Namenforschung
Die Namenforschung (auch die Onomastik, von griech.: ὀνομαστική [ἐπιστήμη], onomastiké [epistéme], „die Namenwissenschaft“) beschäftigt sich mit der Bedeutung, Herkunft und Verbreitung von Namen, also unter anderem Personennamen (Anthroponymie), aber auch der Namen geographischer Objekte (Toponomastik) oder anderen Dingen.
Verwandte Gebiete sind die sprachwissenschaftliche Disziplin der Etymologie, die die Bedeutung und Herkunft von Worten allgemein untersucht und die Genealogie (Ahnenforschung), die sich für die Abstammung ("Herkunft") einzelner Personen und Familien interessiert.
Die Onomastik beschreibt als Teildisziplin der Sprachwissenschaft die spezifischen Eigenschaften der Eigennamen (Vor-, Familien-, Orts-, Gewässer-, Flur-, Warennamen etc.). Da diese in vielen Lebensbereichen begegnen, berücksichtigt sie auch Sachbezüge derselben und arbeitet mit zahlreichen Gesellschafts- und Naturwissenschaften eng zusammen, für die Namen die Funktion einer wichtigen Quellengattung haben. Ähnlich wie bei der Sprachgeschichtsforschung verfolgt sie die Namenentstehung und -geschichte im Zusammenhang mit den Namengebern, den Namenbenutzern und den wechselnden Benennungssituationen. Das internationale Koordinierungsorgan ist der International Council of Onomastic Sciences (ICOS, Sitz: Uppsala/Schweden).
Literatur
- Presson: Deutsche Namenkunde
- Einleitung. Zur Laut- und Formenlehre, Wortfügung, -bildung und -bedeutung der deutschen Personennamen, 2. Auflage, 1952
- Einleitung. Zur Laut- und Formenlehre, zur Satzfügung, Wortbildung und -bedeutung der deutschen Ortsnamen, 1953
- Die deutschen Personennamen in geschichtlicher, geographischer, soziologischer und psychologischer Betrachtung, 2. Auflage, 1953
- Registerband, bearb. von Dieter Berger, 1956
- Adolf Bach: Die deutschen Ortsnamen in geschichtlicher, geographischer, soziologischer und psychologischer Betrachtung. Ortsnamenforschung im Dienste anderer Wissenschaften, 1954
- Hans Bahlow: Deutsches Namenslexikon, Suhrkamp 1985, ISBN 3-518-36565-7
- Gerhard Bauer: Namenkunde des Deutschen. Peter Lang, Bern/ Frankfurt/ New York 1985. ISBN 3-261-03205-7
- Andrea Brendler, Silvio Brendler: Namenarten und ihre Erforschung. Ein Lehrbuch für das Studium der Onomastik, Baar, Hamburg 2004, ISBN 3-935536-70-4
- Andrea Brendler, Silvio Brendler: Namenforschung morgen. Ideen, Perspektiven, Visionen, Baar, Hamburg 2005, ISBN 3-935536-30-5
- Jürgen Eichhoff, Wilfried Seibicke, Michael Wolffsohn (Hrsg.): Name und Gesellschaft. Soziale und historische Aspekte der Namengebung und Namenentwicklung. Dudenverlag, Mannheim/ Leipzig/ Wien/ Zürich 2001. ISBN 3-411-70581-7
- Ernst Eichler et al.: Namenforschung. Name Studies. Les Noms Propres. Ein internationales Handbuch zur Onomastik, de Gruyter, Berlin/New York 1995, ISBN 3-11-011426-7
- Hartwig Kalverkämper: Textlinguistik der Eigennamen, Stuttgart, Klett-Cotta 1978
- Konrad Kunze: dtv-Atlas Namenkunde, dtv 2004, ISBN 3423032669
- Astrid v. Nahl et al.: Namenwelten. Orts- und Personennamen in historischer Sicht, de Gruyter, Berlin/New York, ISBN 3-11-018108-8
- Wilfried Seibicke: Die Personennamen im Deutschen, de Gruyter, Berlin/New York 1982, ISBN 3-11-007-984-4
- Johann Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch.
- Jürgen Udolph, Sebastian Fitzek: Professor Udolphs Buch der Namen, Bertelsmann, ISBN 3-570-00879-7
Weblinks