Das Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) war ein Zusammenschluss von kriegsgefangenen deutschen Soldaten und Offizieren und kommunistischen deutschen Emigranten in der Sowjetunion zum Kampf gegen den Nationalsozialismus, sowie in anderen Ländern. (Andere Bezeichnung: "Bewegung Freies Deutschland", z.B. BFDW "...im Westen")
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Im Kriegsgefangenenlager Jelabuga erfolgt die Bildung der ersten antifaschistischen Offiziersgruppe unter Hauptmann Ernst Hadermann. Am 31. Mai 1942 findet eine antifaschistische Offizierskonferenz statt. 23 Offiziere unterschreiben einen Aufruf an alle Offiziere in der Kriegsgefangenschaft. Das tragische Ende der deutschen Stalingradarmee führt zur Wende im Denken und im Bewusstsein vieler Kriegsgefangener. Es werden Resolutionen in den Lagern verabschiedet mit der Forderung, ein nationales deutsches Komitee zu bilden. Es kommt zur Bildung eines vorbereitenden Ausschusses im Lager Krasnogorsk.
Am 12.-13. Juli 1943 fand in Krasnogorsk bei Moskau auf Initiative der UDSSR und seiner obersten Militärführung unter Aufsicht der GRU die Gründung des Nationalkomitees "Freies Deutschland" statt. Der Schriftsteller Erich Weinert wurde zum Präsidenten des NKFD gewählt. Die Emigrationsführung der KPD war in dieser prosowjetisch-kommunistischen Organisation mit Anton Ackermann, Wilhelm Florin, Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht vertreten.
2 Monate später erfolgten die Gründung des Bundes Deutscher Offiziere (BDO) unter General der Artillerie Walther von Seydlitz, kurz danach der Anschluss des BDO an das Nationalkomitee sowie die Gründung eines kirchlichen Arbeitskreises beim NKFD, unter anderem durch Friedrich-Wilhelm Krummacher.
Das NKFD wurde von der Sowjetunion unterstützt. Es gab eine Wochenzeitung "Freies Deutschland", eine Illustrierte "Freies Deutschland" im Bild und zahlreiche zentrale Flugblätter heraus. Ebenso betrieb es einen Radiosender "Freies Deutschland" und setzte Lautsprecherwagen an den Fronten ein. Über solche Lautsprecherwagen wurden u.a. die Reden des deutschen Generals Kurt von Seidlitz-Kurzbach, des ehemamligen Divisionspfarrers Friedich-Wilhelm Krummacher bzw. von Walter Ulbricht, Anton Ackermann sowie Erich Weinert verbreitet.
Haupttätigkeit war die Überzeugungsarbeit an der Front mit dem Ziel Wehrmachtsangehörige zum "Überlaufen" bzw. zur freiwilligen Gefangennahme zu bewegen. Das Engagement trug Früchte. So gab sich am 8. Juli 1944 Generalleutnant Vincenz Müller freiwillig gefangen, bis zum 22. Juli 1944 folgen ihm 17 Generäle der ehemaligen Heeresgruppe Mitte, die beim Zusammenbruch der deutschen Front in Gefangenschaft gerieten und ihren Beitritt zum NKFD erklärten. Angehörige der Frontorganisation des NKFD wirken auch im Hinterland der deutschen Front. Prominentes Mitglied war Feldmarschall Paulus. Am 8. August 1944 erklärte der ehemalige Oberbefehlshaber der Stalingradarmee seinen Bruch mit Hitler und trat dem NKFD bei.
Außerdem lockte es deutsche Verbände, durch z.B. falsch gesetzte Funksprüche in Hinterhalte. So beschränkte sich die Rolle des NKFD nicht nur auf friedliche Überzeugungsarbeit.
Nach dem Zusammenbruch der deutschen Fronten in der Sowjetunion treten die in Gefangenschaft befindlichen deutschen Generäle immer mehr in den Vordergrund der Aufrufe des NKFD. So zum Beispiel am 6. Dezember 1944 mit dem "Aufruf der 50 Generäle" an Volk und Wehrmacht, sich von Hitler loszusagen und den Krieg zu beenden.
Trotz allem darf nicht unerwähnt bleiben, dass den meisten Soldaten keine andere Chance gegeben wurde, als "überzulaufen". In Kriegsgefangenenlagern sprachen Propaganda-Aktivisten vor den deutschen Gefangenen vor, die danach aufgefordert wurden, eine Erklärung zu Gunsten des NKFD zu unterstützen. Wer die Hände dabei nicht affirmativ nach oben streckte, wurde bestraft.
Auch in Frankreich und anderen Ländern bildeten sich analoge Gruppen (z.B. BFDW "Bewegung Freies Deutschland im Westen" in Frankreich, gleich: CALPO - Comité "Allemagne libre" pour l'Ouest, zuständig auch für Belgien und Luxemburg). Die französische Résistance akzeptierte den BFDW offiziell als Teil der Résistance. In der Wehrmacht bestanden illegal sogenannte Wehrmachtsgruppen. Ihre Aktivitäten umfassten die Sammlung von Informationen, die Verbindung zur Résistance, die Verteilung von Propagandamaterial, Sabotage und Waffenbeschaffung. In mehr als 25 Städten bestanden Lokalkomitees, in fast allen Gebieten bis Oktober 1944 Orts- bzw. Regionalkomitees.
Karl Barth - Lilly Becher - Max Emendörfer Peter Gingold - Walter Janka - Charlotte von Kirschbaum - Bernt von Kügelgen - Alfred Kurella - Wolfgang Leonhard - Paul Merker - Otto Niebergall - Ludwig Renn - Julius Schaxel - Anna Seghers - Eleonore Wolf - Friedrich Wolf - Friedrich-Wilhelm Krummacher - Erich Weinert - Otto Winzer - Walter Ulbricht - Anton Ackermann - Rudolf Lindau
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