.
Legt man den Begriff "Monetarismus" [2] ganz eng aus, so ist er bloß eine neue Bezeichnung für die Quantitätstheorie. Thomas Meyer[3] hat indes schon 1975 versucht, die Behauptungen der Monetaristen übersichtlich zusammenzustellen:
(1) Der Quantitätstheorie des Geldes folgend, wird das Nominaleinkommen hauptsächlich durch monetäre Faktoren bestimmt.
(2) Der Transmissionsprozess, wie sich Änderungen der Geldmenge auf das Einkommen auswirken: der Zinssatz ist nicht so relevant wie die Stabilität der Geldnachfrage.
(3) Der private Sektor ist von sich aus stabil.
(4) Die Branchenunterschiede können vernachlässigt werden; der Kapitalmarkt funktioniert.
(5) Das allgemeine Preisniveau ist wichtiger als die einzelnen Preise.
(6) Kleinere ökonometrische Modelle werden bevorzugt gegenüber großen.
(7) "Geldbasis" o.ä. Indikatoren werden für die Geldpolitik herangezogen.
(8) Die Geldmenge wird als adäquate Zwischengröße der Geldpolitik angesehen.
(9) Für das Geldmengenwachstum wird eine feste Regel befürwortet.
(10) Ein Trade-off zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation wird abgelehnt zugunsten einer realen Phillips-Kurve (Konterrevolution (Phelps/Friedman)).
(11) Geldwertstabilität wird als wirtschaftspolitisches Ziel bevorzugt gegenüber Vollbeschäftigung.
(12) Staatliche Eingriffe werden weitgehend abgelehnt.
Der Monetarismus geht davon aus, dass Störungen des wirtschaftlichen Ablaufs im Wesentlichen durch den intervenierenden Staat hervorgerufen werden.
So schreibt Karl Brunner 1973 in The Monetarist Revolution: „Der private Sektor federt Ausschläge ab und formt sie in eine stabilisierende Bewegung um […] die Hauptinstabilitäten und Unsicherheiten des ökonomischen Prozesses [gehen] auf das Verhalten des staatlichen Sektors zurück. Die Unsicherheiten sind im besonderen den Steuer- und Ausgabenprogrammen zuzurechnen sowie den Maßnahmen eingreifender Instanzen. Die Instabilität ist vor allem der Geld-, Kredit- und Fiskalpolitik zuzuschreiben.“