Montserrat

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Montserrat (Begriffsklärung).
Montserrat
Flagge Montserrats
Wappen Montserrats
(Details) (Details)
Wahlspruch: Each Endeavouring, All Achieving
Amtssprache Englisch
Hauptstadt Plymouth (verlassen)
Regierungssitz Brades
Staatsform Britisches Überseegebiet des Vereinigten Königreichs
Staatsoberhaupt Elisabeth II.

Gouverneur: Deborah Barnes-Jones
Regierungschef Lowell Lewis
Fläche 120 km²
Einwohnerzahl 9.341 (Stand Juli 2005)
Bevölkerungsdichte 78 Einwohner pro km²
Währung Ostkaribischer Dollar
Nationalhymne God Save the Queen
Zeitzone UTC -4
Internet-TLD .ms
Telefonvorwahl +1 664
Montserrat, im Hintergrund der Vulkan Soufriere Hills

Montserrat ist eine Insel in der Karibik. Sie ist ein Überseegebiet des Vereinigten Königreichs. Die Insel liegt südwestlich von Antigua und nordwestlich von Guadeloupe.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die britische Kronkolonie gehört zu den Inseln der kleinen Antillen und ist vulkanischen Ursprungs. Sie besteht im wesentlichen aus drei vulkanischen Massiven: den Silver Hills im Norden, den Centre Hills in der Mitte und den Soufrière Hills im Süden. Nur der Soufrière Hills ist noch aktiv. Geowissenschaftler gehen von einem letzten großen Ausbruch vor 20.000 Jahren aus.

Die letzte Phase größerer Aktivität des Vulkans wurde nach 400-jähriger Pause registriert, die sich durch Erdbebenschwärme seit 1992 ankündigte.

2/3 der Insel sind aufgrund des Vulkanausbruchs Sperrgebiet. Ein Befahren der Küstengewässer ist riskant, da keine aktuellen Seekarten vorliegen. In weitem Umkreis auf See ist ein starker Geruch nach Schwefelwasserstoff wahrnehmbar (April 2005). Ein Umkreis von 10 Seemeilen gilt als komplettes Sperrgebiet, auch gilt der Vulkan noch immer als so aktiv, dass über Seefunk noch mehrmals täglich die aktuelle Bedrohung mitgeteilt wird.

Das Sperrgebiet auf der Insel wurde 2005 teilweise aufgehoben. Es werden Führungen über die Insel angeboten (Mitte 2005). Schiffe können die nördliche Bucht anlaufen, nur im südlichen Teil der Insel ist anlanden verboten. Kreuzfahrtschiffe fahren am Tag bis auf 500 m an die Südküste.

Seit dem 8. Januar 2007 ist der Soufrière wieder aktiv. Ein bevorstehender Ausbruch wird erwartet. Der Südteil der Insel ist seither wieder gesperrt.

In Montserrat herrscht tropisches Klima mit Temperaturen zwischen 23 und 30 ºC ohne ausgesprochene Regen- oder Trockenperioden.

Bevölkerung

93 % Schwarze, 3 % Weiße

10 % Katholiken, 30 % sind Anglikaner, 23 % Methodisten

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Bevölkerung
1980 11.606
1998 2.850
2001 4.482

Durch Rückwanderung nimmt die Bevölkerung weiterhin stark zu.

Geschichte

Montserrat ist seit ca. 7000 Jahren besiedelt. Ab 400 v. Chr. wanderten Arawak ein, die bis zur europäischen Landnahme die Bevölkerungsmehrheit stellten. Im 15. Jh. wurden sie von den kriegerischen Kariben unterworfen. Die Kultur der Arawak blieb jedoch dominant.

Christoph Kolumbus entdeckte die Insel am 3. November 1493 und nahm sie unter dem Namen Santa Maria de Montserrate, nach dem bekannten Kloster Montserrat auf dem gleichnamigen Berg in Katalonien (Spanien) für die spanische Krone in Besitz. Allerdings wurde Montserrat nie von Spaniern besiedelt.

Das Desinteresse der Spanier nutzen die Engländern aus und gründeten 1632 eine erste Siedlung. Die Spannungen zwischen Katholiken und Anglikaner im Mutterland, die in den Englischen Bürgerkrieg mündeten, hatten die Karibik erreicht. Die irischen Bewohner der Nachbarinsel St. Kitts wurden nach Montserrat ausgesiedelt. Später kamen irische Einwanderer aus anderen britischen Kolonien Amerikas dazu. Noch heute sind ein großer Teil der europäischstämmigen Bewohner irischer Abstammung. Die Siedler bauten Tabak, Zuckerrohr und Baumwolle an. Für die Arbeit in den Feldern wurden westafrikanische Sklaven eingeführt. Deren Nachkommen bilden heute die Bevölkerungsmehrheit. 1838 wurde die Sklaverei abgeschafft.

Von 1871 bis 1956 gehörte Montserrat zur Föderation der Leeward Islands, 1958 wurde sie Mitglied der Westindischen Föderation. Nach Auflösung der Föderation 1962 entschieden sich die Inselbewohner in einer Abstimmung dafür, wieder britische Kronkolonie zu werden.

Im September 1989 wurde die Insel vom Hurrikan Hugo mit voller Wucht getroffen und stark zerstört.

Ein Großteil der Insel wurde durch eine Reihe von Ausbrüchen des Vulkans Soufriere Hills, die am 18. Juli 1995 begannen, verwüstet, darunter auch der einzige Flughafen der Insel. 75 % der Bevölkerung flohen von der Insel. Die Hauptstadt Plymouth wurde 1997 aufgrund der Vulkanausbrüche offiziell aufgegeben. Ein Übergangsregierungssitz wurde in Brades, am nordwestlichen Ende der Insel errichtet.

Im Februar 2005 wurde ein neuer Flughafen bei Gerald‘s auf der Nordhälfte der Insel von Prinzessin Anne eröffnet. In Little Bay ist eine neue Hauptstadt in Bau.

Verwaltungsgliederung

  • Verwaltungsbezirke:
    • Saint Anthony
    • Saint Georges
    • Saint Peter's


Infrastruktur

Es besteht Linksverkehr.

Kultur

Fußball

Montserrat ist eigenständiges Mitglied der FIFA und der CONCACAF und nimmt mit einer eigenen Mannschaft an deren Wettbewerben teil. In der Regel verliert Montserrat sehr hoch und steht traditionell auf einer der letzten Positionen der FIFA-Weltrangliste. Ein interessantes Porträt des Fußballs auf Montserrat bietet der Dokumentarfilm "The Other Final", der über das im Jahre 2002 parallel zum WM-Finale stattfindende Länderspiel gegen den damaligen Vorletzten der FIFA-Weltrangliste Bhutan berichtet. Montserrat verlor das Spiel in Bhutan mit 0:4.

Musik

In den 80er Jahren saßen auf Montserrat die "Air Studios", in denen eine ganze Reihe renommierter Musiker berühmte Alben aufgenommen haben, so die Dire Straits, Sting oder Eric Clapton. Viele dieser Künstler nahmen im September 1997 in der Londoner Royal Albert Hall am Benefizkonzert "Music for Montserrat" zugunsten der Insel teil.

Der 1954 auf Montserrat geborene Musiker Arrow (eigentlich Alphonsus Celestine Edmund Cassell) nahm 1983 den Song     "Hot Hot Hot ?/i auf, der zur heimlichen Nationalhymne von Montserrat wurde.

Quellen

Weblinks

Commons
Commons: Montserrat – Bilder, Videos und Audiodateien
Wiktionary
Wiktionary: Montserrat – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen


Quelle:
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