Die Mythologie der Inka schließt eine Reihe von Geschichten und Legenden ein, die mythologisch sind und den Glauben der Inkas erklären und symbolisieren.
Die christlichen Priester, die die spanische Conquista Perús begleiteten, verbrannten die Quipús und ließen Zeugnisse der inkaischen Kultur zerstören. Garry Urton vertritt die Ansicht, dass Quipús ein binäres System darstellt, das phonologische oder logographische Daten wiederzugeben im Stande ist. Alle überlieferten Informationen beruhen auf Aufzeichnungen der Priester, auf ikonographischem inkaischen Geschirr und Architektur sowie den Mythen und Legenden, die unter den Indígenas überlebten.
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Manco Cápac war der legendäre Gründer der Inkadynastie, die von Cuzco aus ein Reich aufbaute, das in seinen Glanzzeiten über Perú hinausreichte. Die Legenden und Geschichten, die diese mythische Figur umgeben, gehen ziemlich durcheinander, insbesondere was seine Geburt, seinen Aufstieg und seine Herrschaft in Cuzco anlangt. In einer Legende wird er als Sohn von Con-Tikki Virachocha dargestellt, in einer anderen wurde er vom Sonnengott Inti von den Tiefen des Titicacasees emporgehoben. Gewöhnlichen Indígenas war nicht erlaubt, den Namen Viracochas auszusprechen, was eine mögliche Erklärung für die Notwendigkeit zweier Gründungslegenden gibt.
Es gibt verschiedene Mythen über die Herkunft Manco Cápacs und seines Wegs zur Macht. In einem Mythos sind Manco Cápac und sein Bruder Pachacamac Söhne des Sonnengottes Inti. Manco Cápac selbst wurde als Gott des Feuers und der Sonne verehrt. Entsprechend dieser Inti-Legende wurden Manco Cápac und seine Geschwister zur Erde entsandt, wo sie der Höhle von Paritambo entstiegen und einen goldenen Stab trugen, den sie "Tapac-yauri" nannten. Sie hatten den Auftrag, einen Sonnentempel an dem Ort zu errichten, an dem der Stab in die Erde sank, um ihren Sonnengott Inti zu ehren. Ihren Weg nach Cuzco unternahmen sie durch unterirdische Höhlen. Während dieser Reise wurde einer von Mancos Brüdern und möglicherweise auch eine Schwester in Felsen (= Huaca) verwandelt.
Einer anderen Version dieser Legenden zufolge, die auf Garcilaso de la Vega zurückgeht, entstiegen die Geschwister Manco Cápac und Mama Ocllo auf der Sonneninsel am Ritualstein "Titi-Khar'ka" den Wassern des Titicacasees. Als zivilisierte Helden hätten sie den wilden, barbarischen Völkern die Kultur gebracht, wobei Manco die Entwicklung des Ackerbaus und Mama Ocllo die Entwicklung des Spinnens und Webens zukam. Da allerdings im Altiplano bereits seit Jahrtausenden eine hohe Kultur verbreitet und die Völker vor den Inka zivilisiert waren, war diese Geschichte sicher eher für seine europäischen Leser bestimmt.
Der Con-Tikki Viracocha-Legende zufolge war Manco Cápac Sohn von Con-Tikki Viracocha. Er und seine Brüder Ayar Anca, Ayar Cachi (cachi = quechua Salz) und Ayar Uchu (uchu = quechua Pfeffer) und seine Schwestern Mama Ocllo, Mama Huaco, Mama Sarahua (sarahua = quechua die dominierende Maissorte aus den Yungas) und Mama Cora (cora = quechua eine ursprünglich wilde Grassorte aus dem Osten) lebten in Pacari-Tampu, heute bekannt als Paritambo, 25 km südlich von Cuzco. Die verschiedenen Schilderungen weichen von einander ab, aber der junge Manco Cápac soll seine älteren Brüder eifersüchtig betrogen und getötet haben, um daraufhin der einzige Herrscher Cuzcos zu werden. Einer dieser Versionen zufolge verfügte Ayar Cachi über ungewöhnliche Gaben, die den Neid seiner Brüder weckte, weshalb die Brüder ihn mit einer List in die Höhle lockten und einen Fels davor rollten, um ihn einzusperren. Als Ayar Cachi seinen Schöpfergott Viracocha anruft, wurde er in einen Kondor verwandelt, der den Gipfel des Berges Huanacauri überflog, wo er in einen Fels (= Huaca) verwandelt wurde. Die Geschwister lebten auf dem Gipfel des Huanacauri, wo sie Mais säten, bis sich Ayar Uchu den Huaca, dem Kult der Sonne und des Schöpfergotts Viracochas widmete. Bei der Ankunft im Dorf Acamama verwandelte sich auch der Rebell Ayar Anca in einen weiteren Fels (= Huaca). [1] Mama Huaco, die Schwester-Gattin von Ayar Cachi symbolisierte die starken, kämpferischen und freien Frauen, während Mama Ocllo, die Schwester-Gattin von Ayar Manco die häuslich-unterwürfige Frau verkörperte. [2] Sie alle vereinten ihr Volk und die zehn "Ayllus" (Ayllu = quechua Stamm, Volk, Hausgemeinschaft, Familie), die sie auf ihrer Reise zur Vereinigung des Cuzco-Tales (Valle Sagrado) trafen. Diese Legende beinhaltet ebenfalls den goldenen Stab "Tapac-yauri", von dem angenommen wurde, dass er Manco Cápac von seinem Vater gegeben wurde.
Einem indigenen Märchen zufolge, das zu Beginn ein wenig an Hänsel und Gretel erinnert, warten zwei kindliche Geschwister auf die Rückkehr ihrer Eltern. Als der Hunger sie schließlich auf der Suche nach ihren Eltern in den Wald treibt, werden sie müde, legen sich auf einer Lichtung zum Schlafen und werden in das Paar eines Cara Cara verwandelt, eines etwa Sperber großen andinen, Aas fressenden Raubvogels, der von den Inka wegen der lebenslänglichen Treue des Cara Cara-Paares und ihrer Intelligenz zum Symbol Manco Cápacs und Mama Ocllos und aller ihnen nachfollgenden Inkas werden, denn sie können zwischen den Menschen und den Göttern als Mittler fliegen.
Wie die Römer erlaubten die Inka den von ihnen integrierten Kulturen, ihre jeweiligen Religionen zu behalten. Im Folgenden werden einige der zahlreichen Gottheiten aufgezählt, die im Inka-Reich angebetet wurden. Viele von ihnen hatten überlappende Verantwortlichkeiten und Wirkungsbereiche. Soweit ich nicht anders beschrieben, darf als sicher angenommen werden, dass sie von verschiedenen Ayllus oder in bestimmten früheren "señorías" angebetet wurden:
Pacha ist ursprünglich der Punkt, der Zeit und Raum verbindet und meint damit die Gesamtheit des Seins, die Totalität. Pacha kann aufgeschlüsselt in drei Seinsebenen werden:
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