| Mount Erebus | |
|---|---|
| Höhe | 3.794 m |
| Lage | Ross-Insel, Antarktis |
| Geographische Lage | 77° 32′ 0″ S, 167° 17′ 0″ O |
| Typ | Schichtvulkan |
| Erstbesteigung | 1908 |
Der 3.794 Meter hohe Mount Erebus in Antarktika ist der südlichste aktive Vulkan der Erde.
Mount Erebus ist der größte der drei Schicht- oder Stratovulkane, welche zusammen die Ross-Insel im Westen des Rossmeeres bilden.
Inhaltsverzeichnis |
Der von Gletschereis bedeckte Berg wurde im Jahre 1841 von Sir James Clark Ross entdeckt und von ihm nach dem Flaggschiff seiner kleinen Expeditionsflotte, der HMS Erebus, benannt; Erebos (engl. auch Erebus) ist der griechische Gott der Finsternis. Als die Ross-Expedition bei der Insel eintraf, wurde sie Zeuge eines Ausbruchs des Mount Erebus. Dieses eindrucksvolle Ereignis und seine Schilderung in den Berichten prägte die Vorstellung der Menschen über die Antarktis, als einen Ort zwischen Feuer und Eis, für lange Zeit.
Erstmals bestiegen wurde der Berg 1908 von einer Gruppe von Teilnehmern der britischen Expedition Nimrod unter Leitung von Ernest Henry Shackleton. Unter den Bergsteigern befanden sich die bekannten Antarktisforscher Douglas Mawson und Tannat David, letzterer führte die Gruppe an.
Mount Erebus ist seit 1974 ununterbrochen aktiv und wird von einer Mess-Station überwacht. In seinem Krater befindet sich einer von nur drei Lavaseen der Erde. Die langen Phasen gleichmäßiger Aktivität werden von gemäßigten, so genannten strombolianischen Eruptionen unterbrochen, die vulkanische Schlacken und Lavafetzen fördern.
Die Art des Vulkanismus des Mount Erebus und der übrigen Vulkane der Ross-Insel wird als Intraplattenvulkanismus bezeichnet. Die Ursache dieser Form des Vulkanismus ist ein Manteldiapir, eine pilzförmige Aufwölbung des heißen Erdmantels, die sich in Form eines Hot Spots in der Erdkruste darstellt und zur Bildung von Vulkanen und vulkanischen Inseln führt. Die Form des Vulkangipfels wurde durch mehrere Ausbrüche und die sich dadurch bildenden schüsselförmigen Krater, die Calderen, gestaltet.
Die von Mount Erebus geförderte Lava kristallisiert zu Phonolith aus, ein Gestein, das reich an Anorthoklas (Alkalifeldspat) ist. Der Chemismus der geförderten Lava hat sich jedoch im Laufe der Zeit gewandelt. So sind die ältesten Ergussgesteine (Vulkanite) von undifferenzierter basanischer Zusammensetzung und daher erheblich dünnflüssiger als die später geförderte Lava. Dies erklärt, warum die Basís von Mount Erebus als breites, flachgeneigtes Plattformschild ausgebildet ist.
Die im Verhältnis dazu zähflüssigeren und daher weniger fließfreudigen phonolithischen Föderprodukte der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart formten und formen die Spitze des Vulkans und geben ihr eine steilere Neigung und eine gewölbte Form.
Auf etwa 3200 Meter Höhe befindet sich ein Plateau, welches die neue Spitze des Vulkankegels bildet, die aus dem Rand der jüngsten Caldera besteht. Darin befindet sich der elliptische, sich über eine Fläche von 500 mal 600 Meter ausbreitende, und 100 Meter tiefe äußere Krater. In seinem Inneren befindet sich ein weiterer Krater, dessen Durchmesser 250 Meter und dessen Tiefe rund 100 Meter beträgt. Von dem darin enthaltenen Lavasee gehen täglich mehrere kleinere Ausbrüche aus.
Am südwestlichen Rand der Insel, am Fuß des Mount Erebus, ragt der zungenförmige Erebus-Gletscher 11 bis 12 km in die Erebus-Bucht hinein.
Am 28. November 1979 ereignete sich am Mount Erebus ein Flugzeugabsturz, dessen Ursache bis heute umstritten ist. Eine DC-10 der Air New Zealand (Flug 901) mit 257 Menschen an Bord prallte bei einem Rundflug über der Antarktis in den unteren Nordhang des Berges. Das Flugzeug wurde vollkommen zerstört, es gab keine Überlebenden. Einer Bergungsmannschaft gelang binnen einer Woche die Identifizierung von 213 Leichen, die übrigen konnten nicht eindeutig bestimmt werden.
Das offizielle Untersuchungsergebnis der Fluggesellschaft wies dem Flugkapitän die alleinige Verantwortung an dem Unglück zu. Er habe sich dazu entschieden, unterhalb der erlaubten Mindesthöhe zu fliegen, obwohl sich das Flugzeug in einer Wolkendecke befunden habe und die Besatzung die Position der Maschine nicht genau habe bestimmen können.
Eine von der neuseeländischen Regierung eingesetzte „Königliche Untersuchungskommission“ gelangte jedoch zu einem vollkommen anderen Ergebnis. Sie sah die Hauptschuld bei der Fluggesellschaft, die es versäumt habe, der Besatzung eine entscheidende Änderung der im Navigationscomputer gespeicherten Flugroute mitzuteilen – der neue Kurs führte genau auf den Berg zu – und es zudem unterlassen habe, die Besatzung angemessen auf Flüge unter antarktischen Bedingungen vorzubereiten. Nach Ansicht der Kommission habe der Pilot die Maschine bei klarer Sicht unter Einhaltung der Regeln des Sichtfluges genau in Richtung des Berges gesteuert, dies aber aufgrund widriger Umstände nicht erkennen können. Die besonderen polaren Lichtverhältnisse hätten in Verbindung mit einer bestimmten Wetterlage eine optischen Täuschung verursacht, und dazu geführt, dass sich die Konturen des schneebedeckten Berges vollkommen auflösten. Zudem sei der Eindruck entstanden, das Flugzeug befände sich über offenem, flachem Gelände, entsprechend der ursprünglichen Flugroute. Infolgedessen habe niemand von der Besatzung bemerkt, dass die Maschine sich tatsächlich auf Kollisionskurs mit dem Berg befand.
Später wurde auf einem Felsen ein Gedenkkreuz mit Blick auf die Absturzstelle errichtet.
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