| Nationalpark Bayrischer Wald | |
|---|---|
| IUCN Kategorie II | |
| Lage: | Deutschland |
| Koordinaten: | 48° 58' 53" N, 13° 23' 11" O |
| Fläche: | 242,5 km² |
| Einrichtungsdatum: | 1970 |
| Verwaltungsbehörde: | Nationalparkverwaltung Grafenau |
Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde am 7. Oktober 1970 als erster Nationalpark Deutschlands eröffnet und umfasst seit seiner Erweiterung 1997 eine Fläche von 24.250 Hektar. Zusammen mit dem Böhmerwald bildet der Bayerische Wald die größte zusammenhängende Waldfläche Zentraleuropas.
1972 erhielt der Nationalpark die internationale Anerkennung durch die International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources (IUCN).
1986 erfolgte die Verleihung des Europadiploms der Kategorie A durch den Europarat (letztmals 2001 verlängert bis 2006).
Inhaltsverzeichnis |
Der Park liegt im Osten Bayerns in den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau entlang der Grenze zu Tschechien und umfasst heute eine Fläche von 24.250 Hektar fast unberührter (Ur)Waldlandschaft im Mittelgebirge des Bayerischen Waldes.
Ein Großteil des Nationalparks liegt in einer Höhe von über 1000 Metern, umgeben von den Gipfeln des Falkensteins (1315 m), des Lusens (1373 m) und des Großen Rachels (1453 m). Neben den Hochwäldern erstrecken sich dort auch noch einzigartige Hochmoore und -wiesen, die sog. Schachten, welche sich auf der tschechischen Seite im Böhmerwald noch weiter ausbreiten. Im Osten grenzt der Nationalpark an den 1991 gegründeten 69.030 ha großen Nationalpark Šumava, mit dem eine enge Zusammenarbeit besteht.
Im Nationalpark konnte sich eine einzigartige Tierwelt erhalten bzw. wurde dort wieder angesiedelt. Darunter befinden sich vom Aussterben bedrohte Arten wie z. B. Auerhuhn, Luchs, Wanderfalke, Wildkatze, Schwarzstorch oder der Fischotter genauso wie andere typische Bewohner des Bayerischen Waldes. Dazu zählen unter anderem die Rothirsche, die den Winter allerdings in einem Gatter verbringen, weil man allzu große Verbißschäden am Bergwald vermeiden will.
Im Tierfreigelände, das sich im Nationalpark in der Nähe von Neuschönau befindet, sind in einem weiträumigen Gelände heute und ehemals ansässige Tiere wie Fischotter, Käuze, Wildkatze, Luchs, Uhu, Wisent, Rothirsch, Wildschwein, Braunbär und Wolf in Freigehegen untergebracht. In einem zweiten Freigelände sollen ab 2006 Rückzüchtungen von heute in Mitteleuropa ausgestorbenen Tierarten wie z. B. dem Wildpferd und dem Urrind zu beobachten sein.
Zielvorgabe des Nationalparks ist es, "Natur Natur sein [zu] lassen". Auf der überwiegenden Fläche des Nationalparks sollen die Natur und damit auch die dynamischen Abläufe in den Wäldern geschützt werden. Auf 8000 Hektar (knapp 25 Prozent der Fläche) greift der Mensch in den natürlichen Ablauf daher überhaupt nicht mehr ein.
Nahezu der ganze Park besteht aus ausgedehnten Mischwäldern aus Fichten, Buchen und Tannen, die sich dadurch, dass sie in ihrer Entwicklung heutzutage fast ausschließlich sich selbst überlassen sind, zu einer unberührten urwald-ähnlichen Landschaft zurückgebildet haben. In den höheren Lagen zwischen Rachel und Lusen setzte sich jedoch der Baumbestand fast nur noch aus Fichten zusammen. Mitte der 1980er und Anfang der 1990er Jahre kam es durch heftige Stürme zu zahlreichen Windbrüchen, durch die schlagartig günstige Lebensbedingungen für den Borkenkäfer entstanden. In den Folgejahren erhöhte sich die Population des Buchdruckers teilweise so stark, dass selbst gesunde, stehende Fichten dem starken Befall zum Opfer fielen. Einzelne "Käferlöcher" weiteten sich aus und verschmolzen schließlich zu großen Fronten. In Teilen der Bevölkerung stieß die von der Nationalparkverwaltung verordnete Tatenlosigkeit auf Unverständnis; die angrenzenden Waldbauern fürchteten um ihren eigenen, wirtschaftlich genutzten Bestand. Andere sahen im Borkenkäfer dagegen einen Helfer, um Wirtschaftswald mit anfälligen Monokulturen in kräftigen Mischwald, die beste Vorsorge gegen zukünftigen Befall, zu verwandeln. Seit einigen Jahren gehen die Borkenkäferzahlen deutlich zurück und mit dem Nachwachsen von jungen Ebereschen, Fichten und Buchen ist an vielen Stellen wieder ein Jungwald entstanden. Diese neuen Bäume haben mittlerweile (Stand 2004) schon eine Höhe von 70 cm erreicht.
Die Nationalparkverwaltung hat ca. 200 Mitarbeiter, Hauptsitz ist Grafenau. Leiter der Nationalparkverwaltung ist seit 1998 Karl Friedrich Sinner, der Dr. Hans Bibelriether nachfolgte. Dessen Vorgänger war bis 1979 Dr. Hans Heinrich Vangerow.
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