| Nakléřovská vyšina | |
|---|---|
| Höhe | 703,6 m |
| Lage | Tschechien |
| Gebirge | Erzgebirge |
| Erschließung | Bau eines Aussichtsturms 1913 |
Die Nakléřovská vyšina (deutsch Nollendorfer Höhe) ist eine Anhöhe des Osterzgebirges unweit der geologischen Grenze zum Elbsandsteingebirge auf dem Territorium der Tschechischen Republik bei Nakléřov.
Auf der Nollendorfer Höhe fand am 29. und 30. August 1813 eine entscheidende Schlacht statt, in der die Verbündeten das von Napoleon I. geführte französische Heer besiegt haben. Der Legende nach soll Napoleon von den Turmfenstern der 1975 gesprengten Josephskirche in Nollendorf zeitweilig den Schlachtverlauf beobachtet haben. Der preußische General von Kleist erhielt für seine Verdienste in der Schlacht auf der Nollendorfer Höhe den Adelstitel Graf von Nollendorf verliehen.
Der Gebirgsverein Aussig errichtete 1913 aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Schlacht auf den Nollendorfer Höhe eine Gedenkstätte in Form eines 21 m hohen Aussichtsturmes, der nach dem damaligen österreich-ungarischen Kaiser Franz Josef I. Kaiserwarte genannt worden ist. Der Gebirgsverein sammelte Spenden zur Kaiserwarte beispielsweise durch die Herausgabe von Spendenmarken mit den Abbildungen von Erinnerungsstätten an der Schlacht bei Kulm.
Nach der Gründung der Tschechoslowakei wurde der Turm in Carl-Weis-Warte umbenannt, 1921 trug er bereits diesen Namen. Der Turm stürzte am 29. Januar 1944 während eines Schneesturms ein, seine Überreste wurden 1950 beseitigt.
Seit 1923 gab es unterhalb des Turmes im Haus Nollendorf Nr. 43 ein Naturfreundehaus der Sektion Aussig des Touristenvereins Die Naturfreunde, das heute ebenfalls nicht mehr existiert.
Die Nollendorfer Höhe war durch die 1912 eingeweihte Straßenbahn von Aussig bis Tellnitz gut erreichbar. Heute führen mehrere Wanderwege über die größtenteils kahle Hochfläche, von der man eine gute Aussicht zum Böhmischen Mittelgebirge, zum Elbsandstein- und Lausitzer Gebirge hat.